Spooky Tooth , 1967 in London gegründet, mischte vitale Blues-Töne mit sanften Beatles-Harmonien zu "cremigen Slow-Sounds, die sich einen Song griffen und ihn durch eine langsame, orgiastische Bearbeitung zogen, wobei die Gruppe weit davon entfernt schien, heavy zu klingen, obwohl sie es in besonders starkem Maße war" ("Melody Maker").
Stilmarkierungen lieferten das dominierende Duo von schwerfälliger Orgel und behutsam eingesetztem Cembalo sowie das Kontrastgespann von Mike Harrisons belegtem, beinahe grobem Blues-Bariton und Gary Wrights klagendem Falsett. Harrison (voc, kb), geboren am 3. September 1945 in Carlisle, hatte 1966 in Carlisle, Nordengland, die V.I.P.'s gegründet, bei denen eine Zeitlang auch Keith Emerson mitspielte. Nach dem Umzug an die Themse taufte sich die Combo in Art um. Als Ende 1967 der Amerikaner Gary Wright, geboren am 26. April 1946 in Englewood, New Jersey, Ex-Psychologiestudent in Berlin, dazustieß, war Spooky Tooth geboren. Außer Harrison und Wright spielten Luther Grosvenor (g), Michael Kellie (dr), Greg Ridley (bg), der 1969 zu Humble Pie ging und von Andy Leigh abgelöst wurde. Auf den ersten zwei LPs erwiesen sich die Musiker als ungemein vielseitige Top-Instrumentalisten, die ihre Bluesformeln mit Gospel-, Country- und Popballaden-Variationen vorzüglich aufzulockern wußten und in effektvollen Power-Vokalisen vortrugen. 1969 geriet die Gruppe in eine Krise, als ihr der französische Elektronik-Experimentator Pierre Henry die Mitarbeit an einem religiösen Konzeptalbum antrug. Der von Wright komponierte Musikbeitrag der Spooky Tooth wurde von Henry ohne vorherige Absprache mit synthetischen Klängen garniert und unter dem Titel Ceremony als unverträglicher Stilmischmasch herausgebracht. Wright wollte die Band jedoch weiterhin auf dieser experimentellen Route sehen, während die übrigen Spieler eine Rückkehr zu ihrem blueslastigen Markenklang anstrebten. Bevor es 1970 zum endgültigen Bruch kam, nahm die Gruppe in der veränderten Besetzung Harrison, Grosvenor, Kellie sowie Henry McCullough (g), Chris Stainton (bg, p), Alan Spenner (bg) die LP The Last Puff auf, die mit Elton Johns Son Of Your Father und dem Beatles-Stück I Am The Walrus zwei phantasievoll bearbeitete Fremdkompositionen enthielt, die kompetenter klangen als die Originale. Nach der Auflösung ging Grosvenor nach einem SoloAlbum zu Stealers Wheel, Kellie schloß sich vorübergehend Peter Framptons Camel an, Wright versuchte einen Alleingang mit Wonderwheel, die ihn auf zwei Solo-Sessions begleiteten, Harrison nahm ebenfalls Einzel-LPs auf. Da jedoch keinem ein befriedigender Durchbruch gelang, reformierten sich Spooky Tooth 1972 mit einem Teil der alten Mitspieler. Nach einem Kurzgastspiel von Bryston Graham (dr), Ian Herbert (bg) festigte sich die Band 1973 vorübergehend mit Harrison, Wright, Kellie, Mick Jones (g), Chris Stewart (bg), aber schon ein Jahr später gab es erneut tiefgreifende Personalwechsel. Von den ursprünglichen Tooth war nun nur noch Wright übriggeblieben. Doch die Band machte mit Mick Jones (g), Mike Patto (kb, dr, perc), Bryston Graham (dr), Val Burke (voc, bg) auf der LP The Mirror wieder ausgereiften Heavy Rock, wie man ihn seit The Last Puff (1970) nicht mehr unter diesem Bandnamen gehört hatte. Nach diversen Querelen machte sich Wright 1974 selbständig; der Tooth fiel endgültig aus.
LPs auf Island: It's All About (1968) Spooky Two (1969) Ceremony (mit Pierre Henry, 1969) The Last Puff (1970)
You Broke My Heart So I Busted Your Jaw (1973) Witness (1973) The Mirror (1974) The Best Of (1976)
als Art auf Island: Supernatural Fairytales (1967) Solo-LP Andrew Leigh auf Sire: Magician (1970)
Solo-LP Luther Grosvenor auf Island: Under Open Skies (1971) Solo-LPs Mike Harrison auf Island: Mike Harrison (1971)
Smokestack Lightning (1972) Rainbow Rider (1975) Solo-LPs Gary Wright auf A&M: Extractions (1971)
Footprint (1972) Ring Of Changes (1972) That Was Only Yesterday (1976)
auf Warner Bros.: Dream Weaver (1976) Light Of Smiles (1976) Touch And Gone (1977)
Heading Home (1978) The Right Place (1981)
auf Intercord: Who I Am (1989) auf HWM: First Signs Of Life (1995)
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