When she gets there
she knows / If the stores are all closed / With a word
she can get / What she came for
(aus: "Stairway
To Heaven")
Als das Lied 1971
auf dem Album "Led Zeppelin IV" erscheint, beginnt eine
Diskussion, die bis heute unentschärft anhält. Was soll der
kryptische Text bedeuten? Und die angeblich versteckten Sprüche,
die zu hören sind, wenn man das Stück rückwärts spielt? Handelt
es sich um satanische Botschaften, wie fundamentale Christen
behaupten - schließlich sei Gitarrist Jimmy Page ein Anhänger
des Teufelsanbeters Aleister Crowley? Ist es vielleicht die
Geschichte einer Frau, die im Drogensumpf versinkt? Oder doch
nur eine Anlehnung an J.R.R. Tolkiens "Hobbit", wie Sänger
Robert Plant entnervt erklärt? Kein Zweifel besteht zumindest
daran, dass "Stairway To Heaven" nicht nur eines der
bekanntesten, sondern auch eines der beliebtesten Stücke der
Rockgeschichte ist.Was gilt auch für die Band gilt, die 1968 in
London zusammen kommt. Page ist einer der gefragtesten
Session-Musiker Englands sowie Nachfolger von Eric Clapton und
Jeff Beck bei den Yardbirds. Auf der Suche nach neuen
Mitstreitern nach deren Auflösung trifft er im Studio auf den
Bassisten John Paul Jones. Anschließend wird er bei einem
Konzert von Hobbstweedle auf den bis dahin erfolglosen Sänger
Plant aufmerksam, der seinerseits den Schlagzeuger John Bohnham
mitbringt. Nach den ersten gemeinsamen Auftritten ersetzt das
Quartett die Bezeichnung New Yardbirds mit Led Zeppelin; der
Name soll auf den Who-Bassisten John Entwistle zurück gehen, der
prophezeite, dass Pages Projekt wie "ein bleierner Ballon" ("lead
balloon") untergehen würde.Konzerte in England und Skandinavien
bringen Led Zeppelin einen mit 200 000 US$ ungewöhnlich hoch
dotierten Vertrag ein. Die Investition zahlt sich aus: Nicht nur
platziert sich ihr im Januar 1969 erschienenes, selbstbetiteltes
Debüt in den englischen und nordamerikanischen Hitparaden; mit
"Good Times, Bad Times" und "Communication Breakdown" enthält es
auch zwei klassische Stücke ihres Repertoires. Das wenige Monate
jüngere "Whole Lotta Love" aus dem Zweitling "II" schießt gleich
auf Platz vier der amerikanischen Billboard Charts.Mit ihrer
Mischung aus Hard Rock, Folk und Blues entwickeln sich Led
Zeppelin zu einer der erfolgreichsten Bands der 70er Jahre.
Plants Ausstrahlung und sein gefühlsvoller Gesang sind ebenso
unverwechselbar wie Pages virtuose Gitarre, Jones' pumpender
Bass und Bonhams wuchtiges Schlagzeug. Obwohl Radiosender ihre
Singles wegen ihrer Brisanz zunächst kaum spielen, gelangt jedes
der acht Studioalben in die hohen Etagen der Charts. Ihre
manische Suche nach Perfektion erreicht genauso Kultstatus wie
die bis zu drei Stunden langen Auftritte. Der 1973 entstandene
Film "The Song Remains The Same" (1976) gilt nach wie vor als
eine der besten Livedokumentationen überhaupt.1974 gründen Led
Zeppelin ihr eigenes Label Swan Song. Das Ergebnis ist eine
verstärkte künstlerische Freiheit, die zum Doppelalbum "Physical
Graffiti" (1975) führt. Neben Reggae-Einflüssen macht sich auch
Plants Interesse fürs Mystische zunehmend bemerkbar; eine
Änderung, die bei Fans und Kritik gemischte Gefühle auslöst. Ein
schwerer Autounfall des Sängers führt 1976 zu einer ersten
längeren Pause in der Aktivität der Band. Das schwache, während
der Genesung entstandene "Presence" (1976) führt zu spürbarem
Gegenwind. Als auch noch Plants sechsjähriger Sohn 1977 an einer
Virusinfektion stirbt, kommen erste Gerüchte über eine Trennung
Led Zeppelins auf.1978 finden sie auf Jones' Initiative noch
einmal zusammen. In ABBAs Stockholmer Studio nehmen sie "In
Through The Out Door" (1979) auf, das jedoch wie sein Vorgänger
nicht zu überzeugen vermag. Als Schlagzeuger Bonham 1980 nach
einem Konzert in England im Schlaf an seinem Erbrochenen
erstickt, geben sie ihre Auflösung bekannt.Nachdem die
Überlebenden in den 80er Jahren mehr oder weniger scheitern,
auch solo ihre Karrieren erfolgreich fortzusetzen, kommen Plant,
Page, Jones und Bonhams Sohn Jason 1988 für einen Gala-Auftritt
wieder zusammen. 1994 veröffentlichen Page und Plant mit "Unledded"
eine Art Led Zeppelin-Unplugged-Best Of. Mit dem Material gehen
sie anschließend auf Welttour, und setzen die Zusammenarbeit
1998 mit "Walking Into Clarksdale" fort.Auch anderswo sind die
ehemaligen Mitglieder aktiv. So samplen Page und Puff Daddy auf
"Come with Me" den Led Zep-Song "Kashmir" für den Soundtrack zu
"Godzilla". Jones lässt sich 1992 auf eine Zusammenarbeit mit
Diamanda Galás ein, 2002 gelingt ihm mit "The Thunderthief" ein
außergewöhliches Album unter eigenem Namen. Zur gleichen Zeit
schließt sich Plant mit Ex-Cure-Gitarrist Porl Thompson im
Studio ein und veröffentlicht "Dreamland".Led Zeppelin sind
Geschichte. Dennoch schocken sie im Juni 2003 noch einmal die
Konkurrenz, als sie mit der Live-CD "How The West Was One" aus
dem Stand die Spitze der US-Charts erobern. Die zugehörige DVD
enthält fast fünfeinhalb Stunden aufwändig recherchiertes
Material, darunter alte Fernseh-Interviews und seltene
Liveaufnahmen aus den 70er Jahren.
Gründung 1968
Auflösung 4. Dezember 1980
Genre
Hard Rock,
Bluesrock
Website
http://www.ledzeppelin.com/
Letzte Besetzung vor
der Auflösung
Gesang,
Mundharmonika
Robert Plant
E-Gitarre,
Theremin,
Mandoline
Jimmy Page
Bass,
Keyboard,
Gitarre,
Orgel,
Mellotron
John Paul Jones
Schlagzeug,
Perkussion
John Bonham
d
Zeppelin
ist eine
englische
Rockband
der späten 1960er und 1970er Jahre. Die Band ist mit 300
Millionen verkauften Alben, davon alleine 100 Millionen in den
USA, nicht nur eine der kommerziell erfolgreichsten Rockbands,
sondern gilt auch als ein Pionier des
Hard Rock
und
Heavy Metal.
Sie verarbeiteten aber auch Einflüsse anderer musikalischer
Genres wie etwa des
Blues und
der
Folkmusik.
Eines ihrer bekanntesten Lieder ist
Stairway to Heaven.
Weitere populäre Stücke sind Kashmir, Achilles Last
Stand, Whole Lotta Love, Black Dog und
Rock And Roll
Die Band
bestand von der Gründung 1968 bis zur Auflösung 1980 durchgehend
aus
Robert Plant,
Jimmy Page,
John Paul Jones
und
John Bonham;
sie löste sich auf, nachdem Bonham im September 1980 verstorben
war. Am 10. Dezember 2007 fand bei einem Konzert in London die
offizielle Re-Union von Plant, Page und Jones als 'Led Zeppelin'
statt, bei der auch John Bonhams Sohn
Jason Bonham
mitwirkte.
Bandgeschichte
Vorgeschichte und Gründung
Die Anfänge
Led Zeppelins können auf die britische Band
The Yardbirds
zurückgeführt werden. Jimmy Page spielte dort von 1966 an
zunächst Bass, später E-Gitarre. Nachdem
Jeff Beck
und später auch
Keith Relf
und
Jim McCarty
die Gruppe verlassen hatten, bauten Page und der verbliebene
Bassist Chris Dreja eine neue Band um sich auf.
Ursprünglich plante Page,
Procol Harums
Schlagzeuger B. J. Wilson und Terry Reid zu verpflichten, jedoch
erteilten ihm beide eine Absage. Letzterer empfahl jedoch Robert
Plant, der zuvor Sänger der Band Hobbstweedle gewesen
war. Dieser schlug John Bonham als Schlagzeuger vor, der bereits
mit ihm in der Band of Joy gespielt hatte. Als Dreja die
Band verließ, verpflichtete man John Paul Jones, der bereits auf
einer Session die Bereitschaft zu einem Projekt mit Page gezeigt
hatte.
Somit war
die neue Besetzung komplett. Obwohl Page das einzige ehemalige
Yardbirds-Mitglied war, trat die Band im September 1968 zunächst
noch unter dem Namen The New Yardbirds auf, da noch
bestehende Yardbirds-Verträge erfüllt werden mussten[
und änderte erst später, nach einer Minitournee in Skandinavien,
den Namen.
Eine große
Beteiligung an der Namensgebung wird meist
Keith Moon,
dem Schlagzeuger von
The Who
zugesprochen. Dieser soll sich schon 1966 bei den Aufnahmen zur
Yardbirds-Single Beck's Bolero, geäußert haben, eine Band
um Page würde „wie ein bleiernes Luftschiff abstürzen“ („The
Band will go over like a lead zeppelin“). Diese Bezeichnung
sei im Oktober 1968 schließlich von der Band übernommen worden.
Da im Englischen das Wort lead sowohl to lead [liːd]
(„führen“) als auch das Adjektiv lead [led]
(„bleiern“) bezeichnet, habe man zur Verdeutlichung der
korrekten Aussprache das a weggestrichen.
Erstes Album: Led Zeppelin
Während der
ersten U.S.-Tournee in den Wintermonaten 1968/69 agierte Led
Zeppelin zunächst noch als
Supportband
für
Vanilla Fudge,
Iron Butterfly,
Alice Cooper
und
Country Joe and the Fish.
Etwa zur
gleichen Zeit schloss die Band einen Vertrag mit
Atlantic Records
ab und nahm ihr
Debütalbum
in nur 30 Stunden im Studio auf. Am 12. Januar 1969 wurde das
Album
Led Zeppelin
schließlich veröffentlicht. Bereits auf dem Debütalbum wurden
verschiedene musikalische Genres miteinander vereint. Auf dem
Album sind in den Songs Einflüsse aus dem Blues deutlich zu
hören. In Good Times Bad Times und Communication
Breakdown ist jedoch auch ein deutlich härterer Sound zu
hören. Bei den Stücken Black Mountain Side und Babe
I'm Gonna Leave You sind hingegen Elemente des Folk
unverkennbar. Die Kritiken für das Album waren gemischt, erst im
Rückblick erhielt es von der Musikpresse überwiegend positive
Kritiken. Heute wird es als
„Wendepunkt in der Entwicklung des Hard Rock und
Heavy Metal“
bezeichnet. Das Album konnte sich jedoch auf Platz sechs der
britischen Charts platzieren und sorgte so für den Beginn einer
erfolgreichen Bandkarriere. Die Aufnahmekosten für das Album
betrugen nur 1.800 Pfund, es spielte jedoch etwa 3,5 Millionen
Pfund ein.
Im April
1969 machte man sich erneut nach Nordamerika auf. Das Debütalbum
war bei amerikanischen Radiostationen inzwischen sehr beliebt,
was einen beträchtlichen Popularitätszuwachs und steigende
Verkaufszahlen zur Folge hatte, so dass das Album Position 10
der
Billboard-Charts
erreichen konnte.
Als
bedeutsamer Faktor für die Entwicklung des Banderfolgs gilt der
Manager
Peter Grant.
Er hatte bereits die Yardbirds seit 1966 betreut und handelte
auch für Led Zeppelin Verträge aus, die zum kommerziellen Erfolg
beitrugen. Er verfolgte zudem die Strategie, sich früh auf die
U.S.-amerikanischen Bühnen zu konzentrieren. Hier konnte von
Beginn an auf die Popularität Pages aufgebaut werden, der dem
Publikum noch durch sein Yardbirds-Engagement in Erinnerung
geblieben war.
In Europa
dagegen ließ der Durchbruch etwas länger auf sich warten.
Während sich in England der Erfolg einstellte, nachdem man durch
fünf Liveauftritte bei den Radiosendern der
BBC im
März und Juni 1969 auf sich aufmerksam machen konnte, waren die
Reaktionen auf dem europäischen Festland zunächst sehr
zurückhaltend. Exemplarisch dafür ist der Auftritt Led Zeppelins
bei der
ARD-Sendung
Beat-Club:
Ende März 1969 spielte man in den Studios von Radio Bremen u. a.
die Songs Babe I'm Gonna Leave You und You Shook Me
ein. Die Beat-Club-Produzenten waren von den Darbietungen der
Band allerdings wenig beeindruckt, so dass das aufgezeichnete
Material zunächst nicht ausgestrahlt wurde. Erst als im Frühjahr
1970 der Song Whole Lotta Love in Deutschland populär
wurde, griff man für die Produktion eines Videoclips auf das
aufgezeichnete Filmmaterial zurück. Der Clip wurde am 28. März
1970 innerhalb des Beat-Club 53 ausgestrahlt und war mit der
Studioversion von Whole Lotta Love unterlegt. Die
Audiospuren der Originalaufzeichnung wurden nicht verwendet.
Nach den
ernüchternden Erfahrungen mit dem Beat-Club und zwei
vorausgegangenen, aus Sicht der Band misslungenen TV-Auftritten
in Dänemark und Frankreich im März 1969 beschlossen Band und
Management, sich zukünftig von dem Medium Fernsehen
fernzuhalten. Nach Aussagen von Jimmy Page sei man nach den
negativen TV-Erfahrungen zu der Meinung gelangt, dass man nicht
in das „Pop-Format“ der Sender gepasst habe und diese es nicht
verstanden hätten, eine neuartige Band wie Led Zeppelin
angemessen zu präsentieren. Als Resultat konzentrierte sich die
Band nahezu ausschließlich auf Alben und Liveauftritte.
Der Weg zum Erfolg
Alben (Staatenlegende)
- Led
Zeppelin (1969)
- D: 32
| UK: 6 | US: 10
- Led
Zeppelin II (1969)
- D: 1
| UK: 1 | US: 1
- Led
Zeppelin III (1970)
- D: 2
| UK: 1 | US: 1
-
(Led Zeppelin IV) (1971)
- D: 9
| UK: 1 | US: 2
- Houses
Of The Holy (1973)
- D: 8
| A: 3 (15.05.1973) 12 Wo. | UK: 1 | US:
1
- Physical
Graffiti (1975)
- D: 17
| UK: 1 | A: 2 (15.04.1975) 12 Wo. | US:
1
- Presence
(1976)
- D: 27
| UK: 1 | US: 1
- The Song
Remains The Same (OST) (1976)
- D: 28
| UK: 1 | US: 2
- In
Through The Out Door (1979)
- D: 28
| A: 20 (15.10.1979) 4 Wo. | UK: 1 | US:
1
- Coda
(1982)
- D: 43
| UK: 4 | US: 6
-
Remasters (1990)
- D: 32
(1997) | A: 19 (13.01.1991) 10 Wo. | CH: 24
(18.11.1990) 13 Wo. | UK: 10 | US: 47
- BBC
Sessions (1997)
- UK:
23 | US: 12
- Early
Days - The Best Of Led Zeppelin Remastered (1999)
- D: 79
| A: 23 (09.01.2000) 8 Wo. | CH: 84
(19.12.1999) 7 Wo. | UK: 11 | US: 71
- Latter
Days - The Best Of (2000)
- D: 71
| A: 23 (09.01.2000) 8 Wo. | UK: 40 | US:
81
- Best Of
Led Zeppelin 1+2 (2002)
- D: 96
| US: 116
- How The
West Was Won - Livealbum (2003)
- D: 15
| A: 17 (08.06.2003) 6 Wo. | CH: 20
(08.06.2003) 10 Wo. | UK: 5 | US: 1
- DVD
(2003)
- D: 18
-
Mothership (2007)
- D: 4
| A: 4 (23.11.2007) | CH: 5 (25.11.2007) |
UK: 4 | US: 7
Singles
(Staatenlegende)
- Good
Times Bad Times (1969)
- US:
80
- Living
Loving Maid (1970)
- US:
65
- Whole
Lotta Love (1970)
- D: 1
| A: 3 (15.03.1970) 16 Wo. | CH: 5
(10.03.1970) 9 Wo. | UK: 21 (1997) 2 Wo. | US:
4
-
Immigrant Song (1971)
- D: 6
| A: 13 (15.05.1971) 4 Wo.| CH: 4
(26.01.1971) 10 Wo. | US: 16
- Black
Dog (1972)
- D: 22
| CH: 6 (22.02.1972) 8 Wo. | US: 15
- Rock And
Roll (1972)
- D: 13
| US: 47
- The
Ocean (1973)
- D: 8
- Over The
Hills And Far Away (1973)
- US:
51
- D'yer
Mak'er (1973)
- US:
20
- Trampled
Underfoot (1975)
- US:
38
- Fool In
The Rain (1980)
- US:
21
- Stairway
To Heaven (2007)
- CH:
17 (25.11.2007) 6 Wo. | UK: 37 4 Wo.
- Kashmir
(2007)
- CH:
64 (25.11.2007) 3 Wo.
Das zweite
Album, schlicht
Led Zeppelin II
benannt, folgte dem gleichen Stil wie das Debüt. Es beinhaltet
unter anderem Heartbreaker und Whole Lotta Love,
die von einprägsamen
Gitarrenriffs
gekennzeichnet sind. Für das Cover wurde ein altes Gruppenbild
mit dem
Roten Baron
verwendet. Das Album erreichte Position eins der US-Charts, wo
es das Beatles-Album
Abbey Road
verdrängte. Der Rolling Stone beschrieb Page aufgrund seiner
musikalischen Leistung als „absolute number-one heaviest
white blues guitarist“.
Im Rahmen
einer Europatournee gab die Band im Frühjahr 1970 die ersten
vier Konzerte in Deutschland, angefangen mit einem Auftritt im
Münchner Circus-Krone-Bau am 8. März. Die Tournee wurde, wie
auch alle späteren Auftritte in Deutschland, von der
Konzertagentur
Lippmann
&
Rau
veranstaltet.
Für die
Aufnahmen zu ihrem dritten Album
Led Zeppelin III
zog sich die Band zum Bron-Yr-Aur, einem abgelegenen
Landhaus ohne Stromversorgung in
Wales,
zurück. Daraus resultierte ein eher akustischer Sound, der stark
durch
keltische
Musik und
Folkmusik
beeinflusst war und eine neue Seite von Jimmy Pages
musikalischer Vielseitigkeit enthüllte, wie beispielsweise in
Gallows Pole und Tangerine zu hören ist.
Eröffnungsstück ist der legendäre Immigrant Song, zu dem
Robert Plant
auf der Island-Tour im Sommer 1970 inspiriert wurde. Nach dem
Aufenthaltsort wurden auch die Lieder Bron-Yr-Aur (später
auf Physical Graffiti erschienen) und Bron-Yr-Aur
Stomp (auf dem Cover von
Led Zeppelin III
fälschlicherweise Bron-Y-Aur Stomp betitelt) benannt.
Led Zeppelin III
schließt mit Hats Off to (Roy) Harper, einer Hommage an
den
britischen
Singer-Songwriter
Roy Harper.
Weltruhm
Nach
erfolgreichen Tourneen durch Nordamerika und Japan im Sommer
1971 erschien im November das nur mit vier kryptischen Symbolen
(
) betitelte vierte Album der Band. Bekannt wurde dieser
Tonträger unter den Bezeichnungen
Led Zeppelin IV
oder Four Symbols. Mit dem Eröffnungsstück Black Dog
schuf die Band einen Hardrocksong, der sowohl Plants Gesang, als
auch die musikalischen Fähigkeiten von Gitarrist Page und Bonham
hervorhebt. Rock And Roll zeugt von den stilistischen
Ursprüngen des
Hard Rock
im
Rock ’n’ Roll
der 50er und 60er Jahre. Das Paradestück der Platte ist die
Rockballade
Stairway to Heaven,
die wohl das bekannteste Lied der Band ist. Gelegentlich wird
Stairway To Heaven als bester und einflussreichster Rocksong
aller Zeiten gehandelt. Weitere bekannte Stücke sind der
Folkrocksong
Going To California und die Ballade When The Levee
Breaks. Die Platte wurde überwiegend im Headley Grange,
einem abgelegenen Landhaus in Hampshire aufgenommen. Das Album
erhielt nicht nur gute Kritiken, sondern verkaufte sich auch
äußerst gut. Alleine in den USA wurden bis heute 23 Millionen
Exemplare verkauft. Damit zählt es dort zu den vier am
häufigsten verkauften Alben.
Im Jahr
1972 folgten drei kurze Tourneen, die die Band neben Australien
und Neuseeland abermals in den USA und Japan auftreten ließen.
Auf besagter und einer späteren Tour durch die USA reisten die
Musiker in einem eigenen Flugzeug, einer
Boeing 720.[13]
Nach zwei Auftritten im schweizerischen
Montreux
begann im November eine viermonatige Tournee durch
Großbritannien.
Nach einer
Europatour im März 1973 folgte mit
Houses of the Holy
das fünfte Album und eine erfolgreiche US-Tournee. Bei den drei
letzten Konzerten der Tour im New Yorker
Madison Square Garden
entstand ein Großteil der Film- und Tonaufnahmen für den 1976
erschienenen Konzertfilm
The Song Remains the Same
und den gleichnamigen
Soundtrack.
Die Arbeit an dem Konzertfilm wurde im Herbst fortgesetzt.
1974
gründete Led Zeppelin das eigene, aber Atlantic Records
untergeordnete Label
Swan Song Records.
Außer der Band unterschrieben auch unter anderem
Bad Company,
The Pretty Things
und
Maggie Bell
bei dem Label. Für die Gestaltung des Logos wurde das Bild
Evening, Fall of Day (1869) von William Rimmer
verwendet, das
Apollo
darstellt. Dieses Logo wurde auf vielen Fanartikeln abgedruckt.
Ihr erstes
Doppelalbum
Physical Graffiti
nahmen die vier Musiker im Jahre 1974 auf. Das Album erschien im
Frühjahr 1975 und beinhaltet neben neuen auch schon früher
geschriebene Stücke, die aus den Sessions für die letzten drei
Alben übrig geblieben waren. Einer der bekanntesten und beim
Live-Publikum beliebtesten Songs des Albums ist Kashmir,
ein Stück, in dem die Musiker orientalische Einflüsse
verarbeiteten. Nach eigenen Angaben ist der fünfte Titel
Trampled Under Foot
Robert Plants
Lieblingslied von Led Zeppelin.
Weitere Tourneen
Zu Beginn
des Jahres 1975 unternahm man zunächst eine weitere US-Tournee.
Nach zwei Jahren Bühnenabstinenz in Großbritannien gab die Band
außerdem fünf Konzerte vor insgesamt 85.000 Zuschauern im
Londoner
Earl's Court Exhibition Centre,
von dem Mitschnitte später auf einer DVD veröffentlicht wurden.
Im August
des Jahres, kurz vor dem Beginn einer geplanten Stadiontournee
durch die USA, wurden
Robert Plant
und seine Frau in einen Autounfall auf
Rhodos
verwickelt, bei dem Plant sich seinen Knöchel brach. Da es somit
unmöglich war, die Tour anzutreten, beschloss die Band, mit der
Arbeit an einem neuen Album zu beginnen. Bei den Aufnahmen zu
ihrem sechsten Studioalbum
Presence
in den Münchener
Musicland Studios
saß Robert Plant notgedrungen im Rollstuhl bzw. einem Sessel.
Im
Spätherbst 1976 wurden schließlich der Konzertfilm
The Song Remains the Same
und der begleitende
Soundtrack
veröffentlicht. Obwohl die Konzertaufnahmen von 1973 stammten,
blieb der Film für mehr als 20 Jahre das einzige Dokument der
Liveauftritte von Led Zeppelin. Die Livemitschnitte sind
durchsetzt von
psychedelischen
Spielfilmsequenzen und Szenen aus dem Backstagebereich.
Eine weitere
umfangreiche US-Tour, die ebenfalls innerhalb weniger Tage nach
ihrer Ankündigung ausverkauft war, folgte 1977. Auf dieser Tour
spielte die Band vor jeweils circa 20.000 Zuschauern sechs
ausverkaufte Konzerte hintereinander im New Yorker Madison
Square Garden. Kurz vor Ende der Tour - die Band hatte noch
sieben restlos ausverkaufte Konzerte vor sich - erreichte Robert
Plant die Nachricht, dass sein fünfjähriger Sohn Karac am 26.
Juli an einer Virusinfektion verstorben war. Die Tournee wurde
daraufhin abgebrochen.
Nach diesem
Vorfall im Sommer 1977 kam die Band erst im Mai 1978 wieder zu
Probeaufnahmen in Wales zusammen, wo mit der Arbeit an einem
neuen Album begonnen wurde. Aufgenommen wurde
In Through the Out Door,
das achte Werk der Band im November in den Stockholmer Polar
Studios. Erscheinungstermin war im August 1979, nach zwei
Auftritten vor jeweils über 100.000 Zuschauern beim
Knebworth-Festival in Stevenage.
Bereits während
des Festivals kam es zu Spannungen zwischen Peter Grant und
Festivalpromoter Freddy Bannister bezüglich der tatsächlichen
Höhe der Zuschauerzahlen, die nach den vertraglichen
Vereinbarungen ein Faktor bei der Berechnung der fälligen
Lizenzgebühren waren. Die Lizenz galt für jeweils 100.000
Zuschauer. Aufgrund stark konträrer Angaben von Bannister und
den örtlichen Behörden in Stevenage nach dem ersten Festivaltag
stellte Grant vor dem zweiten Konzert eigenes Personal an den
Einlässen ab, um die tatsächliche Besucherzahl zu ermitteln.
Nach dem Festival beauftragte Grant zusätzlich ein unabhängiges
Institut in Nassau, die Zuschauerzahlen anhand von Luftaufnahmen
festzustellen. So standen schließlich den Angaben von Bannister
(104.000 Zuschauer am 4.8. und 40.000 am 11.8.) Grants Zahlen
gegenüber (218.000 am 4.8. und 187.000 am 11.8.). Der Disput
endete mit dem Rückzug Freddy Bannisters aus dem
Promotiongeschäft und dem Konkurs seiner Firma Tedoar Ltd.
Tod John Bonhams und Auflösung
1980 unternahmen
Led Zeppelin eine Europatournee, die auch durch neun deutsche
Städte führte. Während des Auftritts am 26. Juni 1980 in der
Wiener Stadthalle wurde Jimmy Page von einem Feuerwerkskörper
getroffen. Die Band verließ daraufhin die Bühne und kehrte erst
zurück, nachdem der Täter, ein Student, ermittelt worden war.
Das Konzert in der Nürnberger Messehalle A am 27. Juni 1980
musste ebenfalls vorzeitig nach nur drei Songs abgebrochen
werden, da Schlagzeuger John Bonham während des Spielens
zusammenbrach. Es folgten noch sechs weitere Konzerte in Zürich,
Frankfurt, zweimal in Mannheim, München und Berlin. Am 7. Juli
gab man in der Berliner Eissporthalle jenes Konzert, welches zum
letzten Led-Zeppelin-Konzert für mehr als 25 Jahre werden
sollte.
Am 25. September
wurde John Bonham tot in seinem Bett in Jimmy Pages Haus in
Windsor aufgefunden. Er erstickte im Schlaf an seinem
Erbrochenen, was gemeinhin als Folge übermäßigen Alkoholkonsums
bewertet wurde. Die übrigen Bandmitglieder beschlossen
daraufhin, Led Zeppelin aufzulösen. In einer Presseerklärung
machten sie am 4. Dezember 1980 deutlich, dass es ihnen nicht
möglich sei, ohne John Bonham zu spielen.
Projekte 1980 – 1990
Aufgrund
vertraglicher Verpflichtungen gegenüber
Atlantic Records
musste das bandeigene Label
Swan Song Records
noch ein Studioalbum vorlegen. Jimmy Page stellte daraufhin aus
bisher nicht veröffentlichten Live- und Studio-Einspielungen aus
der Zeit von 1969 bis 1978 das letzte Led-Zeppelin-Album
Coda
zusammen. Es erschien im November 1982.
1981 ergab
sich eine kurzfristige Zusammenarbeit Pages und Plants mit
Chris Squire
und
Alan White
von
Yes unter
dem Namen
XYZ (Ex
Yes Zeppelin), aus der sich aber kein langfristiges Engagement
entwickelte. Einige der Songideen erschienen später als Bootleg
und auf Alben von
The Firm
und
Yes.
Im Jahr
1984 erschien mit The Honeydrippers, Vol. 1 das einzige
Album der
gleichnamigen Band,
die 1981 als Projekt von Robert Plant gegründet worden war. Sein
Ziel dabei war es, zu seinen musikalischen Wurzeln aus der Zeit
vor Led Zeppelin zurückzukehren:
Blues,
Rock ’n’ Roll
und
R&B. Zu
den Mitgliedern gehörten neben Jimmy Page auch
Jeff Beck,
Nile Rodgers
(Chic),
Robbie Blunt,
Andy Sylvester
(Savoy
Brown) und
andere.
1985 traten
die verbliebenen Led-Zeppelin-Bandmitglieder mit
Phil Collins
am Schlagzeug bei
Live Aid
auf. Allerdings waren Page, Plant und Jones mit der Qualität
ihres Auftritts dermaßen unzufrieden, dass sie ihr
Einverständnis verweigerten, das entsprechende Filmmaterial zum
Bestandteil des 2004 erschienenen, offiziellen 4-DVD-Sets
Live Aid freizugeben. Stattdessen spendete man aus eigener
Tasche für die Sudan-Hilfe.[18]
Im Mai 1988 traten sie dann mit dem Sohn John Bonhams,
Jason Bonham,
beim 40-jährigen Jubiläum ihrer vormaligen Plattenfirma Atlantic
Records auf.
Die 1990er Jahre
Anfang der 1990er
Jahre begab sich Jimmy Page erneut ins Studio und mischte nach
und nach sämtliche alte Platten neu digital ab.
Im Sommer
1994 kamen Page und Plant für einen Fernsehauftritt im Rahmen
der Reihe
MTV Unplugged
in London zusammen. Hierbei wurden alte Led-Zeppelin-Stücke mit
arabischen Musikern und dem
London Metropolitan Orchestra
neu arrangiert eingespielt. Die allgemeine Resonanz auf die
Ausstrahlung der entsprechenden MTV-Sendung, betitelt
No Quarter - Unledded, war derart positiv, dass man von den
MTV-Aufnahmen eine offizielle CD (Jimmy Page & Robert Plant -
No Quarter) herausgab. 2004 folgte dazu die DVD
Jimmy Page & Robert Plant - No Quarter Unledded.
Es
entwickelte sich eine weiterführende Zusammenarbeit der beiden
Ex-Led-Zeppelin-Bandmitglieder, in deren Rahmen es 1995/1996 zu
einer erfolgreichen einjährigen Welttournee mit 115 Konzerten
kam, u. a. auch im Münchener Olympiastadion und am 26. Juli 1995
in der Londoner
Wembley-Arena,
wo sich der ehemalige Manager der Band, Peter Grant, im Publikum
befand. Im folgenden November verstarb Peter Grant.
Bei ihrer
Aufnahme in die
Rock and Roll Hall of Fame,
ebenfalls 1995, spielte erneut Jason Bonham Schlagzeug.
1997 nahm
man zusammen das Studioalbum Walking Into Clarksdale (Page
& Plant) auf,
das jedoch nicht zu einem Verkaufserfolg wurde. Außerdem wurde
das Album BBC Sessions veröffentlicht, das 1969 in den
BBC-Studios entstandene Aufnahmen und den Mitschnitt eines
Konzertes im Londoner Paris Theatre vom 1. April 1971
enthält.
Nach einer
weiteren Welttournee 1998 mit 89 Konzerten beendete man die
Zusammenarbeit aufgrund des Wunsches von Robert Plant nach
musikalischer Neuorientierung. 1998 wurde Kashmir unter Mithilfe
von Jimmy Page von
Puff Daddy
für den Film
Godzilla
neu aufgelegt.
1999 und
2000 spielte Page gemeinsam mit der amerikanischen (Blues-)Rockband
The Black Crowes
mehrere Konzerte, deren Setlists überwiegend aus
Led-Zeppelin-Stücken bestanden. Die im Jahr 2000 veröffentlichte
Doppel-CD
Live at the Greek
dokumentiert diese Zusammenarbeit.
Led Zeppelin nach 2000
2001
standen Page und Plant nochmals gemeinsam auf der Bühne beim
Montreux Jazz Festival.
Im Jahre 2003 wurde schließlich mit der Dreifach-CD How the
West Was Won, eine Dokumentation der Live-Auftritte der
Band, veröffentlicht. Enthalten sind Konzertmitschnitte im LA
Forum vom 25. Juni 1972 und in der Long Beach Arena zwei Tage
später.
Im gleichen
Jahr erschien mit der Led Zeppelin DVD eine Retrospektive
auf zwei DVDs mit 5½ Stunden Material, die Konzertmitschnitte
von Auftritten in der
Royal Albert Hall
(1970), im
Madison Square Garden
(1973), in
Earls Court
(1975) und in
Knebworth
(1979) enthält. Zudem werden Interviews mit den Musikern
gezeigt.
Wiedervereinigung 2007
2007 wurden
verschiedene Gerüchte bekannt, demzufolge es möglich sei, dass
Led Zeppelin eine Reunion-Tour in alter Besetzung spielen
könnte. Diese
Gerüchte wurden zum Teil in einer Pressekonferenz am 12.
September 2007 offiziell bestätigt, als ein - vorerst einmaliges
- Konzert in London angekündigt wurde. Für das Live-Comeback der
Band am 10. Dezember 2007 in der
O2 Arena
in London zu Ehren des 2006 verstorbenen Gründers der
Plattenfirma
Atlantic Records
und Mit-Entdecker von Led Zeppelin,
Ahmet Ertegün,
haben sich nach Angaben des Veranstalters mehr als 20 Millionen
Menschen für Eintrittskarten registrieren lassen, deren
Zuteilung über eine Lotterie erfolgte. Insgesamt wurden etwa
20.000 Eintrittskarten ausgegeben, die pro Stück 125 £ (ca. 183
€) kosteten. Neben Plant, Page und Jones stand bei dem Konzert
John Bonhams Sohn
Jason Bonham
als Schlagzeuger auf der Bühne. Außer Led Zeppelin, die zum
ersten Mal seit 1980 wieder unter diesem Namen eine Bühne
betraten, spielten weitere Musiker wie z.B.
Paolo Nutini,
Paul Rodgers(Ex-Free),
Foreigner
und
Bill Wyman
bei dem Benefiz-Konzert für Ertegüns Stiftung.
Laut
Medienberichten verkündete bei einem Konzert der Band
The Cult
in der amerikanischen Stadt Cincinatti am 17. November 2007
deren Sänger
Ian Astbury,
seine Band würde im nächsten Jahr im Vorprogramm der Welttournee
von Led Zeppelin spielen. Weder das Management von "The Cult"
noch das von Led Zeppelin kommentierte die Äußerung bislang.
Bei einem
Pressetermin in Tokyo zur Präsentation des Albums Mothership
ließ Jimmy Page am 28. Januar 2008 verlauten, daß er bereit sei,
in absehbarer Zeit mit Led Zeppelin auf Welttournee zu gehen
Stil und Wirkung
Musikalische Elemente
Neben
Rock ’n’ Roll,
Blues und
Folkmusik,
die den Stil vieler Rockbands prägten, verwendete Led Zeppelin
auch Elemente vieler anderer Genres. Der
atonale
Zwischenteil aus Whole Lotta Love steht beispielhaft für
psychedelische
Elemente.
Jimmy Page
und Robert Plant wurden musikalisch vom
Blues
beeinflusst: Sowohl der Led-Zeppelin-Hit Whole Lotta Love
(im Original: I Need Your Love), als auch Lemon Song
(im Original: Killing Floor) stammen ursprünglich aus der
Feder von
Willie Dixon.
Die Band war auch vom amerikanischen Rock 'n' Roll angetan und
spielte Songs von
Elvis Presley
(A Mess Of Blues) und
Eddie Cochran
(Something Else). Weitere Beispiele für Stücke anderer
Künstler, die Led Zeppelin neu interpretierte, sind Babe I'm
Gonna Leave You von
Joan Baez,
Black Mountain Side (Bert
Jansch, im Original
Blackwaterside), Dazed And Confused (Jake
Holmes), I Can't Quit You
Baby (Otis
Rush) und Lemon Song von
Howlin' Wolf.
Besonders
markant ist Jimmy Pages Gitarrenspiel. Statt der in der
Rockmusik klassischen E-Gitarre verwendete er bei vielen Songs
eine Akustikgitarre. Dabei gebrauchte er häufig die
DADGAD-Stimmung,
die fast nur in der Folkmusik verwendet wird. Auch sonst war
sein Stil häufig experimentell: In The Battle of Evermore
spielt er
Mandoline,
in Whole Lotta Love
Theremin.
Bekannt ist auch sein Einsatz von Doppelhalsgitarren, gewöhnlich
einer
Gibson EDS-1275.
Die meisten
Texte wurden von Plant geschrieben. Häufig enthalten sie
mystische Elemente, wie etwa in Stairway to Heaven. Der
Song Ramble On nimmt inhaltlichen Bezug auf
J. R. R. Tolkiens
Herr der Ringe:
„T'was in the
darkest depth of Mordor
I met a girl so fair,
But Gollum, the evil one crept up
And slipped away with her “
Die
Bühnenshows von Led Zeppelin konnten über drei Stunden dauern;
ausufernde und improvisierte Live-Versionen ihres
Song-Repertoires beinhalteten oft auch Bearbeitungen von
John Lee Hooker,
James Brown,
Stax und
Motown-beeinflusster
Funk- und
Soulmusik.
Beginn von Stairway to Heaven
Markantestes Stück des vierten Albums und wohl bekanntestes Lied
von Led Zeppelin ist die über acht Minuten lange Rock-Ballade
Stairway to Heaven.
Es wurde oft unterstellt, Jimmy Page habe in diesem Lied eine
satanistische Botschaft eingebaut oder einbauen lassen, die zu
hören sei, wenn man den Refrain rückwärts ablaufen ließe - es
kursieren mehrere Versionen des Wortlauts dieser vermeintlichen
Botschaft. Mit derartigen Pressekampagnen musste sich die Band
während ihrer gesamten Geschichte auseinandersetzen, bedingt vor
allem durch das bekannte Interesse Jimmy Pages am
Okkultismus.
Rezeption und Bedeutung
Bei der
Musikpresse stieß der unkonventionelle Stil der Band im
Allgemeinen auf Ablehnung. Die renommierte
Frankfurter Allgemeine Zeitung
beschrieb das Konzert in Frankfurt am 18. Juli 1970 als
„langweiliges Gestammel aus undifferenzierten Effekten“:
„Plant ist ein
ziemlicher Schreihals, der, obwohl schwarze Blues-Sänger zu
seinen Idolen gehören, wenig von schwarzer Gesangskunst
gelernt hat. Er vermag sein Gebrüll weder zu musikalisieren,
noch mit „Seele“ zu füllen.“
–
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Insbesondere zum
Rolling Stone
hatte die Band ein sehr schlechtes Verhältnis. Die Zeitschrift
hatte die Zuschrift eines College-Schülers als Review zur ersten
und zweiten LP veröffentlicht, worin schlechte musikalische
Qualitäten bescheinigt wurden. Erst 1975 gab die Band dem
Rolling Stone ein Interview.
Die
Bandmitglieder gaben selten Interviews und konzentrierten sich
stärker auf ihre Alben und Tourneen als auf TV-Auftritte.
Teilweise verweigerten sie sich den gängigen Gepflogenheiten der
Musikindustrie.
Das
vierte Album
etwa bekam keinen Namen, sondern wurde mit vier Symbolen
gekennzeichnet, um die Bedeutung der Musik zu betonen.
„Names, titles
and things like that do not mean a thing. (zu Deutsch:
„Namen, Titel und solche Sachen bedeuten nichts“)“
–
Jimmy
Page
Die
Veröffentlichung profitabler
Singles
geschah meist nur auf Druck ihrer Plattenfirma
Atlantic Records.
So erschien ihr bekanntester Song Stairway to Heaven, der
in erheblichem Umfang zum Bekanntheitsgrad der Band beitrug, nie
als Single. In Großbritannien wurde keine einzige Single
veröffentlicht.
Neben
vielen anderen Musikern räumen auch die Mitglieder der Gruppe
Guns N’ Roses
offen ein, sich Led Zeppelin als Vorbild genommen zu haben.
Gitarrist
Slash
wirkte beispielsweise 1997 auf einem Tribute-Album mit. Zudem
herrscht die Meinung vor, dass der schwere, typische „Led
Zeppelin-Sound“ dem
Grunge
den Weg geebnet hat.[27]
Beispielsweise sagten Mitglieder der Band
Nirvana,
insbesondere
Dave Grohl,
dass sie große Fans der Band waren.[28]
Auch Musiker aus dem Umfeld des Pop weisen darauf hin:
„Ich wurde in
Kolumbien geboren, aber von Bands wie Led Zeppelin, The Cure,
[…] beeinflusst. […] Ich liebte diesen Rocksound sehr.“
–
Shakira
Die Lieder
wurden vielfach von Musikern unterschiedlicher Genres gecovert.
Auch zahlreiche bedeutende Künstler spielten Led-Zeppelin-Songs
live oder nahmen sie im Studio auf, unter anderem die
Jazzmusiker
Frank Zappa
und
Joe Bonamassa,
die Progressive-Rock-Bands
Dream Theater
und
Tool
sowie weitere renommierte Bands wie
Iron Maiden,
Van Halen,
Zakk Wylde,
Pearl Jam
und die deutschen Bands
Grave Digger
und
Puhdys.
Da
Robert Plant
den Gesangs- und Kleidungsstil eines stereotypischen
Hardrock-Sängers
begründete,
Jimmy Page's
Gitarrensolos sehr beliebt und häufig gecovert wurden und
John Bonham
erheblichen Einfluss auf Stil und Technik vieler Schlagzeuger
nach ihm bewirkt hatte, können Led Zeppelin bis heute als
prototypische
Hardrock-Band
gesehen werden. Die Bedeutung der Band lässt sich noch heute an
den Verkaufszahlen festmachen: Seit 1990, mehr als zehn Jahre
nach der Auflösung, wurden mehr als zwanzig Millionen Alben
verkauft. 38% der Käufe wurden von Fans unter 25 Jahren
getätigt, was darauf hinweist, dass auch jüngere Menschen noch
die Musik Led Zeppelins hören.
Diskografie
Studioalben
|
Weitere offizielle
Veröffentlichungen
|
Auszeichnungen
- Am 22.
Mai 2006 wurde Led Zeppelin als „große Pioniere der
Rockmusik“ mit dem
Polar Music Prize
ausgezeichnet. Der Polar Music Prize des schwedischen
Stifters Stig Anderson gilt als inoffizieller Nobelpreis für
Musik. Die drei noch lebenden Band-Mitglieder erschienen bei
der Verleihung in Stockholm.
- Der
Fernsehsender
VH1
listete Led Zeppelin an erster Stelle der 100 greatest
artists of hard rock.
- Das
Musikmagazin Guitar World listete das Lied
Stairway to Heaven 2007 auf Platz 1 der „Best Guitar
Solos“.
Alben
|
Jahr |
Album |
USA |
UK |
D |
A |
CH |
| 01/1969 |
Led Zeppelin |
10 |
6 |
32 |
~ |
~ |
| 10/1969 |
Led Zeppelin
II |
1 |
1 |
1 |
~ |
~ |
| 10/1970 |
Led Zeppelin
III |
1 |
1 |
3 |
~ |
~ |
| 11/1971 |
Led Zeppelin IV
(auch bekannt als Four Symbols, Zoso
oder Untitled ) |
1 |
1 |
9 |
~ |
~ |
| 03/1973 |
Houses of
the Holy |
1 |
1 |
8 |
3 |
~ |
| 02/1975 |
Physical
Graffiti |
1 |
1 |
17 |
2 |
~ |
| 03/1976 |
Presence |
1 |
1 |
27 |
~ |
~ |
| 09/1976 |
The Song Remains the Same
(Live) |
2 |
1 |
~ |
~ |
~ |
| 08/1979 |
In Through
the Out Door |
1 |
1 |
28 |
20 |
~ |
| 11/1982 |
Coda |
6 |
4 |
43 |
~ |
~ |
|
Jahr |
Album |
USA |
UK |
D |
A |
CH |
| 09/1990 |
Remasters |
47 |
10 |
13 |
19 |
24 |
| 09/1990 |
Led
Zeppelin Box Set Vol.1 |
18 |
~ |
~ |
~ |
~ |
| 09/1993 |
Led
Zeppelin Box Set Vol.2 |
87 |
56 |
~ |
~ |
~ |
| 11/1997 |
BBC
Sessions |
12 |
23 |
~ |
~ |
~ |
| 11/1999 |
Early Days:
The Best Of Led Zeppelin Vol.1 |
71 |
55 |
79 |
23 |
84 |
| 03/2000 |
Latter
Days: The Best Of Led Zeppelin Vol.2 |
81 |
40 |
71 |
~ |
~ |
| ??/2000 |
Early Days
& Latter Days: The Best Of L.Z. |
~ |
~ |
96 |
~ |
~ |
| 03/2003 |
How the West Was Won
(Live) |
1 |
5 |
15 |
17 |
20 |
|
Jahr |
Album |
USA |
UK |
D |
A |
CH |
DVD
- Led
Zeppelin (2003): D# 18
Literatur
-
Richard Cole, Richard Trubo: Led Zeppelin – Stairway to
Heaven, Simon + Schuster Uk, 1. Auflage der dt. Ausgabe,
1993.
ISBN 978-0-7434-8985-0
- Paul
Kendall, Dave Lewis: Led Zeppelin talking,
Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 2004 (Orig. 1981).
ISBN 3-89602-497-3
- Dave
Lewis: The Tight But Loose Files – Celebration 2,
Music Sales Corporation, 2004.
ISBN 1-84449-056-4
- Dave
Lewis, Simon Pallett: Led Zeppelin: The Concert File,
2. Auflage. Omnibus Press, 2005.
ISBN 1-84449-659-7
- Luis
Rey: Led Zeppelin Live. An Illustrated Exploration of
Underground Tapes, 3. Auflage. Hot Wacks Press, 1997.
ISBN 0-9698080-7-0
- Jürgen
Seibold: Led Zeppelin, Paul Zsolnay Verlag, Wien
1993.
ISBN 3-552-05110-4
-
Ritchie Yorke: Led Zeppelin – Biographie einer Band,
vgs verlagsgesellschaft, Köln 1994.
ISBN 3-8025-2287-7
-
Musikexpress
(Sonderheft): Led Zeppelin - Die Musik und die Geschichte
der ultimativen Rockband, Axel Springer Young Mediahouse,
München Oktober 2004; 146 Seiten. Mit bisher
unveröffentlichten Fotos und einem Vorwort von
Dave Grohl.
Entstanden in Zusammenarbeit mit der britischen
Musikzeitschrift
Q.