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Die Gruppe The
Nice wurde im August 1967 von
Begleitmusikern der Sängerin
P. P. Arnold
gegründet.
Keith Emerson
(Keyboards, Orgel),
David O'List
(Gitarre, Gesang),
Brian Davison
(Schlagzeug) und
Lee Jackson
(Bass, Gesang) vereinten in ihrem Musikstil
Jazz und
Rock mit der
klassischen Musik. Zu ihren Interpretationen
gehören beispielsweise Werke von
Leonard Bernstein
(America aus Westside Story),
Johann Sebastian Bach
(Ars Longa Vita Brevis,
Brandenburgisches Konzert) und
Jean Sibelius (Intermezzo
from the Karelia suite).
Bandgeschichte
Nach einem
Auftritt beim Windsor Blues Festival bekamen sie
schon bald einen Plattenvertrag von Immediate
angeboten. 1968 erschien darauf hin ihr
Debütalbum The Thoughts of Emerlist Davjack.
Das Album ist sehr an die Orgelmusik von Johann
Sebastian Bach angelehnt. Emersons Orgelspiel
verdrängte aber den Gitarristen O'List von der
Bildfläche, der kurz darauf ausschied.
Im Juli des
Jahres kam die Cover-Version von Bernsteins
America in höhere Gefilde der Charts. Auch
sonst erregte die Single große Aufmerksamkeit.
Das Cover bestand aus einer Zusammenstellung
verschiedener Bilder der Köpfe von
Robert Kennedy
und
Martin Luther King.
Bei einem Konzert in der
Royal Albert Hall
in London ging bei America auch noch eine
US-Flagge in Flammen auf. Dies führte zu einem
lebenslangen Auftrittsverbot für die Royal
Albert Hall.
Auf Ars Longa
Vita Brevis, das Ende 1968 auf den Markt
kam, waren verschiedene Überarbeitungen
klassischer Stücke, unter anderem von Bach,
Sibelius und
Tschaikowski,
zu hören. Vom Stil her vereinigten sie auf dem
Album Einflüsse aus Rock,
Blues und Jazz.
1969 erschien das
Album Nice, das in den britischen Charts
unter die „Top 5“ vorrückte. Es enthielt sehr
reichhaltige, symphonisch anmutende
Instrumentierungen und wurde von Kritikern
hochgelobt. Im Oktober des Jahres wurde Emersons
Five Bridges Suite aufgeführt, für die
ein Londoner Symphonieorchester angeheuert
worden war.
Im
darauffolgenden Jahr tourten The Nice durch
Europa und spielten auf dem Prager Beat
Festival. Kurz vor einer geplanten US-Tournee
gab Emerson aber überraschend die Trennung der
Nice bekannt. Am 30. März 1970 gab die Band ihr
Abschiedskonzert im
Berliner Sportpalast.
Postum erschienen 1971 die LP Elegy und
der
Sampler
Autumn '67 – Spring '68.
Keith Emerson
gründete mit
Greg Lake (King
Crimson) und
Carl Palmer (Crazy
World of Arthur Brown) die Gruppe
Emerson, Lake & Palmer
(ELP).
Lee Jackson
gründete die Gruppe
Jackson Heights
und Brian Davison die Gruppe
Brian Davison's Every
Which Way.
Brian Davison und
Lee Jackson gründeten 1974 zusammen mit
Keyboarder
Patrick Moraz
die Gruppe
Refugee, welche
jedoch nur für eine LP zusammen blieb, da Moraz
zu
Yes wechselte.
Im März 2007 ist bei der englischen Plattenfirma
Voiceprint eine
Konzertaufnahme aus der
Newcastle City
Hall (1974) veröffentlicht worden, die zwei
stark umkomponierte The-Nice-Covers (The
Diamond hard blue Apples of the Moon und
She belongs to me) enthält.
Jackson und
Davison beendeten nach der Auflösung von Refugee
ihre Musikerkarriere, bis
Keith Emerson
The Nice 2002 für kurze Zeit wiederbelebte.
In diesem Jahr
vereinigte sich die Gruppe wieder für eine Reihe
von Live-Konzerten, eines von ihnen wurde 2003
unter dem Titel Vivacitas – Live at Glasgow
2002 veröffentlicht.
Diskografie
Studioalben
- 1967 - The
Thoughts of Emerlist Davjack
- 1968 - Ars
Longa Vita Brevis
- 1969 - Nice
- 1970 - Five
Bridges
- 1971 - Elegy
Konzertalben
- 2003 - Keith
Emerson and The Nice: Vivacitas - Live at
Glasgow 2002
Kompilationen
- 1972 -
Autumn '67 - Spring '68
- 1998 - The
Immediate Years (3-CD-Box)
- 2000 -
America - The BBC Sessions
- 2000 -
Beat-Club - The Best of '68 (DVD; u. a. mit
The Nice - Hang on to a Dream)
- 2001 - The
Swedish Radio Sessions [1967]
- 2002 - BBC
Sessions
-
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Emerson, Lake &
Palmer gehörten bei ihrer Gründung zu den
wenigen Bands, deren Mitglieder bereits eine
musikalische Reputation vorzuweisen hatten.
Keyboarder
Keith Emerson
feierte bereits ab 1968 mit dem
Klassik-Rock-Trio
The Nice
internationale Erfolge.
Greg Lake hatte
als Sänger und Bassist mit
King Crimson
die britischen Album-Top-Ten gestürmt.
Als sich beide
Musiker mit ihren Bands bei einem gemeinsamen
Konzert von
Nice und
King Crimson am
10. Dezember 1969 im Fillmore West in San
Francisco erstmals trafen, waren sie zu diesem
Zeitpunkt mit ihrer musikalischen Situation
dennoch unzufrieden. Emerson fühlten sich bei
The Nice von
seinen Mitmusikern Lee Jackson und Brian Davison
unterfordert, während Lake im ständigen Streit
mit Crimson-Boss Robert Fripp lag.
Die beiden
ausgeprägten Individualisten kamen hinter der
Bühne miteinander ins Gespräch. Obwohl Emerson
nach eigenen Aussagen schon damals eine gewisse
Aversion gegen Lakes leicht überheblich wirkende
Art verspürte, vereinbarten beide, in Kontakt zu
bleiben. Zurück in England, beschlossen sie die
Gründung einer neuen Band. Hierfür benötigten
sie jedoch noch einen Schlagzeuger. Erste
Versuche mit dem Jimi Hendrix-Drummer-Mitch
Mitchell fruchteten jedoch nicht.
Nachdem
Keith Emerson
das Debüt-Album von
Atomic Rooster
gehört hatte, war mit dem erst 19-jährigen
Drummer
Carl Palmer ein
neuer Name im Gespräch. Palmer reagierte jedoch
skeptisch auf das Angebot , weil er er
Atomic Rooster
eigentlich nicht verlassen wollte .
Nach einigen
Proben und Überredungskünsten von Emerson und
Lake entschloss sich Palmer doch, in das
geplante Projekt einzusteigen. Einem ersten
Konzert in kleinerem Rahmen am 23. August 1970
in der Guildhall in Plymouth folgte sechs Tage
später die Teilnahme am berühmten "Isle Of
Wight-Festival", wo das Trio mit einer
extravaganten Performance für Aufsehen sorgte.
Nachdem Emerson
und Lake das Konzert mit Böllerschüssen aus zwei
antiken Kanonen beendet hatten, hinterließ die
Band ein nthusiastisches Publikum. "Am Tag nach
unserem Auftritt waren wir weltweit bekannt",
erinnert sich Greg Lake. Doch die ersten
Kritiker hatten nach dem "Über-Nacht-Erfolg" von
ELP bereits ihre giftige Feder gespitzt. Der
berühmte Radio-DJ John Peel bezeichnete die
Performance als "tragische Verschwendung von
Talent und Elektrizität". Im November 1970
folgte das schlicht betitelte Plattendebüt
namens
Emerson, Lake & Palmer.
Top-Ten-Platzierungen des Debütalbums,
spektakuläre Konzerte mit einem Keith Emerson,
der seine Orgel mit Messern traktierte sowie die
Hit-Single "Lucky Man" sorgten für einen rasch
wachsenden Bekanntheitsgrad. Mit dem
nachfolgenden Album
Tarkus, dass im
Juli 1971 auf den Markt kam, etablierte sich die
Band endgültig als so genannte "Supergroup".
Tarkus wurde
zum weltweiten Bestseller und alle drei
Mitglieder gewannen die
Musikerpolls in
fast allen Kategorien. "Emerson, Lake & Palmer
und ihr Bombastsound setzten sich 1971 weltweit
durch" schrieb Jahre später der MUSIK-EXPRESS.
"ELP in Concert" am 20. Mai 1974 im
Hallenstadion/Zürich.
Gleichzeitig
hatte das Trio mit seiner Bearbeitung von
Mussorgskys
Pictures At An Exhibition
bereits einen furiosen Konzerthöhepunkt im
Programm, der noch im gleichen Jahr, nur wenige
Monate nach
Tarkus, als
Live-Mitschnitt veröffentlicht wurde. Auch
dieses Album stürmte weltweit die Charts. Obwohl
von einigen Kritikern als größenwahnsinnige "Pop-Karajans"
(SOUNDS) gescholten, wurde die Band vom
Rockpublikum begeistert gefeiert. Durch die
Klassik-Rock-Kombination von
Pictures At an Exhibition
ernteten ELP auch die Akzeptanz bei Anhängern
der sogenannten E-Musik.
Das im Juni 1972
veröffentlichte Album
Trilogy
erweiterte den hohen Standard der Band sowohl in
musikalischer als auch kommerzieller Hinsicht.
Das Album präsentierte ein immenses
musikalisches Spektrum von Klassik über Country
bis hin zu Rock und Ragtime. Allerdings waren
einige Stücke so komplex ausgefallen, daß sie
auf der Bühne kaum noch reproduzierbar waren.
Einige Kritiker
warfen der Band hingegen nur noch
Überperfektionismus vor, andere Journalisten
entwickelten eher ambivalente Gefühle. "Vor der
Musik von ELP hat man Respekt, aber man
empfindet keine wirkliche Sympathie für sie",
schrieb Hans-Jürgen Günther 1972 im SOUNDS. Die
Fans sahen das anders: Emerson, Lake & Palmer
konnten ihre Konzerte mittlerweile in
Fußballstadien absolvieren Als erste Popband
entwickelten sie ein eigenes Bühnenset, um mit
Licht und Effekten den dramaturgischen Aspekt
ihrer Musik auch visuell zu unterstützen.
Gigantische Videoprojektionen zählten 1974
zum ELP-Standard.
Während ihrer
aufwendigen Konzerttournee unter dem Motto "Get
Me A Ladder", die das Trio 1973 durch
Deutschland, Belgien, Frankreich, Schweiz,
Dänemark, Schweden, Österreich und Italien
führte, arbeiteten ELP parallel an ihrem neuen
Studioalbum, daß im November 1973 unter dem
Titel
Brain Salad Surgery
veröffentlicht wurde.
Mit diesem
Platte, die in einem, vom Schweizer Maler H. R.
Giger ("Alien") aufwendig entworfenen, Cover
steckte, hatten ELP ein Höchstmaß an
Studiogigantomie erreicht. Der erste polyphone
Synthesizerprototyp, Sprachcomputer und
elektronische Perkussion sorgten für eine
futuristisch anmutende Musik, die sowohl
künstlerisch als auch kommerziell ein voller
Erfolg war.
Eine erneut
aufwendige Welttournee mit technischen
Spielereien wie Quadrofonie,
Laserstrahlgewitter, Explosionen, Dia-Shows,
einem rotierenden Drumset und einem Flügel, der
Purzelbäume schlug, machten ELP-Konzerte zu den
einem Multimedia-Erlebniss. Nach ihrem
vorläufigen Abschlußkonzert am 24. August 1974
im New Yorker Central Park beschloss das Trio
eine längere Pause einzulegen.
Mit der Dreier
Live-LP
Welcome Back My Friends To The
Show That Never Ends — Ladies And Gentlemen
legten ELP ein eindrucksvolles Klangdokument
ihrer Show vor. Die Platte gelangte als erstes
Dreieralbum in die amerikanischen Top-Ten-Charts.
Mit dem ein Jahr zuvor von der Band gegründeten
Label "Manticore" sollten zudem junge
Nachwuchskünstler gefördert werden. Doch das
ehrgeizige Vorhaben verlief trotz mehrerer
Veröffentlichungen (Peter Sinfield, PFM und
Salty Dog) spätestens 1977 im Sande.
Ab 1975 herrschte
gespenstische Ruhe um das Trio. Nur
Greg Lake
sorgte im Dezember des gleichen Jahres mit
seiner Weihnachtssingle "I Believe in Father
Christas" für Furore und Platz 2 in der
englischen Hitparade. Ein Jahr später schaffte
Keith Emerson
mit einer Version von Meade Lux Lewis´ "Hong
Tonk Train Blues" in England immerhin Platz 21.
Carl Palmer
produzierte das Album "Activity" der Gruppe Back
Door und widmete sich auf seinem Steuerexil in
Teneriffa dem Studium der Karate und der
klassischen Perkussion.
Als sich Emerson,
Lake & Palmer nach einer zweieinhalbjährigen
Ruhepause im Frühjahr 1977 mit dem aufwendig
gestalteten Doppelalbum
Works Volume 1
zurückmeldeten, war der so genannte "Symphonic-Rock",
mit dem die Band assoziiert wurde, bei Kritikern
und einer stetig wachsenden Anzahl von Hörern
ziemlich in Verruf geraten.
Bands wie Pink
Floyd, Yes und ELP befanden sich im Visier der
seit 1976 immer stärker werdenden Punk- und New
Wave-Bewegung, die ihnen vorwarf, durch
bombastische Shows und überambitionierte Musik
den Kontakt zum Publikum verloren zu haben. ELP
gaben sich von den Vorwürfen unbeeindruckt und
setzten ihrer Bombastattitüde vielmehr die Krone
auf: Die Kompositionen auf
Works Vol. 1
wurden fast durchweg von einem Sinfonieorchester
begleitet.
Works Vol. 1
war allerdings weniger ein Bandprodukt als
vielmehr eine Zusammenfassung der solistischen
Aktivitäten von Emerson, Lake & Palmer, die
eigentlich für die angekündigten, aber nie
erschienen Soloprojekte gedacht waren.
Works Vol. 1
war auf der einen Seite ein durchaus
bemerkensswerter Versuch dem Gruppensound neue
Impulse zu verleihen, auf der anderen Seite
wirkte die Band nach der mehrjährigen Pause
etwas orientierungslos. Die Kritiken zum Album
fielen verhalten bis vernichtend aus. Die Fans
wandten sich aufgrund der unerwarteten
Musikmixtur allmählich ab, so daß
Works Vol. 1
nicht mehr die Spitze der Charts erreichte. ELP
sah sich plötzlich mit einem veränderten
Publikumsgeschmack konfrontiert, der ihnen
langsam das Wasser abzugraben drohte.
Auch Emersons
Orgeleskapaden konnten den Absturz von ELP nicht
mehr stoppen.
Dennoch rüstete
das Trio zu einer gigantischen Welttournee. Als
erste Rockband nahmen sie ein 70-köpfiges
Orchester plus Chor mit auf die Reise, um den
sinfonischen Charakter des Works-Albums auch auf
der Konzertbühne zu ermöglichen. Der
Kostenaufwand mit 63 Roadies und 250 Tonnen
Equipment, das mit acht Sattelschleppern durch
die USA kutschiert wurde war, enorm. Vor dem
ersten Konzert am 24. Mai 1977 in Louisvolle,
Kentucky waren schon eine Million Dollar in das
riskante Unternehmen investiert worden.
Dabei schlugen
auch die persönlichen Extravaganzen der drei
Herren zu Buche: Emerson nahm kistenweise teuren
Champagner und exklusiven Burgunder mit auf
Reisen, Lake leistete sich einen eigenen
Luxusbus mit allen Extras und Palmer nahm die
Dienste eines persönlichen Karatetrainers in
Anspruch.
Die Show wurde
zunächst von der Presse enthusiastisch gelobt.
Die NEW YORK TIMES schrieb vom "lautesten, aber
auch klangschönsten Symphonieorchster der Welt"
und die LA-PRESSE aus Montreal schwärmte: "Wenn
sie aus diesem Konzert herauskommen, werden sie
kein Wort mehr über Pink Floyd verlieren."
Drei
Konzertabsagen in Tampa, Cleveland und Pittsburg,
die hohen Kosten und eine teilweise bescheidene
Besucherresonanz während der US-Tournee brachten
ELP, die viel von ihrem Privatvermögen
investiert hatten, schnell in finanzielle
Schwierigkeiten. Die Konzerttermine musste
schließlich radikal zusammengestrichen werden.
Letzte Funken aus dem
Ribbon Controller.
Um die Kosten zu
minimieren und die immensen Schulden abzutragen,
setzte ELP die Tournee ab Mitte Juni zumeist als
Trio fort. Optionale Konzerte in Asien und
Europa wurden nicht mehr verwirklicht. Die im
November 1977 veröffentlichte Platte
Works Volume 2
mutete wie eine Resteverwertung an und floppte
entsprechend. Die einstige Supergruppe der
siebziger Jahre verschwand in Rekordzeit aus dem
öffentlichen Interesse. ELP galten in den Zeiten
von Punk und "Saturday Night Fever" als
musikalischer Anachronismus. Noch gab sich das
Triumvirat aber nicht geschlagen. Im November
1978 veröffentlichten sie auf Druck der
Plattenfirma das Album
Love Beach.
Doch das Trio
hatte sich am Aufnahmeort Nassau auf den Bahamas
völlig zerstritten und nahm Teile des Albums
separat auf.
Love Beach
entpuppte sich kommerziell als völliger
Mißerfolg. Von Öffentlichkeit und Presse kaum
wahrgenommen, trennte sich das Trio dann Ende
1979 offiziell, allerdings nicht ohne den
miserablen Konzertmitschnitt ihrer
1977/78er-Tour namens
In Concert auf
den Markt zu werfen. Wolfgang Bauduin
bezeichnetediese Platte im MUSIK-EXPRESS als
"Aprilscherz". in einem Zeitraum von zwei Jahren
war aus dem einst schlagzeilenträchtigen Namen
"Emerson, Lake & Palmer" eine unauffällige
Randnotiz geworden.
"Wir sind eine
Band mit Persönlichkeit und brauchen uns dafür
nicht zu entschuldigen", lautete Greg Lakes
Statement, als die Band nach 14 Jahren
Abwesenheit 1992, mit dem Album
Black Moon
ein Comeback startete. Bereits 1987 hatten sich
Keith Emerson,
Greg Lake und
Carl Palmer zu
Sessions getroffen, aus denen aber keine
konkreten Pläne erwuchsen, weil sich Emerson und
Lake bereits während der Proben verkrachten .
Beim zweiten
Anlauf ab 1991 war angeblich zunächst nur
geplant die Auftragsarbeit für eine Filmmusik zu
komponieren. Doch die drei Mitglieder rauften
sich bei den Aufnahmen wieder zusammen, weil die
neu gegründete Plattenfirma Victory großes
Interesse an einem ELP-Comeback signalisierte.
Als Produzent von
Black Moon
saß Mark Mancina im Sessel, der später unter
anderem die Soundtracks für Filme wie "Speed", "Twister"
und "Tarzan" komponierte.
Die Musik auf
Black Moon
klang moderat modern. Zum erstenmal konnte die
Band neue Technologie wie Computersoftware und
MIDI einsetzen. Mit diesen neuen Werkzeugen
fabrizierte ELP u.a. Softrockversionen von
Prokofiefs "Romeo und Juliet" und
keyboardlastigen Stampf-Rock wie beim Titelsong.
Den Rest bildeten Lake-Balladen, kommerzielle
Popsongs sowie ein Klaviersolo von Keith
Emerson.
Die neunziger
Jahre waren schwierig für Gruppen wie ELP. Der
Pathostrock, wie ihn Yes, Genesis und eben auch
ELP in den Siebziger Jahren massenkompatibel
zelebriert hatten, war vollkommen aus der Mode
geraten. Entsprechend zurückhaltend war dann
auch die Resonanz bei Kritikern und Käufern.
Trotzdem kam die Promotionsmaschinerie wieder
ans Laufen. ELP waren u. a. zu Gast in Thomas
Gottschalks Show "Wetten dass", wo das Trio den
Titelsong in voller Länge präsentieren durfte.
Obwohl von Gottschalk enthusiastisch angekündigt
("Zu dieser Musik habe ich früher getanzt"(?!?))
zeigte sich das anwesende Publikum eher ratlos.
Auch in den internationalen Charts war das Werk
kaum vertreten.
ELP is back in Verona
1992.
Die anschließende
Welttournee wurde dennoch ein Erfolg. Fühere
Anhänger dürsteten nach den alten Klassikern und
bereiteten dem Trio bei den Konzerten einen
enthusiastischen Empfang. Dennoch fehlte den
Auftritten insgesamt die frühere Dynamik, Magie
und Ausdruckskraft.
Von den Konzerten
wurde im Januar 1993 der Mitschnitt
Live At The Royal Albert
Hall veröffentlicht. Im November des
gleichen Jahres brachte die Plattenfirma die
4-CD-Box
Return Of The Manticore
auf den Markt, die alte Tracks von ELP und
Neubearbeitungen alter
Nice,
King Crimson
und
Arthur Brown
enthielt. Dazu gab´s zwei Neuversionen von den
ELP-Oldies wie "Pictures At An Exhibition" und
"I Believe In Father Christmas", die mit
Dolby-Surround und Gospelchor aufgeppt wurden.
Der Mann vor dem Moog. Keith Emerson 1992 mit
ELP-Käppchen. (
Im September 1994
erschien dann mit
In the Hot Seat
wieder eine neue Studioproduktion, die unter
sehr ungünstigen Umständen zustande kam. Bereits
bei der vorangegangenen Tournee verschlimmerten
sich Emersons Armschmerzen. Der Keyboarder
musste sich einer komplizierten Operation
unterziehen, was ihn anschließend im Spielen
stark einschränkte. Zudem ließen sich die drei
einstmals "sehr selbstbewußten Individuen", wie
schon bei
Love Beach, von
der Plattenfirma unter Druck setzen, um ein
kommerzielles Album abzuliefern. Produzent Keith
Olsen verpaßte dem Trio ein stromlinienförmiges
Klangkorsett, bei dem kaum noch etwas an ELP
erinnerte.
Die Platte wurde
verkaufsmäßig ein völliger Reinfall. Wegen
Emersons Rekonvaleszenz und interner
Zwistigkeiten konnte keine Tournee gestartet
werden. Zwei Jahre herrschte wieder Ruhe um das
Trio. 1996 begab man sich dann als Anheizer für
Jethro Tull zu einigen US-Gigs. Diese Auftritte
wie auch andere mit Dream Theater und Deep
Purple offenbarten bis zum Jahr 1998 jedoch eher
den künstlerischen Niedergang von ELP.
Vor den geplanten
Aufnahmen für ein neues Studioalbum verkrachten
sich ELP im Dezember 1998 erneut.
Greg Lake
beanspruchte die Produzententätigkeit , womit
Keith Emerson
und
Carl Palmer
nicht einverstanden waren. Seitdem ruht das
Unternehmen ELP.
Carl Palmer und
Keith Emerson
schließen eine Wiedervereinigung nicht aus, doch
Greg Lake zeigt
bislang wenig Interesse.
© Bernd F.
Hoffmann
Quellen:
Edward Macan: Endless Enigma: A Musial Biography
Of Emerson, Lake & Palmer
George Forrester, Martyn Hanson, Frank Askew:
The Show That Never Ends: A Musical Biography
Keith Emerson: Pictures Of An Exhibitionist
www.emersonlakepalmer.com
www.greglake.com
Obiger Text wurde entnommen aus:
wikipedia.org + 2. Teil von
emersonlakepalmer.de
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