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Damalige Starclub-News |
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STARCLUB HAMBURG 13.APRIL 1963 - 31.DEZEMBER 1969 Grosse Freiheit 39 |
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STARCLUB HAMBURG 13.APRIL 1963 - 31.DEZEMBER 1969 Grosse Freiheit 39
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Copyright by JR-Project Hamburg |
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Der Sinn dieser Seite ist es, die alten Erinnerungen des legendären Hamburger Starclubs lebendig zu halten ! Der Club befand sich bis 31.12.1969 in der Strasse Grosse Freiheit 39 in Hamburg-St.Pauli. 2.rangig für diese Zeit ist es aber auch,andere bekannte Grössen aus der Öffentlichkeit jenseits des Hamburger Starclubs aus den 60er,70er + 80er - Zeiten in Erinnerung zu behalten. Also auch Sportler,Schauspieler,Popstars und Diverses. Der Name STARCLUB ist also auf diesen Seiten doppeldeutig. Hier in der Mitte des Bildes sichtbar mein / unser Original Starclub - Ausweis, unterschrieben in 1968 von Frank Dostal ( Robby Günther ) |
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Starclub-Bühne (hier: Birds and Bees) |
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Informationen |
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Bevor die ganzen Starclub-Info`s folgen,noch ein
kleiner Vermerk : So gut wie alle damaligen Bands gibt es aus
verschiedenen Gründen nicht mehr oder nicht mehr in
Original-Besetzung. Als einzige uns bekannte Band der Starclub-Zeit
sind die
TREMORS (Scotland,
heutiger Name
John Law & The Tremors
noch in Original-Besetzung !
Alles begann Ende 1959 mit dem Kaiserkeller. An der
Ecke Große Freiheit/Schmuckstraße in St. Pauli eröffnete der
Gastronom Bruno
Koschmider Hamburgs ersten Rock 'n' Roll-Club. Tür an
Tür mit Striptease-Läden und Neppkneipen standen hier plötzlich
schwitzende junge Engländer mit Lederjacken und gefährlichen
Haartollen auf der Bühne, ließen die Gitarren donnern und brüllten
dazu heisere Liebeserklärungen an Lucille , Carol , Peggy Sue und
Miss Molly durch ihre 30-Watt-Verstärker.
Für die Jugendlichen damals, die
"Halbstarken", war dieser Club eine Offenbarung. (Robby Günther
war damals 17 Jahre jung) Denn seit Bill Haley 1956 bei seiner
ersten Deutschland-Tournee in Stuttgart, Essen, Berlin und Hamburg
(Ernst-Merck-Halle) wilde Saal- und Straßenschlachten zwischen
seinen Fans und einer knüppelschwingenden, tränengaswerfenden
Polizei ausgelöst hatte, lief nichts mehr bei uns in Sachen Rock.
Eine riesige Pressekampagne hatte an schließend dafür gesorgt, daß
diese Musik, die für Erwachsene wie Obrigkeit ohnehin der Beginn des
abendländischen Untergangs war, fast völlig unter drückt wurde. Die
Moral von der Geschicht: "Schlußmachen mit diesem unsinnigen und
geistlosen Urwaldgetöse, das die Bezeichnung Konzert nicht
verdient!" forderte nach den Haley-Krawallen Bild Leser Jakob
Theobald aus Rodenkirchen. Und so geschah es auch.
Was blieb, waren dünnblütige, angepaßte Schlagerbubis wie Peter
Kraus, Tommy Kent und Ted Herold (der immerhin noch der "härteste"
von ihnen war), die amerikanische Rock-Originale so lange
verwässerten und eindeutschten, bis nichts mehr von ihnen übrig war.
Oder die sich ihre Songs gleich von der damals marktbeherrschenden
deutschen Schmand- und Schlagermafia schreiben ließen. Das war dann
auch kein Rock mehr, sondern, wie es so schön hieß, "Teenagermusik".
Auf der anderen Seite, neben der
Teenagermusik und den fast alles beherrschenden Schlagern (Leute wie
Ivo Robic, Fred Bertelmann, René Carol und Heidi Brühl machten mit
ihren Singles Millionenauflagen), gab es eigentlich nur noch Jazz,
Oldtime und Dixieland. Chris Barber, Papa Bue und Max Collie waren
die Könige, Ice Cream, Tiger Rag und Down By The Riverside ihre
Hymnen, die überall, bei unzähligen Konzerten und an jeder Ecke aus
Jazzclubs, -kellern und -kneipen erklangen. Die Exi-Szene hatte ihre
goldene Zeit.
Rockmusik dagegen verschwand fast völlig von der
Bildfläche. Nur wenige Platten von Elvis, Bill Haley und Cliff
Richard waren offiziell erhältlich. Wer auf Eddie Cochran oder Chuck
Berry scharf war, mußte sich seine Singles zeitraubend und
umständlich importieren lassen. Es gab nur einen Lichtblick: den
englischen Soldatensender BFBS und Chris Howland mit seinem "Saturday
Club" im WDR.....In diese Situation hinein öffnete der Kaiserkeller
und brachte als erster Club in Deutschland Rockmusik regelmäßig live
auf die Bühne. Als erste Gruppe war Tony Sheridan mit seiner Band
gebucht, später kamen Gruppen wie Rory Storm & the Hurricanes, Howie
Casey und Derrie Wilkie & the Seniors..... So ging es bis Anfang
1962. Tony Sheridan wurde zur Hamburger Lokalgröße, hatte mit Skinny
Minny seinen ersten Hit und nahm im Juli '61 mit den Beatles, die
gleichzeitig mit Tony im Top Ten gebucht waren und ihn zeitweilig
auch auf der Bühne begleiteten, für Polydor acht Songs auf, darunter
My Bonnie und Ain't She Sweet. Neue Gruppen kamen für mehrwöchige
Gastspiele an die Elbe, darunter Gerry & the Pacemakers und andere
Liverpooler Bands, die es zu Hause am Mersey ungleich schwerer
hatten, regelmäßig aufzutreten.
Trotzdem blieb die Entwicklung irgendwie stehen. Zwar
brachten die Clubs jetzt Rockmusik live. Richtige Stars aber, die
man von Platten und Rundfunk her kannte, traten nicht auf. Es gab
nur mehr oder minder unbekannte Bands, die vorwiegend Hits anderer
Leute nachspielten, selbst die Beatles machten da noch keine
Ausnahme. Von Größen wie Elvis, Gene Vincent oder Jerry Lee Lewis
konnte man nach wie vor nur träumen.
Zudem fehlten den Clubs wichtige Voraussetzungen, um
Rockmusik für ein größeres Publikum anbieten zu können:
Mit Ausnahme des Top Ten waren alle Läden recht
klein. Und in allen Clubs spielte nach dem Prinzip der Tanzcafés
wochenlang meist nur eine einzige Band. Es war Zeit für den
Star-Club.
Eines Morgens war St. Pauli mit grell orangefarbenen
Plakaten vollgeklebt. "Die Not hat ein Ende! Die Zeit der Dorfmusik
ist vorbei!" verkündeten die großen Lettern. Manfred Weissleder
eröffnete am 13.04.1962 mit seinem 'Star Club' auf der großen
Freiheit 39 - wie auf dem Plakat stand - die 'Rock and Twist Parade
62' , dargeboten von einer 'Ballung der europäischen Spitzenklasse'
bestehend aus The Beatles, Roy Young, The Bachelors und den
Südafrikanern 'Tex Roberg & The Graduates'. Ab Mai kamen das 'Tony
Sheridan Quartet' und 'Gerry & The Pacemakers' hinzu. Tony Sheridan:
" Die Idee zum Star Club kam, genau wie die Idee zum 'Top Ten', von
Fascher, dem späteren Geschäftsführer. Diese Idee wurde
umgesetzt vom Starclub-Gründer Manfred Weissleder ! In den Medien
wird oft Fascher als Gründer bezeichnet,was aber nicht den
Tatsachen entspricht ! Rockmusik war 1962 noch Untergrund,
Subkultur, der Sound einer kleinen radikalen Minderheit. Dazu noch
auf St. Pauli, wo mit der Faust diskutiert und mit dem Messer
kassiert wurde , mitten im Kiez Milieu - das schreckte zunächst die
breiten Kreise der Jugend und viel mehr noch ihre Eltern ab. Doch
Verbote bewirken meist das Gegenteil, und mit der Zeit kamen sie
doch alle. Einer von ihnen war Frank Dostal, der noch nicht im
Traum daran dachte, daß er später einmal als Rattles-Sänger auf der
Star-Club-Bühne stehen sollte:
"Ich war ein halbes Jahr nach der Eröffnung vom
Gründer
Manfred Wissleder
zum erstenmal da, vorher war ich nur ein paarmal im Top Ten. In den
Star-Club ging man nicht als Bürgersöhnchen, weil es hieß, da seien
nur die Rocker. Ich war vorher schon mal in so einem kleinen Lokal
in der Freiheit gewesen, und da hab ich sofort eine riesige, blutige
Schlägerei gesehen. Und als ich dann hörte, daß im Star-Club nur
Rocker seien, die ja damals durchweg sehr gewalttätig waren, bin ich
eben dort nicht hingegangen. Das hat sich aber geändert, als ich
hörte, daß die Beatles dort wieder spielten, da hab ich mich dann
mal getraut. Und ich war gleich unheimlich begeistert. Was einem bis
dahin an Unterhaltung geboten wurde, war doch entweder Fernsehen
Peter Frankenfeld oder so was, oder Jazz,so Dixieland oder Modern
Jazz. Und daß da irgendwie so Typen auf der Bühne waren, mit denen
man sich wesentlich eher identifizieren konnte und die die Musik
live machten, die man nur von Platten her kannte, das hat den
wesentlichen Kick ausgemacht. Ich bin dann auch vom erstenmal an
mindestens zweimal die Woche im Star-Club gewesen. Das war in den
Augen meiner Mutter und sonstiger Verwandter ganz schön gefährlich,
so oft nach St. Pauli zu gehen. Aber in Wirklichkeit war das ganz
cool, weil die Typen auf St. Pauli und die Portiers immergleich
gesehen haben: Der will zum Star-Club, und da haben sie uns nie dumm
angemacht. Lederjacken und so was wurden im Star-Club eigentlich
nicht getragen. Die Leute hatten alle Anzüge an, Krawatten und
Nyltesthemden. Wer damals dazu noch Cowboystiefel besaß, war ganz
besonders progressiv. Sie machten sich sorgfältig zurecht, wenn sie
hingingen, das war richtig Ausgehen. In erster Linie ging man ja
auch hin, um Musik zu hören und zu tanzen, nicht um rumzuhängen,
dazu war der Star-Club zu faszinierend . Jeden Tag war es gerammelt
voll. Der Star-Club war für die Jugend so was wie die Dame ohne
Unterleib, die totale Sensation, deshalb kamen auch immer so viele."Dafür
gab es auch noch einen anderen Grund. Frank Dostal:
„Der
Star-Club war schon am Anfang so eine Art Gegenkultur, auch wenn es
den Leuten damals nicht so bewußt war. Die gesellschaftlichen
Verhaltensnormen, die außerhalb des Star-Clubs galten, hatten hier
keine Funktion."....
Probleme gab es nur allabendlich für diejenigen im
Star-Club, die noch keine achtzehn waren. Offiziell durfte man erst
ab sechzehn herein, aber mit einer wilden Brisk-Tolle über dem
Konfirmationsanzug oder Stöckelschuhen, Lippenstift und
hochtoupierter Bienenkorbfrisur schafften es einige doch. Um 21 Uhr
50 aber, wenn die Star-Band ihren ersten Auftritt beendet hatte,
schlug per Ansage aus dem Hauslautsprecher die Stunde der Wahrheit ,
die stets etliche Gäste dazu brachte, schlagartig ein paar Jahre
älter auszusehen: "Meine Damen und Herren. in wenigen Minuten ist es
22 Uhr. Alle Jugendlichen unter achtzehn Jahren müssen jetzt den
Star-Club verlassen. Die Kellner sind angewiesen, eine
Ausweiskontrolle durchzuführen. Personen, die sich nicht ausweisen
können, müssen ebenfalls das Haus verlassen. Den Anweisungen der
Kellner ist unbedingt Folge zu leisten. In zehn Minuten geht es dann
weiter im Star-Club mit..."....Auch der 17-jährige Robby Günther
übernahm des öfteren mit Genehmigung von Bühnen-Managerin Hilde
Peters diese Durchsage.--- Robby Günther + Partner Rabenstein,
Betreiber dieser Starclub-Seite --- Bald kamen fast eine Million Besucher im
Jahr. War ein Jugendlicher in Hamburg, führte ihn sein erster Weg in
den Star-Club Hamburg. Manche reisten sogar aus England, Frankreich
und Skandinavien an, nur um ein paar Nächte im berühmten Hamburger
Star-Club an der Großen Freiheit zu verbringen. Verzweifelte Eltern
schrieben Briefe und riefen im Star-Club-Büro an, ob ihr
ausgerissener Sohn oder ihre verschwundene Tochter nicht gesehen
wurde. Je länger die Haare der männlichen Gäste wurden, desto mehr
drängten sich vor der Bühne mit der Manhattan-Skyline. Viele von
ihnen kamen jahrelang, verbrachten hier ihre Jugend und erlagen
Nacht für Nacht der Faszination des dämmrigen Saals und der
unaufhörlich rockenden Bands. Hier gab es alles, wonach man
hungerte. Man war unter sich und hatte den Sound, der nur einem
selbst gehörte. Der Star-Club war ein kleines Stück Freiheit in
einer feindlichen Welt, die von Autoritäten, Verboten und Zwängen
beherrscht war und alles, was Spaß machte, bekämpfte und zu
unterdrücken versuchte. Wie den Rock und den Beat, Sex, die langen
Haare und sogar das Jungsein überhaupt.Im Star-Club aber fand das
wahre Leben statt.
Einige Bands von damals im Hamburger
Starclub :
Tremeloes,
Beatles,
BeeGees,
Tony Sheridan,
The Move,
The Rivets,
The Rattles,
Jimi Hendrix
a.t.Experience,
Chris Andrews,
The Wonderland, The Tremors, VIPs, Spooky Tooth, Taste, Specer Davis
Group, Achim Reichel , The Creation, James Brown, Birds and Bees,
Eric Burton,
Lee Curtis,
The Faces,
The Small Faces,
Kingpins,
Ian and the Zodiacs,
Liverbirds,
Remo Four,
Screamers, Fanilla Fudge,
Frank Zappa,
und viele mehr / and many more .
Alle Fotos von hier sind geschützt !
Copyright by
JR-Project
Rabenstein / Günther
english-version by
center-of-beat.com hamburg :
in spring of 1962, garish red posters announced that
the times of village music were over. Manfred Weissleder was to open
the "Rock and Twist Parade 62" – that is what the poster said – on
13, April 1962 with his 'Star Club' on Grosse Freiheit 39 in
Hamburg. This was to be achieved by a "clustering of the European
elite" consisting of The Beatles, Roy Young, The Bachelors, and the
South African 'Tex Roberg & The Graduates'. From May onward they
were joined by 'The Tony Sheridan Quartet' and 'Gerry & The
Pacemakers'. Says Tony
Sheridan: "The idea of the Star Club, as that of the 'Top Ten Club',
came from Horst Fascher. After his falling out with Eckhorn, he saw
the 'Stern Kino' (the venue to become the Star Club) as his
opportunity to do the same over again. To go back to the 'Freiheit'
and at the same time to get back at Eckhorn and Koschmider, and once
again to be the business manager in charge of everything. And that
is exactly what happened."
Obiger Text wurde entnommen aus:
Beckmann, Dieter // Martens, Claus //
STARCLUB
//
Reinbek 1980
Hier auch etliche Fotos vom
JR-Project Robby Günther
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