Lionel Hampton
(*
20. April
1908
in
Louisville,
Kentucky;
†
31. August
2002
in
New York)
war ein US-amerikanischer
Jazzmusiker. Er ist
bekannt als
Bandleader,
Jazzperkussionist
und
Vibraphonvirtuose.
Leben
"Hamp"
zählt zu den berühmtesten Namen
der Jazzgeschichte und arbeitete
mit so prominenten
Jazzmusikern wie
Benny
Goodman,
Charlie
Parker und
Quincy
Jones zusammen.
Hampton wuchs in
Kenosha
in
Wisconsin
und
Birmingham
in
Alabama
auf, zog aber noch als Kind 1916
nach
Chicago,
wo er wohlbehütet bei seinem
Onkel aufwuchs und eine
katholische Schule besuchte.
Sein Onkel war Richard Morgan,
der zeitweise für Al Capone
arbeitete und der
Bessie
Smith´s Wagen fuhr,
als sie bei einem Auffahrunfall
tödlich verunglückte (er war
auch ihr Liebhaber). Hampton
begann seine Karriere als
Schlagzeuger in Bands in Chicago
und Kalifornien (wohin er um
1927 zog). In der Les Hite Band
begann er neben Schlagzeug auch
Xylophon zu spielen. Sie wurden
bald zur Hausband von Frank
Sebastian's
New Cotton
Club, einem populären
Jazz Club in
Los
Angeles, wo
Louis
Armstrong ihn hörte.
Schon 1930 machte er Aufnahmen
auf einem Vibraphon (das
Armstrong in den NBC Studios in
Los Angeles entdeckte) mit
Armstrong, mit dem er auch im
Cotton Club in Harlem auftrat.
Durch Hampton wurde das
Vibraphon als Jazz-Instrument
populär. Bereits 1934 hatte er
eine eigene Band, bevor er für 4
Jahre bei
Benny
Goodman spielte,
dessen Orchester im November
1936 nach Los Angeles kam, um im
Palomar Ballroom zu spielen.
Durch
John
Hammond lernte
Goodman Hampton kennen, und bat
diesen, mit ihm nach
New York
zu gehen. So bildeten sie mit
Teddy
Wilson, und
Gene Krupa
das Benny Goodman Quartet. Das
Quartett war eine der ersten
rassisch integrierten Bands und
trat vor großen Publikum auf.
Während Hampton für Goodman in
New York arbeitete, machte er
mit verschiedenen kleinen
Gruppen Aufnahmen unter dem
Namen Lionel Hampton Orchestra.
1940 verließ er die Goodman-Band
und bildete seine eigene
Tourneeband. In Hamptons Band
spielten Talente wie
Illinois
Jacquet,
Dexter
Gordon,
Ernie
Royal,
Jack McVea,
Charles
Mingus,
Monk
Montgomery,
Wes
Montgomery,
Quincy
Jones,
Benny
Golson,
Fats
Navarro,
Kenny
Dorham,
Clifford
Brown,
Dinah
Washington,
Betty
Carter,
Joe
Williams,
Arnett
Cobb,
Earl
Bostic,
Art Farmer,
Clark
Terry u.v.a. Seine
Frau Gladys Hampton, die 1971
starb, war zugleich seine
Managerin.
Unter den Musikern hieß es
“Lionel treibt die Musik und
Gladys treibt das Geschäft“.
Hamptons Aufnahme von "Flying
Home" (1939) mit dem berühmten
Tenorsaxophonsolo von
Jacquet, wurde später verfeinert
und erweitert durch Cobb (1946),
es gilt für manchen als erste
Rock and
Roll-Platte. Quincy
Jones stellte fest, Hamp sei so
etwas wie ein Rock ’n’ Roller
gewesen.
Er war bekannt für seine
energische Spielweise, wie er
sie auf Vibes, Schlagzeug, und
mit seiner Zweifingertechnik am
Klavier ausübte. Beide
Instrumente Vibraphon und
Klavier, spielte Hampton auf die
selbe Art und Weise.
Mitte der
1980er
gaben Hampton und seine Band an
der Universität Idaho ein
Jazzkonzert, das
1985
Lionel Hampton Jazz Festival
genannt wurde. 1987 wurde das
Universitäts-Musikcollege in
Lionel Hampton College of Music
umbenannt, das erste und einzige
Universitäts-Musikcollege, das
nach einem Jazz-Musiker benannt
wurde. Neben seiner Musik war er
auch sozial und politisch
engagiert (auf Seiten der
Republikaner). Er war der
Initiator mehrerer
Wohnsiedlungsprojekte in Harlem
und Newark (New Jersey).
1996 kam er bei einem Hausbrand
zwar knapp mit dem Leben davon,
verlor aber alle seinen Hausrat,
seine Instrumente und
Aufzeichnungen. Lionel Hampton
starb am 31. August 2002 im
Mount
Sinai Medical Center
in New York an Herzstillstand
und wurde im
Woodlawn
Friedhof,
Bronx,
New York, begraben.
1988 erhielt er die
NEA Jazz
Masters Fellowship.
Er war mehrfacher Ehrendoktor.
1996 erhielt er von Clinton die
National Medal of Arts.
Hampton hatte auch verschiedene
Filmauftritte, u.a. in
Pennies from Heaven (1936,
ein
Bing
Crosby Film) mit
Louis Armstrong, in dem er
(unter einer Maske verdeckt)
Schlagzeug spielt. Später
erhielt er auch einen Stern im
Hollywood Walk of Fame.
Literatur
-
Lionel Hampton, James
Haskins: Hamp - an
Autobiography, Amistad
1999.