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Wir gingen nach
Montreux ans Ufer des Genfer Sees ... hatten
aber nicht viel Zeit", erzählen Deep Purple zu
Beginn ihres bekanntesten Songs. Erst belegte
Frank Zappa das Casino, in dem sie aufnehmen
sollen, dann fällt es auch noch einem Brand zum
Opfer.Mit dem ausgeliehenen mobilen
Soundequipment der Rolling Stones nehmen sie das
Album "Machinehead" kurzerhand im Keller ihres
Hotels auf.
Dabei entsteht
ein Track über die schweizer Erlebnisse: "Smoke
On The Water".
Damit
schaffen sie die bekannteste Hardrock-Hymne
neben Black Sabbaths "Paranoid" und Led
Zeppelins "Stairway To Heaven".Die drei Bands
gelten als Gründer des Genres und kommen oft im
gleichen Satz vor - von vergleichsweise härteren
Tönen abgesehen,haben Deep Purple jedoch wenig
mit den anderen zwei gemeinsam. Einerseits, weil
ihre Musik eher in der Klassik als im Blues
wurzelt, andererseits, weil die Orgel
wesentlicher Bestandteil ihrer Stücke ist.
Hinzu kommt ein ständiger
Mitgliederwechsel. Die Gründer Jon Lord (Orgel),
Ritchie Blackmore (Gitarre), Ian Paice (Schlagzeug),Nick
Simper (Bass) und Rod Evans (Gesang) finden 1968
in England zusammen. Alle haben schon
Band-Erfahrung, der Name
stammt
scheinbar aus dem Lieblingslied von Blackmores
Oma.
Den ersten Erfolg
feiern sie schon mit dem Debütalbum "Shades Of
Deep Purple": Ihre Coverversion von "Hush"
erreicht Position fünf in den US-Singlecharts.
EAber erst mit "April" aus ihrem dritten Album "Deep
Purple" (1969) setzen sie die Weichen für ihre
Zukunft.
Das Stück gründet
auf T.S. Eliots Poem "The Waste Land" und
enthält lange Improvisationen von Lord und
Blackmore.
Mit ihrer
Kombination aus druckvollen harten Klängen und
bis dahin in der Rockmusik unüblichen Tonleitern
machen sie sich auch live einen Namen.
Vor allem Lord
entwickelt die Verbindung zwischen Rock und
Klassik weiter. Die Erstaufführung seines
"Concerto For
Group And Orchestra" mit dem London Philharmonic
Orchestra" in der Royal Albert Hall 1969
begründet nicht nur ein neues Genre.
Es ist auch der
erste Auftritt ders bekanntesten Purple-Line-Ups,
in dem Ian Gillan Evans und Roger Glover Simper
ersetzen. Die folgenden drei Studioalben
verschaffen den weltweiten Durchbruch. "Fireball"
und "Machine Head" erreichen die Spitze der
englischen Charts, mit "Child In Time", "Highway
Star", "Speed King" und "Smoke On The Water"
enthalten sie zudem die besten Stücke der Band
in ihrer kreativ fruchtbarsten Phase. Davon
zeugt das 72er Livealbum "Made In Japan", in dem
die Zusammenarbeit zwischen der kräftigen Stimme
Gillans, der Rhythmusgruppe Paice und Glover
sowie den
Virtuosen Lord
und Blackmore ihren Höhepunkt erreicht.
1973 ist das als
"Mark II" bekannte Lin-Up am Ende. Gillan und
der immer egozentrischere Blackmore können sich
nicht mehr riechen, nach Gillans Auftritt in der
Verfilmung von Andrew Lloyd Webbers Musical
"Jesus Christ Superstar" und der eher schwachen
LP "Who Do We Think We Are" werfen Glover und
Gillan das Handtuch. An ihre Stelle treten Glenn
Hughes und der spätere Whitesnake-Frontmann
David Coverdale.
"Burn" und
"Stormbringer" (beide 1974) schaffen es in die
Top Ten. Anschließend steigt Blackmore aus, um
Rainbow zu gründen. Der neue Gitarrist Tommy
Bolin schafft es in keinster Weise, seinen
charismatischen Vorgänger zu ersetzen.
Deep Purple lösen
sich nach dem enttäuschenden "Come Taste The
Band" (1975) auf. Wenige Monate später stirbt
Bolin an einer Überdosis.
Nach mehr oder
weniger erfolgreichen Nebentätigkeiten - Lord
und Glover heuern zeitweise bei Whitesnake an,
Gillan singt auf
einem Sabbath-Album und Blackmore festigt mit
Rainbow seinen Kultstatus - finden die
"Mark
II"-Mitglieder 1984 überraschend wieder
zusammen. Das Ergebnis sind nicht nur das
gelungene
Studioalbum "Perfect
Strangers" (1984) und der Nachfolger "The House
Of Blue Light" (1987), sondern auch eine
ausgiebige
Welttour, die auf "Nobody's Perfect" (1988)
dokumentiert ist. Gillan und Blackmore kommen
sich unvermeidlich erneut in die Quere und
wieder ist es der Sänger, der den Hut nimmt. Mit
dem ehemaligen Rainbow-Frontmann Joe Lynn Turner
und dem 1990er Album "Slaves & Masters" beginnen
anschließend sechs chaotische Jahre.
Für die
Studioplatte mit dem autobiografischen Titel "The
Battle Rages On ..." (1993) kommt Gillan erneut
ins Boot,
springt aber kurz
danach wieder ab. Dann ist es Blackmore, der
mitten in der Welttour im Streit austritt,
vorläufig ersetzt
durch Joe Satriani. Dafür kehrt Gillan zurück.
Auf dem '96er "Purpendicular" heißt der neue
Mann
schließlich Steve
Morse, ehemaliger Gitarrist von Kansas.
Mit dieser
Besetzung bringen Deep Purple auch das "Abandon"
(1998) heraus, touren anschließend jahrelang um
die
Welt und sind
sich dabei nicht zu schade, auf kleineren
Festivals oder in der Provinz aufzutreten.
Blackmore sucht dagegen
mit seiner Muse
Candice Night unter dem Namen Blackmore's Night
kostümiert mittelalterliche Schlosskeller
auf und gibt
erfolgreich Pseudo-Renaissancemusik zum Besten.
Nach einer
Neuaufführung des "Concerto For Group And
Orchestra" im Jahr 2000 beschließt Lord, sich
seiner alten
Liebe zu widmen, und steigt aus. Der Ersatzmann
in der mittlerweile "Mark VIII"-Besetzung ist
Keyboarder Don
Airey, der schon für Rainbow, Gary Moore und
Ozzy Osbourne spielt. Die vorläufig letzten
Kapitel der langen
Bandgeschichte tragen die Titel "Bananas" (2003)
und "Rapture Of The Deep" (2005)
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In einer Welt steten
Wandels sowie unberechenbarer Trends und Moden
gehören
Deep Purple zu
den wenigen verlässlichen Konstanten der
Musikgeschichte. Seit weit mehr als dreißig
Jahren bereichern sie regelmäßig den Geist der
Rockmusik mit neuen Alben, faszinierenden
Tourneen und Aufsehen erregenden Projekten. Fünf
Jahre nach ihrem bis dato letzten Studioalbum
Abandon beziehungsweise drei Jahre nach der
spektakulären Neuauflage des Concerto For Group
And Orchestra präsentieren
Deep Purple ihr
neuestes Album Bananas, das von einer packenden
Atmosphäre durchzogen ist und pure Spielfreude
dokumentiert. "Es war in der Geschichte von
Deep Purple
schon immer so, dass nach einem eher schwierigen
Album zumeist das jeweils nächste für uns
einfacher war", sagt Bassist Roger Glover,
Ur-Mitglied und organisatorischer Mittelpunkt
der Band. "Purpendicular war seinerzeit so
unglaublich leicht für uns zu realisieren,
Abandon anschließend dagegen ziemlich mühsam.
Nun, mit Bananas, musste es also eigentlich fast
automatisch wieder leichter werden. Und zum
Glück war es dann auch so."
0 Im Dezember des vergangenen Jahres trafen sich
Deep Purple in
Los Angeles, schrieben das Material des Albums
innerhalb eines einzigen Monats und benötigten
im Frühjahr 2003 nur knapp weitere vier Wochen,
um es komplett aufzunehmen. Man hört den neuen
Songs diese spontane und unverkrampfte
Herangehensweise an.
Deep Purple
rocken auf Bananas wie aus einem Guss, zaubern
wie scheinbar selbstverständlich ein ganzes
Arsenal an eingängigen Melodien und virtuosen
Instrumentalpassagen aus dem Ärmel. Da verzahnen
sich Gesang, Gitarre, Bass, Orgel und Schlagzeug
auf eine dermaßen enge und natürliche Weise
miteinander, wie sie im Grunde genommen nur von
Musikern erzielt werden kann, die sich seit
Jahren kennen und deshalb blind verstehen.
Dennoch ist Bananas das erste Album, das
Deep Purple mit
ihrem neuen Organisten Don Airey geschrieben und
aufgenommen haben.
Airey spielte schon für Rainbow,
Gary Moore oder
auch
Ozzy Osbourne
und beerbt nun bei
Deep Purple den
legendären Jon Lord, der im vergangenen Jahr
seinen Ausstieg bekannt gab, um sich neuen
kreativen Herausforderungen zu stellen. Kein
Abschied im Streit, sondern die wohl überlegte
Entscheidung eines erfahrenen und überaus
verdienten Musikers. "Vor drei Jahren
realisierten wir mit Jon in der Londoner ´Royal
Albert Hall` die Neuauflage seines legendären
Concertos", erläutert Gitarrist Steve Morse die
ersten Anfänge des Ablösungsprozesses. "Ein sehr
erfolgreiches Unterfangen, das eine Welttournee
nach sich zog und bei ihm den Wunsch weckte,
sich stärker als in der Vergangenheit in dieser
musikalischen Richtung zu engagieren. So etwas
ist jedoch kaum möglich, wenn man fest in einer
Band mit all ihren Verpflichtungen spielt. Er
musste sich also zwangsläufig entscheiden, ob er
weiter auf Tournee gehen oder sich verstärkt
seinen klassischen Kompositionen widmen will.
Wir respektieren seine Entscheidung und können
sie nachvollziehen."
Für Deep Purples Neuzugang Don Airey wurde damit
ein Traum wahr. "Schon vor einigen Jahren hatte
ich den Gedanken: Ob ich wohl von
Deep Purple
gefragt werden würde, falls jemals Jon Lord
aussteigt?" gesteht Airey. "Ich konnte es mir
zwar nicht so richtig vorstellen, aber ich
hoffte natürlich darauf. Dementsprechend groß
war meine Freude, als sie mich tatsächlich in
die Band holten." Mit dem Status des
Gastmusikers wollen
Deep Purple
ihren neuen Organisten gar nicht erst belasten.
Airey ist erklärtermaßen festes Bandmitglied,
oder wie Glover es formuliert: "Deep
Purple sind weiterhin eine
Fünfmann-Band, daran hat sich nichts geändert.
So wie all die Jahre zuvor mit Jon üblich wurde
auch Don vom ersten Proben an ins Songwriting
miteinbezogen."
Neben erhebenden Rocksongs wie ´House Of Pain`,
´Sun Goes Down`, ´Razzle Dazzle` oder ´I´ve Got
Your Number` präsentieren
Deep Purple auf
Bananas mit ´Haunted` eine einfühlsame Ballade
als erste Singleauskopplung. Ein Song wie eine
warme Meeresbrise, der zudem im Studio den
angemessenen klangtechnischen Rahmen erhielt:
"Die Basis eines jeden Songs ist natürlich die
Grundidee, die Struktur", erläutert Glover die
Stärken des Stückes. "Aber Produzent Michael
Bradford, mit dem wir zum ersten Mal gearbeitet
haben, brachte einige tolle Ideen zu ´Haunted`
ein. Er holte
Beth Hart als
Background-Sängerin ins Studio sowie ein
Streicher-Ensemble unter der Leitung von Paul
Buckmaster, der unter anderem auch schon für
Elton John
gearbeitet hat." Noch vor seiner
Veröffentlichung präsentierten
Deep Purple im
Rahmen ihrer Deutschland-Tour im Juni 2003 einem
begeisterten Publikum diesen Song, der ohne
Zweifel in die lange Reihe der Klassiker
einziehen wird.
Eine ganz besonders ergreifende und tragische
Geschichte verbirgt sich hinter dem finalen
Stück ´Contact Lost`, in dem
Deep Purple ihr
Entsetzen über den Absturz der Raumfähre
´Columbia` im Februar 2003 zum Ausdruck bringen.
Noch einen Tag vor der Tragödie gab es einen
direkten Kontakt der Musiker zu den Astronauten,
die ihrerseits kurz zuvor ein Deep
Purple-Konzert in Houston,
Texas besucht
hatten. In fast täglichen Emails erkundigten
sich die Bandmitglieder während des gesamten
Fluges immer wieder über den aktuellen Stand der
Dinge an Bord des Space-Shuttles und erfuhren
dabei, dass die Besatzung auch der Musik von
Deep Purple
lauschte während sie die faszinierende Aussicht
aus der Raumkapsel auf unseren Planeten genoss.
´Contact Lost` wurde unmittelbar nach den
schicksalhaften Ereignissen in der ´Columbia
während ihrer missglückten Rückkehr zur Erde
geschrieben.
Und zu guter letzt: Der Albumtitel. So profan er
klingen mag - so profan ist er eigentlich auch
gemeint. Bananas, ein Wort mit vielen
Assoziationsmöglichkeiten aber einer banalen
(hoppla!) Geschichte dahinter. "Alles begann mit
einem kleinen Witz", verrät Glover. "Ich sah vor
etwa drei Jahren in der Zeitung das Photo eines
Mannes, der schwer daran zu schaffen hatte eine
riesige Bananenstaude vorn auf sein Fahrrad zu
hieven. Ich sagte zu Ian Gillan: ´Schau Ian,
hier haben wir den kommenden Albumtitel. Wir
nennen es Bananas.` Ian schaute gar nicht
richtig hin und antwortete nur beiläufig:
´Großartige Idee`. Seine Begeisterung war
natürlich ironisch gemeint, aber irgendwie blieb
dieser Gedanke in unseren Köpfen. Gerade auch
deshalb, weil das Wort ´Bananas` plakativ ist
und die Leute sich darüber unterhalten können,
welche Bedeutung es wohl hat. Natürlich kann man
eine Menge Philosophisches oder was auch immer
hinein interpretieren. Und ich bin mir sicher,
dass Ian dem Begriff auch garantiert eine
tiefgründige politische Bedeutung zumessen
würde. Aber eigentlich ist es nur ein Wort,
nicht mehr."
Deep Purple
anno 2003, bestehend aus
Ian Gillan
(Gesang), Roger Glover (Bass), Ian Paice
(Schlagzeug), Steve Morse (Gitarre) und Don
Airey (Orgel), zeichnet wie alle vorherigen
Besetzungen vor allem eines aus: ihr intuitives
Gefühl für kraftvolle Rocksongs und ihr ganz
eigener unverwechselbarer Sound. Oft kopiert,
nie erreicht, und tatsächlich nur in dieser Band
zu finden." "Die Leute fragen häufig danach, was
unserer Meinung nach den typische Deep
Purple-Stil ausmacht", sagt Glover. "Ich kann es
nicht beantworten, ich kann nur sagen: Typisch
sind nicht etwa bestimmte Songs oder Sounds,
sondern die Art, wie wir sie spielen. Wir haben
großartige Einzelkönner in der Band, und so
entsteht aus dem Zusammenspiel eine ganz
bestimmte Chemie, die man weder erklären noch
genau rekapitulieren kann." Bananas ist sein
Zeuge!
Obiger Text wurde entnommen aus:
laut.de
Teil
2 und Teil 2 :
musik-base.de
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