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Frank Zappa war
amerikanischer
Komponist,
Gitarrist,
Arrangeur, Producer,
Film-Regisseur, eine
der innovativsten
und
einflussreichsten,
aber auch
umstrittensten
Figuren der
Rockgeschichte, der
mit seiner Kritik am
"American Way of
Life" auf
Unverständnis und
Ablehnung stieß.
Zappa, Frank Vincent
Jr. wurde am 21.
Dezember 1940 als
Sohn sizilianisch -
griechischer
Einwanderer in
Baltimore, Maryland
geboren.Frank
Zappa´s Familie zog
1950 nach Lancaster,
Kalifornien. Hier
hatte Frank jedoch
kaum Freunde und
galt als
Außenseiter. In
der Schule lernte er
dann aber u.a. " Don
van Vliet" kennen,
der später als "Captain
Beefheart" zur
Subkultur -
Prominenz gehören
sollte. Mit ihm
unternahm Zappa
erste Gehversuche im
Rock-Business.Zappa
vereinbarte schon in
Jugendjahren völlig
unterschiedliche
Musikstile:
schwarzen Rhythm &
Blues und
avantgardistische
E-Musik. Als
15jähriger begann er
bereits, angeregt
durch Kompositionen
seines Idols Edgard
Varese , Orchester-
und Kammermusik zu
schreiben.Seinen
ersten öffentlichen
Auftritt hatte er im
Frühjahr 1951 als
Schlagzeuger in San
Diego mit einer
Schulband. Mit dem
Gitarrenspiel begann
er erst 1956. Sein
erstes Musikstück
war eine
Kompositionsszizze
für eine
Perkussionsgruppe,
ein Beitrag für ein
Schulwettbewerb.Er
beschäftigte sich zu
jener Zeit schon mit
Musiktheorie und
experimentierte als
Achtzehnjähriger mit
serieller Musik.
Nach dem High-School
- Abschluss im Jahre
1958 absolvierte er
Kurse in Harmonie-
und
Kompositionslehre
und übte sich im
Komponieren und
Partituren
schreiben.Während
die ersten Jahre
seines musikalischen
Schaffens von
Orchestermusik und
moderner Musik
geprägt waren, wurde
sein Interesse für
R&B erst mehrere
Jahre später
geweckt. Zuerst
musste er jedoch
feststellen, das
seine Versuche in
Zwölftonmusik,
aufgeführt, nicht
einmal ihm selbst
gefielen und das er
damit keinen müden
Dollar verdienen
konnte. Dieses war
jedoch notwendig, da
er sein Elternhaus
inzwischen verlassen
hatte. Seine ersten
finanziellen Erfolge
Ende der 50er Jahre
in der U- und
Popular- und Film-
Musik ließen ihn
immer mehr von
seinen E- Musik
Perspektiven
abrücken.Die ersten
Rock & Roll Songs
entstanden, als
Zappa 18jährig in
kurzlebigen Bands
versuchte, seinen
Lebensunterhalt mit
dieser Art von Musik
Geld zu verdienen.
Außerdem spielte er
jetzt neben
Schlagzeug und
Gitarre auch
Vibraphon, Klavier
und Orgel. Die erste
Band hieß: The
"Blackouts", aus der
später "The Omens"
wurden. Zu dieser
Zeit verdiente er
sich seinen
Lebensunterhalt auch
als Barpianist . In
"The Omens" spielte
er u.a. mit seinem
College-Freund Don
Van Vliet zusammen,
mit dessen prä-Magic
Band - "The Soots"
Frank in seinem
"Studio Z" in
Cucamonga - das er
sich 1963 von seinen
Filmmusikeinnahmen
leisten konnte -
mehrere Aufnahmen
machte. Diese Band
fiel jedoch schnell
wieder
auseinander.In
diesen Tagen wirkte
er des öfteren bei
Avantgardekonzerten
mit und spielte in
Bands wie "Joe
Perrino & The
Mellotones", "The
Boogiemen" sowie "The
Muthers", einem
Trio, dem auch Paul
Woods (b) und Les
Papp (dr)
angehörten. Darüber
hinaus arbeitete
Frank Zappa als
professioneller
Producer für lokale
Bands, darunter
"Baby Ray & The
Ferns & The
Penguins".Jedoch
wurden die
Aktivitäten im
"Studio Z" im dem
spießigen
Provinznest
argwöhnisch
betrachtet. Und dann
ließ die örtliche
Polizei das Studio
wegen einiger auf
einem Tonband
sichergestellten
Beischlafgeräusche
und angeblicher
"sexueller
Perversionen"
schließen. Frank
wurde zu 10 Tagen
Haft verurteilt mit
der
Bewährungsauflage in
den nächsten Jahren
mit keiner
unverheirateten Frau
unter 21 Jahren in
Kontakt zu treten,
außer in Gegenwart
eines
Erziehungsberechtigten.
Frank hierzu: "Ein
total perverses
Urteil". Die
beanstandeten
Tonbandgeräusche
tauchten dann aber
etwa zwei Jahre
später in ähnlicher
Form im "Mothers
Song - Help I Am A
Rock - " wieder auf.
Er verkaufte das
Studio in der
spießigen Gegend und
zog nach Los
Angeles.Gegen Ende
des Jahres 1964
schloss sich Frank
der Band "Soul
Gaints" an, mit der
zusammen er bereits
früher u.a. für
"Baby Ray & The
Ferns und The
Penguins" komponiert
hatte, die aus dem
Sänger Ray Collins,
dem Bassisten Roy
Estrada, dem
Schlagzeuger Jimmy
Carl Black und einem
Saxofonisten namens
David Coronado
bestand. Dieser
schied jedoch bald
aus, nachdem Frank
nicht nur der neue
Gitarrist, sondern
binnen kurzem auch
der Chef der Band
wurde.Das Programm
der Band, die sich
alsbald in "The
Mothers" umbenannten
wurde nach und nach
von Soul-Nummern zu
Frank Zappa´s
Kompositionen
umgestellt. Die
Mothers spielten in
der Folgezeit selten
mehr als ein Konzert
am selben Ort. Sie
wurden gefeuert,
weil die
Clubbesitzer sauer
wurden, weil sich
dem Tanzpublikum die
Beine bei dem Takt-
und Tempoänderungen
verknoteten.
Außerdem waren in
ihren Stücken viele
Stolperrhytmen und
verwirrende Breaks
zu finden. Wagten
dann doch einmal ein
paar Tanzende
Hit-Musik Wünsche zu
äußern, wurden die
Stücke zu einer
verballhornten
Spontanparodie.
Derlei
Hit-Zerstücklung und
das rüde Umspringen
mit dem zahlenden
Publikum vergraulte
zwar die
Clubbesitzer, doch
es trug stark zu der
sich stetig
ausweitenden
Freak-Subkultur und
zum Underground -
Mythos der Mother´s
bei.Da die Band mit
ihren
Durchschnittsalter
von 26 Jahren für
eine erfolgreiche
Pop-Band eh zu alt
war, praktizierten
sie unter Zappa´s
Regie das andere
Extrem: das bizarre,
skurrile, hässliche,
ausgeflippte.
Provokation und
garstiges freakiges
Äußeres wurden ihr
Programminhalt.
Neben den Mothers
wirkten selbst die
Rolling Stones wie
eine brave
Pfadfindergruppe.Und
Frank Zappa´s
Rechnung ging auf.
Der Freund und
Manager Mark Cheka
verschaffte der Band
wichtige
Liveauftritte,
welche mit einem
Vertrag für die
ersten zwei Platte
bei dem Lable
"Verve" Früchte
trugen.Der
eigentliche
Durchbruch kam um
1966 , als Zappa
zusammen mit den
Mothers of Invention
seine erste LP
veröffentlichte:
Freak out !
Ursprünglich hieß
die Band "The
Mothers" ,aber die
Plattenfirma bestand
auf eine Umbenennung
, weil sie meinten,
das keine
Radiostation eine
Band mit einem
solchen Namen
spielten würde. Als
ob der Name das
Problem gewesen
wäre.Die Platte
enthält viel
Sozialkritisches und
geniale Parodien
verschiedener
Musikstile,
vermischt mit
Perkussionsgeräuschen
, elektronischen
Klängen , Schreien
und Gelächter.
Zappas "Mothers Of
Invention" stiegen
in der Freak-Szene
von Los Angeles mit
ihrer bizarren
Bühnenshow zur
Kultband auf.
Zappa selbst wurde
zu einem der
bekanntesten
Vertreter des
musikalischen
Undergrounds. Mit
Feak Out ! brachte
Zappa 1966 das erste
Doppelalbum in der
Geschichte der
Rockmusik heraus.
Die Texte waren
ironische und
provozierende
Kommentare voller
Gesellschaftskritik,
und die Musik
parodierte den
sentimentalen
Rock'n'Roll der
fünfziger Jahre,
benutzte aber auch
Techniken des Free
Jazz und der
Klangstrukturen und
Kompositionsprinzipien
zeitgenössischer
Komponisten.Zappa
wurde schnell zu
einer Kultfigur der
Underground-Musik.
In den folgenden
drei Jahren
veröffentlichte er
fünf weitere
Schallplatten,
darunter We're only
in it for the Money
(1968, Wir machen
das nur für die
Kohle, mit einem
Cover, das die
Beatlesplatte
Sergeant Pepper
ironisierte) und
Uncle Meat, (1969,
Onkel Fleisch), eine
provokative
zweistündige
Musikcollage, deren
Großteil eine
größere Nähe zu
Komponisten des 20.
Jahrhunderts wie
Strawinsky als zum
Rock aufwies.
Bereits in diesen
Aufnahmen zeigte
sich Zappa als einer
der herausragenden
Rockgitarristen und
verband in seiner
Musik alle Elemente
traditioneller
Rockmusik mit den
technischen
experimentellen
Strömungen der Neuen
Musik.Frank Zappa
gründete 1968 die
Producer-Gesellschaft
Bizarre sowie 1969
Straight und
fungierte als
Producer für die
GTO's, Capt.
Beefheart, Alice
Cooper, Wild Man
Fischer u.a.m. Beide
Gesellschaften
wurden in Verbindung
mit der Auflösung
von Mothers im
Oktober 1969
veräußert.Ab 1970-71
begann Zappa mit den
Aufnahmen zu dem
Film 200 Motels, der
von dem harten
Tourneeleben der
Rockmusiker in einem
surrealistischen
Universum handelt.
In diesem Film
spielte Ringo Starr
die Hauptrolle;
Frank Zappa
arbeitete hierbei
mit den
wiederformierten
Mothers und dem
Royal Philharmonic
Orchestra
zusammen.Ob er
seinen Kompositionen
Rock- oder
Jazzelemente zufügte
, nie schien Zappa
es wirklich ernst zu
meinen, die Musik
war immer geprägt
von Stil-Montage und
Spontaneität. Er
spielte gerne mit
dem , was er als
Archetypal American
Musical Icons
bezeichnete. Die
musikalischen
Klischees die sich
in den Köpfen der
Leute eingeprägt
hatten, galt es
durcheinander zu
wirbeln. Der Spott
Zappas galt zunächst
nur den bürgerlichen
Wertvorstellungen
und dem American Way
Of Life. Aber mit
der zunehmenden
Kommerzialisierung
der Protestbewegung
wurde auch sie aufs
Korn genommen. Vor
den satirischen
Rundumschlägen
Zappas war nichts
und niemand
sicher.Um seine
eigenwilligen
Vorstellungen besser
umsetzen zu können,
löste Zappa Anfang
der 70er die Mothers
auf und spielte mit
häufig wechselnden
Bands.
Charakteristisch
auch Zappas hang zur
Perfektion, nie war
er mit sich oder
seinen Stücken
wirklich 100%tig
zufrieden. Das
spiegelt sich auch
in den
Bandbesetzungen
nieder, in der sich
die Musiker häufig
die Klinke in die
Hand gaben. Kaum
jemand war den
strengen
Auswahlverfahren
Zappas
gewachsen.Nach 1976
brachte Frank Zappa
ausschließlich
Platten unter
eigenem Namen heraus
und bildete in den
folgenden Jahren
line-up´s u.a. aus
Warren Cuccurullo,
Adrian Belew, Steve
Vai, Ray White, Mike
Keneally und
insbesondere Ike
Willis (alle g, vo);
Eddie Jobson (Ex-Curved
Air, Ex-Roxy Music),
Tommy Mars, Peter
Wolf, Bobby Martin
und Alan Zavod (alle
keyb); Patrick
O'Hearn, Arthur
Barrow, Scott Thunes
(alle b) und die
Drummer Terry Bozzio
(auch vo), Vinnie
Colaiuta und Chad
Wackerman sowie Ed
Mann (vib, marimba).
Daneben wirkten von
Zeit zu Zeit sowohl
verschiedene
Mitglieder der (Ex-)
Mothers als auch so
bekannte Musiker wie
der Jazzgeiger
Jean-Luc Ponty, der
Keyboarder George
Duke sowie der
Gitarrist Lowell
George (Ex-Little
Feat) in Zappa's
Band mit.Frank Zappa
selbst gastierte im
Laufe der Jahre als
Gitarrist oder
Producer bei den
Monkees, Fraternity
Of Man, Jeff Simmons
(Ex-Mothers), L.
Shankar, Jean Luc
Ponty (Ex-Mothers),
John Lennon, Grand
Funk Railroad,
George Duke (Ex-Mothers)
und Robert
Charlebois.1986
hatte er eine
Gastrolle in der
Krimiserie Miami
Vice. Er verkörperte
dort einen
Drogenhändler, der
beim Showdown aus
einem dahinrasenden
Motorboot fällt. Ein
Abgang, der ganz
Zappa's Humor
entspicht.Frank
Zappas Texte hatten
von Anfang an einen
sarkastischen Stil
und haben alles von
Heuchelei und
Engstirnigkeit bis
hin zur politischen
Korruption aufs Korn
genommen. Das seine
Texte seit Mitte der
80er Jahre eine
vulgärere und
stärker auf Sex
ausgerichtete
Sprache annahmen,
ist im Lichte der
1985 von PMRC
unternommenen
Versuche zu sehen,
eine strenge Zensur
von Rocktexten
einzuführen. Dagegen
protestierte Frank
Zappa persönlich bei
Ronald Reagan und
nahm an mehreren
Kongreß-Hearings
teil.Die vielen
schlechten
Erfahrungen mit der
Musikbranche machten
aus Frank Zappa
einen tüchtigen
Geschäftsmann. Mit
seiner eigenen
Gesellschaft Barking
Pumpkin und der
Versandfirma
Barfko-Swill, die
den Verkauf von
Konzertvideos und
Platten übernahm,
hatte er ab 1981
völlige Kontrolle
über seine Produkte.
Um z.B. dem
ausufernden Geschäft
mit Bootlegs
entgegenzutreten,
überspielte Zappa
kurzerhand eine
Reihe der
beliebtesten
Schwarzpressungen
(z.B. Picantique,
Live in Saarbrücken)
und gab sie selbst
als offizielle 'Piraten'-Serie
(Beat The Boots)
heraus.Mit seiner
großen theoretischen
Kenntnis der
Musikgeschichte und
Tradition sowie
einem sicheren
Spürsinn für eine
Unzahl von Nischen
in einer gegebenen
Stilart schuf Frank
Zappa mit Talent,
Fleiß und großem
musikalischem
Überblick
Kompositionen und
Arrangements der
absoluten
Sonderklasse. Obwohl
er als Gitarrist
ursprünglich stark
von Clarence
Gatemouth Brown und
besonders Guitar
Slim beeinflußt
worden war, hat er
sich selbst nie als
besonders all-round
betrachtet. Gegen
Ende der 70-er Jahre
verwendete er die
Gitarre zunehmend
nur noch bei
Soloauftritten, ab
Mitte der 80-er
Jahre trat das
Gitarrenspiel noch
weiter in den
Hintergrund.In den
80-er Jahren
konzentrierte sich
Frank Zappa
verstärkt auf die
Arbeit am Synclavier,
insbesondere mit
klassischen
Kompositionen. Auf
Tonträgern wird
diese Arbeit mit den
Triosonaten von
Francesco Zappa
(geb. in Mailand,
gest. 1788) und der
Solosynclavier-Platte
"Jazz From Hell"
dokumentiert.
Letztere bekam 1988
den Grammy for Best
Rock Instrumental
1987. Die Arbeiten
am Synclavier wurden
von dem Deutschen
Henning Lohner in
dem Interviewfilm
Peefeeyatko (1991)
festgehalten. Auch
Frank Zappas übrigen
klassischen
Produktionen
(dirigiert von
Pierre Boulez) haben
große Anerkennung
gefunden.Ansonsten
war Zappa rege damit
beschäftigt, seine
Vergangenheit zu
vermarkten. Durch
den Aufbau einer
Musik- und
Filmproduktionsgesellschaft
machte er sich von
den großen
Plattenfirmen
unabhängig.Mit
seiner zweiten Frau
Gail, die er 1969
heiratete, hatte er
zwei Söhne, Dweezil
und Ahmet Redan, und
zwei Töchter, Moon
Unit und Diva. Mit
Moon Unit nahm er
Valley Girl (1982,
Talmädchen) auf,
eine Parodie auf die
kalifornische
Lebenseinstellung,
die sein einziger
erfolgreicher
Schlager in den USA
wurde. Zur Ironie
des Lebens gehört,
daß der
Gesellschaftskritiker
Frank Zappa Dog
Breath (aus dem
Album Uncle Meat) an
das Orchester der
Militärakademie West
Point absetzen
konnte. Am 19.
Februar 1992 wurde
er mit dem Lifetime
Achievement Award
des Los Angeles
Music Award geehrt
und 1994 in Down
Beat Critics Hall of
Fame
aufgenommen.Ende
1991 erkrankte Zappa
schwer an einem spät
diagnostizierten
Prostatakrebs. Vor
seinem Tod am 4.
Dezember 1993
erlebte er ein
steigendes Interesse
an seinen Werken,
sowohl des Rocks als
auch der
klassischen. Er
hatte über 60
Langspielplatten
veröffentlicht,
unter denen sich
sowohl
Studioaufnahmen als
auch akribisch
bearbeitete
Live-Aufnahmen
befinden. Darüber
hinaus hinterließ er
viele Aufnahmen, die
noch nicht
veröffentlicht
wurden. Zur
Verwaltung seines
unermesslichen
Nachlasses hat Gail
Zappa und The Zappa
Family Trust einen
Vertrag mit Rykodisc
abgeschlossen,
nachdem die
Weltrechte an Zappas
gesamten Werken
sowie die
Exklusivrechte an
künftigen Ausgaben
aus seinem großen
Privatarchiv auf
Rykodisc
übergingen.Zu seinen
späteren Aufnahmen
gehören u. a. Zappa
in New York (1977),
Sheik Yerbouti
(1979), Joe's Garage
I (1979), Joe's
Garage Act II
(1979), die Trilogie
Shut Up'n Play yer
Guitar, Shut Up'n
Play yer Guitar Some
More (1980) und
Return of the Son of
Shut up'n Play yer
Guitar (1980), Ship
Arriving Too Late to
Save a Drowning
Witch (1982) und
Jazz From Hell
(1986). Zappas
letzte Produktion,
die zu Lebzeiten
veröffentlicht
wurde, war Yellow
Shark mit dem
Frankfurter
"Ensemble Modern" im
Jahr 1993.
Gezeichnet von der
schweren Krankheit
musste Zappa bei der
Uraufführung
geschwächt das
Dirigentenpult
verlassen. Zappa
dirigierte das erste
Stück selbst und
kündigte dann den
Dirigenten Peter
Rundel an, der die
nächsten Stücke
dirigierte. Danach
wieder Zappa das
letzte Stück vor der
Pause. Nach der
Pause mehrmals
Rundel und Zappa im
Wechsel. Das letzte
Stück (G-Spot
Tornado) wurde auch
von Zappa
dirigiert.Frank
Zappa starb am 4.
Dezember 1993 knapp
zwei Wochen vor
seinem 53.
Geburtstag in Laurel
Canyon,
Kalifornien).Civilisation
Phase III erschien
kurz nach Frank
Zappas Tod. Diese
Aufnahme hatte Zappa
noch selbst
weitgehend fertig
gestellt, seine
Veröffentlichung
aber nicht mehr
erleben dürfen.
Frank Zappa ist mit
seinen Ansichten zum
American Way Of Life
bis zum heutigen Tag
eine der
umstrittensten
Figuren in der
Rockgeschichte. Der
amerikanische
Komponist,
Gitarrist,
Arrangeur, Producer
und Regisseur wird
am 21. Dezember 1940
in Baltimore
(Maryland) geboren.
Wie er 1989 in
seiner
Autobiographie ("The
Real Frank Zappa
Book") schreibt,
sind seine Vorfahren
sizilianisch,
griechisch, arabisch
und französisch.
Nachdem die Zappas
mit dem kleinen
Frank nach Lancaster
(Kalifornien)
umziehen, gilt er in
der Schule zunächst
als Außenseiter und
hat nur wenige
Freunde. Aber sein
Interesse für Musik
ist geweckt, und
bereits 1951 hat er
seinen ersten
öffentlichen
Auftritt als
Schlagzeuger einer
Schulband. Mit dem
Gitarrenspiel fängt
Zappa erst im Jahre
1965 an. Schon als
15-Jähriger befasst
er sich mit
Musik-Theorie und
schreibt klassische
Stücke für
Orchester, ein
Interesse, das ihm
sein Leben lang
erhalten bleibt. So
fasziniert ihn vor
allem der
französische
Komponist Edgar
Varese, aber auch
John Cage und Henry
Partch. Nach seinem
High
School-Abschluss im
Jahr 1958 absolviert
er Kurse in
Harmonie- und
Kompositionslehre.
Mit 18 Jahren
versucht Frank Zappa
zum ersten Mal, mit
kurzlebigen
Rock'n'Roll-Bands
seinen
Lebensunterhalt zu
verdienen, da er
mittlerweile von zu
Hause ausgezogen ist
und auf eigenen
Füßen steht. Seine
erste Band heißt The
Blackouts, aus denen
später The Omens
werden. Neben
Gitarre und
Schlagzeug eignet er
sich auch das
Vibraphon-, Orgel-
und Klavierspiel an,
so dass er sich
neben der Band als
Barpianist eine
Einkommensquelle
sichern kann. Von
zusätzlichen
Filmmusik-Einnahmen
(1959: "Run Home
Slow"; 1962: "The
World's Greatest
Sinner") kann er
sich 1963 sein
sogenanntes Studio Z
in Cucamonga
leisten. In der
Folgezeit spielt
Zappa in zahlreichen
weiteren Combos mit
und macht sich
ebenfalls als
professioneller
Producer lokaler
Bands einen Namen.
Die Aktivitäten im
Studio Z werden von
der ansässigen
Bevölkerung in dem
spießigen
Provinznest jedoch
mit Argwohn
beobachtet.
Letztendlich macht
die Polizei das
Studio wegen
sichergestellter
Beischlafgeräusche
und angeblicher
sexueller
Perversionen dicht.
Zappa wird zu zehn
Tagen Haft
verurteilt und
erhält die
Bewährungsauflage,
in den nächsten
Jahren mit keiner
unverheirateten Frau
unter 21 in Kontakt
zu treten, außer in
Anwesenheit eines
Erziehungsberechtigen.
Etwa zwei Jahre
später tauchen die
Tonband-Geräusche im
The Mothers-Song "Help
I Am A Rock" wieder
auf. Aufgrund der
zahlreichen Querelen
verkauft Frank Zappa
jedoch das Studio Z
und zieht nach Los
Angeles.
Ende 1964 schließt
er sich dort der
Band Soul Giants an,
die sich schnell in
The Mothers
umbenennen. Ein
Grund hierfür ist,
dass sich der
anfängliche
Soul-Stil der Band
schnell hin zu
Zappas Kompositionen
wandelt. Frank wird
nicht nur der neue
Gitarrist, sondern
auch Chef der Band.
Ihre Musik zeichnet
sich durch
verwirrende Beats
und Breaks, sowie
Rhytmus- und
Taktwechsel aus. Bei
Auftritten werden
aus etwaigen
Hitwünschen des
Club-Publikums meist
entstellte Parodien.
Diese provozierende
Spielart der Mothers
und ihr
garstig-freakiges
Erscheinungsbild
trägt zu dem
steigenden
Subkultur-Mythos und
der Bekanntheit im
Underground bei.
Nach zahlreichen
Gigs gelingt der
eigentliche
Durchbruch 1966 mit
dem Debüt-Album
"Freak Out!", dem
ersten Doppelalbum
der Rock-Geschichte.
Dabei besteht die
Plattenfirma auf den
Namensänderung in
The Mothers Of
Invention, weil sie
befürchtet, dass
keine Band mit der
einfachen
Bezeichnung The
Mothers eine Chance
hätte, im Radio
gespielt zu werden.
Dabei steht der Name
weit hinter dem Stil
zurück. Mit den
zahlreichen
sozialkritischen
Aspekten und
Parodien des sanften
Rock'n'Roll der 50er
Jahre, sowie
Schreien und
Gelächter, steigen
die Mothers Of
Invention in der
Underground-Szene
von Los Angeles zur
Kultband auf.
In den folgenden
Jahren festigt sich
die Position Zappas
in der Szene.
Langsam entwickelt
er sich bedingt
durch seinen
innovativen
musikalisch-vermischenden
Umgang mit Techniken
des Free Jazz und
Klangstrukturen und
Kompositionsprinzipien
zeitgenössischer
Komponisten zur
Kultfigur. In den
nächsten drei Jahren
erscheinen noch fünf
weitere Alben der
Mothers, bis sich
die Band Ende der
60er unter anderem
wegen finanzieller
Schwierigkeiten
auflöst. 1969
heiratet Zappa Gail
Sloatman, mit der er
zwei Söhne (Dweezil
und Ahmet Redan) und
zwei Töchter (Moon
Unit und Diva) hat.
Nach wenigen Tagen
Drehzeit erscheint
1971 Frank Zappas
erster Film "200
Motels", zu dem auch
ein gleichnamiger
Soundtrack
erscheint. Er
handelt von dem
Leben einer
tourenden Band Ende
der 60er. Seine
aktuelle Band löst
sich nach einem
Unfall Zappas auf,
der ihn zunächst
zwingt, alle
musikalischen
Aktivitäten
einzustellen. Er
wird beim Auftritt
mit dem London
Rainbow Orchestra
von einem Zuschauer
in den Bühnengraben
gestoßen. Dabei
verletzt er sich
stark, so dass er
erst mal im
Rollstuhl unterwegs
ist und eine
Kehlkopfverletzung
seine Stimmlage
dauerhaft vertieft.
Ab 1976 bildet Zappa
für seine Alben
verschiedene
Line-Ups mit
Solo-Künstlern wie
beispielsweise Steve
Vai, Ray White, Mike
Keneally und Ike
Willis. Auch Zappa
selbst gastiert im
Laufe der Jahre als
Gitarrist oder
Producer unter
anderem bei den
Monkees, Fraternity
Of Man oder auch
John Lennon. 1986
verkörpert er einen
Drogenhändler in der
Krimi-Serie Miami
Vice.
Seit Mitte der 80er
Jahre nimmt seine
immer schon vulgäre
und Sex-bezogene
Sprache eine noch
verschärftere Form
an. Als Grund
hierfür kann man den
Versuch des
sogenannten PMRC (Parents'
Music Resource
Center) sehen, das
sich unter anderem
für eine verstärkte
Zensur in der Musik
einsetzt. Dagegen
protestiert Zappa
nicht nur persönlich
bei Ronald Reagan
oder in
Kongreß-Hearings,
sondern eben auch
mit seinen Texten.
In diesen widmet er
dem Thema Sexualität
größten Raum,
pornographische
Elemente treten in
den Vordergrund.
Seine
schmutzig-ordinären
Texte zielen gegen
sittlichen
Sauberkeitswahn, er
attackiert damit
alle
gesellschaftlichen
Sexual-Tabus, wobei
ebenfalls Gewalt
eine Rolle spielt.
Die schlechten
Erfahrungen mit der
Musik-Industrie
veranlassen Zappa
zur Gründung der
Barking Pumpkin
Gesellschaft und
eines eigenen
Versandhandels, um
selbst die Kontrolle
über seine
Produktionen zu
haben und von
Plattenfirmen
unabhängig zu sein.
Hierbei wird er bei
der
Management-Arbeit
zunächst von seiner
Frau Gail
unterstützt. Um dem
ausufernden
Bootleg-Geschäft
entgegenzutreten,
überspielt Zappa
kurzerhand die
beliebtesten
Schwarz-Pressungen
und bringt sie
selbst heraus. Rein
musikalisch tritt
die Gitarre in
seinen Kompositionen
immer weiter in den
Hintergrund und wird
abgelöst durch den
vermehrten Einsatz
des Synklavier. Mit
seinen großen
Kenntnissen in
Musikgeschichte und
-tradition, sowie
seinen Fähigkeiten,
in vorhandenen
Stilarten Nischen zu
finden, produziert
er mit dem
Synklavier die Alben
"Francesco Zappa"
und "Jazz From
Hell". Für letztere
Solo-Platte erhält
er 1987 den Grammy
für das beste
Rock-Instrumental-Album.
Ende des Jahres 1991
erkrankt Frank Zappa
an einem spät
diagnostizierten
Prostata-Krebs.
In der folgenden
Zeit erlebt er noch
ein steigendes
Interesse sowohl an
seinen Rock- wie
auch den
Klassik-Werken. Für
sein künstlerisches
Schaffen, das bis zu
diesem Zeitpunkt
über 60 Studio- und
Live-Alben, sowie
einzelne Filme
umfasst, wird Frank
Zappa am 19. Februar
1992 mit dem
Lifetime Achievement
Award des Los
Angeles Music Award
geehrt. Der Krebs
schwächt ihn jedoch
so weit, dass er bei
der Live-Aufführung
seiner Komposition "Yellow
Shark" mit dem
Frankfurter Ensemble
Modern im Jahr 1993
das Dirigentenpult
verlassen muss.
Frank Zappa stirbt
am 4. Dezember 1993
in Laurel Canyon,
Kalifornien.
Posthum wird er 1994
in die Down Beat
Critics Hall of Fame
aufgenommen. Seiner
Familie hinterlässt
er ein riesiges
Privatarchiv mit
vielfach
unveröffentlichtem
Material, dessen
Exklusivrechte
vertraglich bei
Rykodisc liegen.
Frank Zappa - das
Rockidol. Er gilt
noch heute als
Bürgerschreck,
Underground-Prophet,
als Musikvisionär.
Seine Musik war eine
Herausforderung. Mit
Bobby Brown, seinem
großen Hit, machte
er Geld. Doch
eigentlich tummelte
sich der Sohn
sizilianischer
Einwanderer lieber
außerhalb der
Kommerzkultur, in
der Welt der frechen
Klänge. Zappa, der
Avantgardist, immer
auf der Suche nach
neuen Tönen und
Klängen.
Zappa - der
Musikvisionär. Wovon
viele träumen, das
war für ihn
selbstverständlich:
die peniblen Grenzen
zwischen Pop, Jazz
und E-Musik
aufzubrechen. Ob
Ravel, Strawinsky,
Schönberg, alles
fraß er vergnüglich
in sich hinein und
heraus kam: Zappa,
mit Lust an der
Provokation und
beißender Ironie.
Zappa probierte sich
in allen Richtungen
aus: ob Rock'n
Roller oder
rastloser
Experimentator. Er
war einer von den
großen
Pop-Revolutionären,
wie Lennon oder
Hendrix.
Zappa war der Guru,
und mit ihm berühmt
wurde seine Band,
die legendären "Mothers
of Invention". Don
Preston, Ex-Mitglied
der Band, erinnert
sich: "Bei Zappa
wussten wir nie, was
wir spielen würden.
Wir hatten keinen
Ablauf. Zappa sprang
in die Luft, und
wenn er wieder
aufkam, sollten wir
einen neuen Song
anfangen. Und wir
wussten nicht
welchen. Aber
irgendwie spielten
wir immer das
Richtige."
»Der Sound, den er
mit seiner Band
kreierte, war
revolutionär. Nie
hatte man so etwas
gehört.« Dirigent
Kent Nagano über
Frank Zappa
Kultiviert und
äußerst raffiniert.
Selbst die
Protagonisten der
Klassischen Musik
sind des Lobes voll.
So sagt der Dirigent
Kent Nagano über
seinen Freund Frank
Zappa: "Der Sound,
den er mit seiner
Band kreierte, war
revolutionär. Nie
hatte man so etwas
gehört. Äußerst
kultiviert und
äußerst raffiniert.
Auf einem Niveau,
von dem die übrige
Rockmusik weit, weit
entfernt war." Die
Mitstreiter haben
sich noch einmal
formiert. Aus den
Mothers von einst
sind die
Grandmothers
geworden. Zum
zehnten Todestag
ihres Meisters gehen
sie auf Reisen. In
ihrem Gepäck: viel
Zappa-Musik plus
wehmütige
Erinnerungen. Don
Preston sagt über
Zappa: "Er war einer
der besten
Komponisten, die vom
Rock'n Roll kamen."
Zappa ist tot, doch
die Legende lebt
weiter. In
Mecklenburg-Vorpommern
steigt jährlich das
internationale
Zappafestival, die
Zappanale. Schon
ihretwegen - sagen
die Zappalogen - hat
sich die Wende
gelohnt. Nun steht
in Bad Doberan ein
Zappa-Denkmal, das
im Geburtsort
Baltimore und auch
in Los Angeles, wo
Zappa lebte, noch
aussteht. Bis zu
seinem Tode im
Dezember 1993 hatte
Frank Zappa 60 LPs
veröffentlicht. Die
alten Songs werden
nun neu gesichtet.
Noch einmal soll die
zu Musik gewordene
anarchische
Hassliebe zu
Highways, Motels und
Hamburgern laut
werden. Gerade ist
die Platte der
Grandmothers
erschienen. Die
Erfolgsgeschichte
jenes Mannes, der
sich der Welt am
denkbar privatesten
Ort präsentierte,
ist noch lange nicht
zu Ende.
Am 21. Dezember 1940
kam in Baltimore
(Maryland) der wohl
umstrittenste
Musiker der
Rockgeschichte zur
Welt. Die Vorfahren
des Komponisten,
Gitarristen,
Arrangeur,
Produzenten und
Regisseurs sind nach
eigenen Angaben
französisch,
arabisch,
sizilianisch und
griechisch.
In der neuen Schule
in Lancaster (Kalifonien)
hat Frank zunächst
wenig Freunde und
gilt als
Aussenseiter. Das
konnte ihn aber
nicht von seiner
Leidenschaft zur
Musik abhalten und
so wurde er 1951
Schlagzeuger der
Schulband und begann
erst 1965 mit dem
Gitarrenspiel.
Fasziniert vom
französischen
Komponisten Edgar
Varese begann Zappa
schon mit 15 Jahren,
klassische Stücke
für Orchester zu
schreiben und
befasst sich
intensiv mit der
Musik-Theorie. Als
er 1958 die High
School abschloss,
absolvierte er Kurse
in Hamornie- und
Kompositionslehre.
Als er mit 18 Jahren
von zu Hause auszog,
um auf eigenen
Beinen zu stehen,
verdiente er seine
Brötchen mit
kurzlebigen Rock n'
Roll-Bands. Seine
erste Combo hieß The
Blackouts (später
The Omens) und er
eignete sich neben
der Gitarre auch
noch das Orgel-,
Vibraphone- und
Klavierspiel an. Das
hatte den Vorteil,
dass er als
Barpianist noch
nebenbei etwas Geld
dazu verdiente. Sein
erstes Studio, sein
sogenanntes "Studio
Z", konnte er sich
leisten, als er auch
noch Filmmusik ("Run
Home Slow" (1959), "The
World's Greatest
Sinner" (1962))
schrieb und machte
sich zusätzlich noch
als Produzent
lokaler Bands einen
Namen.
Allerdings war das
Studio kein
gewöhnliches Studio,
so dass die Polizei
dieses wegen
angeblicher
sexueller Perversion
und lauter
Beischlafgeräusche
dicht machte. Dazu
kommen zehn Tage
Haft für Zappa und
die Auflage, sicher
keiner
unverheirateten Frau
unter 21 zu nähern,
außer in Begleitung
eines
Erziehungsberechtigten.
Er verkauft das
Studio später und
zieht nach Los
Angeles.
Dort schließt er
sich 1964 der Band
Soul Giants an, die
sich aber bald in
The Mothers
umbenennen. Der
Einfluss Zappas in
den Stil der Band
wird so stark, dass
er folglich Chef der
Band wird und die
Musik ist lastig an
wiirend Beats und
Breaks und die
Konzerte entpuppen
sich schnell zu
abstrakten
Improvisations-Happenings,
was zu einem hohen
Bekanntheitsgrad im
Underground
beiträgt. Der
endgültige
Durchbruch gelang
ihnen 1966 mit dem
Debüt-Album "Freak
Out!", dem ersten
Doppelalbum der
Rockgeschichte. Die
Band wird aus
Marketinggründen in
The Mothers Of
Invention umbenannt
und steigt mit ihrem
eigenwilligen Stil
als Kultband auf.
In den Jahren darauf
wird Zappa eine
feste Größe in der
Szene und entwickelt
sich zur Kultfigur.
Mit den Mothers
veröffentlicht er
noch fünf Albem, bis
sich die Band Ender
der 60er aus
finanziellen Gründen
auflöst. Er heiratet
1969 Gail Sloatman
und hat mit ihr zwei
Töchter (Moon Unit
und Diva) und zwei
Söhne (Dweezil und
Ahmet Redan).
Zappas erster Film
und gleichnamiger
Soundtrack "200
Motels" erscheint
1971 und handelt vom
Touren einer Band
Ende der 60er Jahre.
Nach einem Unfall
Zappas, welcher ihn
zum Einstellen aller
musikalischen
Aktivitäten zwingt,
löst sich seine
aktuelle Band auf.
Bei einem Konzert
mit dem London
Rainbow Orchestra
wird Zappa von einem
Zuschauer in den
Bühnegraben
gestoßen, was ihn in
einen Rollstuhl
zwingt und die
Stimme dauerhaft
durch eine
Verletzung des
Kehlkopfs dauerhaft
vertieft.
Ab 1979 macht Zappa
weiter und nimmt
Platten mit
Künstlern wie Steve
Vai, Mike Keneally,
Ray White und Ike
Willis auf. Er
selbst gastiert auf
Alben von den
Monkees oder John
Lennon. Als
Schauspieler ist er
1986 in Miami Vice
zu sehen: Er spielt
einen Drogenhändler.
Mitte der 80er nimmt
seine vulgäre
Sprache ungeahnte
Ausmaße an und
protestiert so gegen
die Musikzensur.
Nicht nur in seinen
Texten zeigt er
seine Ansichten,
auch auf Kongressen
oder bei Ronald
Reagen persönlich
macht er keinen Hehl
aus seiner Abneigung
gegenüber der
Zensur.
Das geht der
Plattenindustrie zu
weit und zwingt
Zappa zur Gründung
der Barking Pumpkin
Gesellschaft und
eines eigenen
Vertriebes. Er
stellt das
Gitarrespielen immer
mehr in den
Hintergrund und
konzetriert sich auf
das Spielen des
Synklaviers, das auf
den Alben "Francesco
Zappa" und "Jazz
From Hell" verstärkt
zum Einsatz kommt.
Letzteres erhält
1987 einen Grammy
als bestes
Rock-Instrumental-Album.
Ende 1991 erkrankt
Zappa an
Prostatakrebs, der
zu spät
diagnostiziert
wurde. Er widmet
sich verstärkt der
Msuik und wird 1992
mit dem Lifetime
Achievement Award
bei den Los Angeles
Music Awards
ausgezeichnet und
stirbt am 4.
Dezember 1993 in
Laurel Canyon,
Kalifornien.
Zu Zeiten seiner
Mothers Of Invention
galt er als
Bürgerschreck
schlechthin. Aber
der Oberclown der
Rockmusik war vor
allem ein ungemein
kreativer Musiker,
eine der wirklich
schillernden
Persönlichkeiten der
zeitgenössischen
Musik. Er scheute
keine stilistischen
Risiken und wurde
von Heinz Rudolf
Kunze in einem
Artikel 1973
treffend als
"musikalischer
Innovator und
akribischer
Komponist" (Focus)
beschrieben. Zappa
stellte alle
Konventionen in
Frage, entstaubte
den eher
konservativen
Rocksound und blieb
immer ein
Außenseiter, "ein
Individualist wie er
im Buche steht"
(Westdeutsche
Zeitung). Seine
Fähigkeit, als
Satiriker das
verhaßte
amerikanische
Bürgertum zu
persiflieren, war
ebenso unumstritten
wie seine Qualität
als filigraner,
fortschrittlicher
Gitarrist.
Frank Zappas Werk
umfaßt rund 50 sehr
unterschiedliche
Alben, von denen
sich lediglich die
vergoldeten "Over-Nite
Sensation" und
"Apostrophe" sowie "Sheik
Yerbouti" und die
Trilogie "Joe's
Garage"
überdurchschnittlich
gut verkauften.
Seine einzigen
nennenswerten
Singlehits gelangen
ihm 1979 mit der
Discoparodie
"Dancing Fool" und
dem Duett mit
Tochter Moon Unit,
"Valley Girl", von
1982.
Francis Vincent
Zappa, "eine der
konstant
kontroversen
Persönlichkeiten des
Rock" (Rolling
Stone), wurde als
Sohn sizilianisch /
griechischer Eltern
am 18. 12. 1940 in
Baltimore, Maryland,
geboren. Seine
Familie zog an die
Westküste und ließ
sich 1956 im
kalifornischen
Lancaster nieder.
Zappa schlug die
Trommel im Musikzug
der Schule und saß
hinter dem
Schlagzeug der
achtköpfigen RB-Band
Blockouts. Die
Gruppe brach
auseinander, als
Zappa seine erste
Frau Kay heiratete
und sich 1959 am
Chaffey College in
Alta Loma,
Kalifornien, für
Musiktheorie
einschrieb. Er brach
das Studium nach
sechs Monaten ab und
konzentrierte sich
auf seine
Gitarrenlaufbahn.
Zappa lernte Don Van
Vliet kennen, dem er
das Pseudonym
Captain Beefheart
gab. In den
folgenden zehn
Monaten spielte
Zappa Cocktailmusik
in den örtlichen
Unterhaltungsbars.
1960 widmete sich
Frank Zappa ersten
Aufnahmen und
schrieb den
Soundtrack zu einem
B-Movie, das unter
dem Titel "The
World's Greatest
Sinner" in den Kinos
lief. Steve Allen
lud ihn in seine
Fernsehshow ein, und
Zappa führte sein "Bicycle
Concerto" auf. 1963
komponierte er die
Musik zu dem
Billigwestern "Run
Home Slow", kaufte
sich von dem Erlös
eine elektrische
Gitarre und richtete
sich in Cucamonga,
Kalifornien, ein
winziges
3-Spur-Studio ein.
Außerdem plante er
mit Captain
Beefheart und den
späteren Mothers,
Ray Collins (voc,
harm, perc) und Jim
"Motorhead" Sherwood
(sax, voc, g), ein
Projekt namens Soots.
Die Aufnahmen dieser
Gruppe blieben
unveröffentlicht.
Nach einigen
Schwierigkeiten mit
der amerikanischen
Justiz - Zappas
Studio geriet unter
den Verdacht,
pornographisches
Material zu
produzieren - schloß
sich Zappa in Los
Angeles den Soul
Giants an, die er
erst Muthers und ab
1965 Mothers Of
Invention nannte. In
der
Originalformation
spielten neben Zappa
(g, voc), Collins,
Roy Estrada (b),
Jimmy Carl Black (dr)
und Dave Coronada (sax),
der wenig später
durch den
Gitarristen Elliot
Ingber ersetzt
wurde. Ein Jahr
benötigten die
Mothers, um ihr
buntes, böses
Politrock-Kabarett
im kalifornischen
Underground
durchzusetzen.
Anfang 1966 nahm Tom
Wilson (Bob Dylan,
Velvet Underground)
die Gruppe für MGM
Records unter
Vertrag.
Ursprünglich wollte
er nur eine Single
mit der Band
produzieren, doch
als er die "Mütter"
im Studio erlebte,
investierte er 21
000 Dollar in das
Album "Freak Out",
das "romantischen
Pop und Protestsongs
wie "Who Are The
Brain Police?""
(Rolling Stone)
enthielt. Zappa
wurde dabei von
Black, Estrada und
Ingber begleitet.
Freak Out gilt als
eine der ersten
Konzept-LPs der
Rockgeschichte und
ist eine präzise,
ironische Skizze der
damaligen
Underground-Szene
von L. A.
Da Ingber
anschließend zu den
Fraternity Of Men
abwanderte, mußten
die Mothers Of
Invention 1967 für
"Absolutely Free"
(US #22) umgebildet
werden. Zappa, Black
und Estrada bekamen
Verstärkung durch
Collins, Billy Mundi
(dr), Don Preston
(key) und Bunk
Gardner (sax). Songs
wie "Plastic People"
und "America Drinks"
bestätigten Frank
Zappa als enfant
terrible und
hintergründigen
Chronisten seiner
Zeit. Die Mothers
nahmen ein
sechsmonatiges
Engagement im
Garrick Theatre New
York an. Vierzehn
Mal pro Woche
präsentierten sie
ein skurriles,
provozierendes
Rocktheater, bei dem
Zappa
Zeremonienmeister
und Politrebell in
einer Person war.
Kein Wunder, daß
konservative Kräfte
in den USA Kampagnen
gegen die
"Obermutter aller
Freaks" (Musik
Express) starteten.
Zum Cover von "We're
Only In It For The
Money" (US #29)
holte sich Zappa in
London die Erlaubnis
von den Beatles,
deren "Sgt.
Peppers"-Cover zu
karikieren. Pianist
Ian Underwood und
Saxophonist Jim
Sherwood erweiterten
das Ensemble, das
zwischenzeitlich in
England gastierte
und sich danach zur
ersten offiziellen
Soloplatte von Zappa
zur Verfügung
stellte. Auf "Lumpy
Garvey" (US #87)
verarbeitete Frank
Zappa vielschichtige
Einflüsse, von
modernen Komponisten
wie Strawinsky und
Varese über den
Blues bis hin zur
Avantgarde. An die
50 Musiker und
Chorsänger benötigte
das Allroundtalent
für diese Arbeit. So
entstand "ein kurios
inkonsistentes
Stück, welches
eigentlich ein
Ballett werden
sollte, aber es
irgendwie nicht
schaffte" (Frank
Zappa).
Anfang 1968 zogen
sich Zappa & Co. zu
einer fünfmonatigen
Klausur ins New
Yorker Apostolic
Studio zurück, um
zwei
unterschiedliche
Konzepte zu
entwickeln. Einzige
personelle
Veränderung: Billy
Mundi, der zu
Rhinoceros
wechselte, wurde
durch Artie Tripp an
den Drums ersetzt.
"Cruisin With Ruben
& The Jets" (US #49)
und das Doppelalbum
"Uncle Meat" (US
#38) verdeutlichten
die gegensätzlichen
musikalischen Pole
Frank Zappas.
"Ruben" war
authentischer Rock
'n' Roll der 50er
Jahre, die den
Plattenkäufer
glauben machen
konnte, das eben
erworbene Werk sei
mindestens 10 Jahre
alt. "Uncle Meat"
dagegen zeigte Zappa
als Provokateur mit
experimentellen,
minimalistischen
Avantgarde-Ansätzen.
Anschließend kam die
Band zurück nach Los
Angeles, und Zappa
heiratete zum
zweitenmal.
Die Ära der Mothers
Of Invention fand
1969 nach zwei
weiteren Alben ein
vorübergehendes
Ende. "Weasels
Ripped My Flesh"
faßte Live- und
Studioaufnahmen
zwischen 1967 und
1969 zusammen, und
in "Burnt Weeny
Sandwich" (US #88)
erkannte z. B.
Billboard "eine
Rückkehr Zappas zu
seinen Wurzeln". Im
Oktober 1969
erklärte Frank Zappa
vor der Presse: "The
Mothers Of
Invention, diese
berüchtigte und
rockende
Teenagercombo, hat
aufgehört, Konzerte
zu geben. Es ist
möglich, daß es zu
einem späteren
Zeitpunkt, wenn das
Publikum das
vorhandene
Plattenmaterial
angenommen hat, zu
einer
Wiedervereinigung
kommt."
Augenscheinlich
fühlte sich Zappa
mißverstanden, war
desillusioniert,
verärgert durch
Konzertkrawalle, wie
beispielsweise in
Berlin. Er
konzentrierte sich
auf das Label
Bizarre Records, das
er mit seinem
Manager Herb Cohen
gegründet hatte, und
förderte sehr
exzentrische
Künstler, wie Wild
Man Fisher oder die
Frauenband G.T.O.s.
Außerdem produzierte
er für Captain
Beefheart "Trout
Mask Replica".
Seine zweite
Soloplatte hieß Ende
1969 "Hot Rats" (US
#10), auf der ihn
Jean-Luc Ponty und
Don "Sugarcane"
Harris sowie Captain
Beefheart als
Vokalist
unterstützten. Die
70er-LP "Chunga's
Revenge" lebte
dagegen überwiegend
von Zappas
instrumentalen
Ausflügen in den
Bereich der Fusion
von Rock, Jazz und
Blues. Zu diesem
Zeitpunkt plante er
bereits eine
Neuauflage der
Mothers Of
Invention, um sein
skurriles
Filmdrehbuch "200
Motels" auch auf
Konzertbühnen zu
testen. Die absurde,
vollkommen
ausgeflippte Story
über den
Lebenswandel eines
Rockmusikers wurde
sowohl als Film als
auch als Doppel-LP
(US #57) von United
Artists verlegt. Zur
Studioproduktion
fand sich neben den
Ex- Turtles Howard
Kaylan (voc), Mark
Volman (voc) und Jim
Pons (voc, b), dem
Ehepaar Ian (key)
und Ruth Underwood
(perc), dem
erfahrenen
britischen Drummer
Aynsley Dunbar und
Jazz-Rokker George
Duke (key) das
komplette Royal
Philharmonic
Orchestra ein.
1971 trat Frank
Zappa außerdem als
Überraschungsgast
bei den New Yorker
Gastspielen von John
Lennon und Yoko Ono
auf und erlebte
darüber hinaus eine
katastrophale
Europatournee. In
der Schweiz wurde
die gesamte Anlage
gestohlen, und in
London verletzte
sich Zappa
ernsthaft, nachdem
ihn der erregter
Ehemann eines
weiblichen Fans von
der Bühne im Rainbow
Theatre stieß. Frank
Zappa verbrachte
fast zwölf Monate im
Rollstuhl und feilte
am neuen Konzept der
Mothers Of Invention
(ohne Ruth Underwood
und Duke, dafür mit
Don Preston an den
Keyboards).
Gleich drei Alben
erschienen 1972.
"Just Another Band
From L. A." (US
#80), "Waka Jawaka"
und "The Grand
Wazoo" leiteten
einen stilistischen
Wechsel weg vom
Countryrock, hin zum
Jazzrock ein. Seine
Anhänger reagierten
verwirrt oder
ablehnend auf die
veränderten
musikalischen
Vorzeichen. "Das
ingeniöse Monument
zeitgenössischer
Musik" (Süddeutsche
Zeitung) ließ sich
nicht beirren und
produzierte mit
ständig wechselnden,
bis zu 20 Musiker
starken Formationen
(u. a. mit Duke, dem
Drummer Chester
Thompson und Jazzer
Mike Altschul)
"Over-Nite
Sensation" und,
wegen der vielen
illegalen
Mitschnitte seiner
Konzerte, das
Live-Doppelalbum
"Roxy & Elsewhere"
(US #38).
Jack Bruce (b), die
Underwoods, Dunbar,
Duke, Ponty und
Napoleon Murphy
Brock (sax) zählten
zu den Stargästen
von "Apostrophe" (US
#19). Seine
erfolgreichste
Platte erinnerte
streckenweise an
Zappas früheren
Zynismus, und Sounds
rezensierte
hoffnungsfroh:
"Seine Angriffe
gegen die
amerikanischen
Spießbürger wirken
immer dann am
besten, wenn der
musikalische Schrott
dieser
mittelständischen
Welt als Soundtrack
zum Text verwendet
wird." 1975 beendete
"One Size Fits All"
(US #34) endgültig
die Ära der Mothers.
Die LP erschien wie
alle Platten
zwischen 1973 und
1979 auf dem Label
Discreet Records,
das Zappa
unterhielt, um seine
Unabhängigkeit zu
wahren; denn die
Plattenindustrie
forderte immer
wieder Hits von dem
"arbeitswütigen
Musik-Guerilla"
(Musik Express).
Ebenfalls 1975
produzierte Zappa
zusammen mit Captain
Beefheart "Bongo
Fury" (US #68).
Die anschließende
Veröffentlichungspolitik
blieb bis etwa 1979
relativ
undurchsichtig.
Zappa widmete sich
1976 der Produktion
der Grand Funk-LP
"Good Singin' Good
Playin'". Bei einer
gerichtlichen
Auseinandersetzung
mit seinem einstigen
Partner Herb Cohen
und dem Vertrieb von
Reprise Records ging
es um zehn Millionen
Dollar. Besonders
erwähnenswert aus
dieser Zeit sind der
Mitschnitt "In New
York" (US #66), die
instrumentalen
Leistungen von
"Sleep Dirt" und das
orchestrale Werk
"Studio Tan", über
das Zappa sagte:
"Stücke von
gewaltiger
Schönheit,
durchsetzt von
Sensibilität,
scharfen Einsichten,
stolprigen sozialen
Bedeutungen, laut,
sanft, mysteriös."
1979 gründete er das
Label Zappa Records
und nannte zukünftig
alle seine
Begleitgruppen
ebenfalls Zappa.
Zunächst erschien
die Doppel-LP "Sheik
Yerbouti" (GB #25,
US #36, D #10) mit
den überragenden
Parodien auf die
Disco-Welle
("Dancin' Fool") und
Punk-Revolte ("I'm
So Cute") und der in
Deutschland in den
Top 10 plazierten
Single "Bobby Brown"
(D #4). Es folgte
eine LP-Trilogie im
Rockopercharakter.
Auf "Joe's Garage
Act I" (US #42, D
#41) "Act II & III"
(US #80, D #31) und
"Tinseltown
Rebellion" (US #56,
D #23) ließ Zappa
seine persönlichen
Erfahrungen mit der
Musikindustrie
einfließen: Es ist
die Geschichte eines
Musikers, der mit
dem Gesetz in
Konflikt geriet, nur
weil er überlaut
Gitarre spielte. In
dieser vielleicht
witzigsten Periode
Zappas kam er nach
dem bissigen "Don't
Eat The Yellow Snow"
(US #74) vom Herbst
1974 mit "Dancin'
Fool" (US #54) zum
zweiten Mal in die
nordamerikanischen
Singlecharts.
Im Anschluß an
"Tinseltown" bot
Zappa ausschließlich
über den
Postvertrieb auf der
Dreifach-Platte
"Shut Up'n Play Yer
Guitar" eigenwillige
Gitarrenexkursionen
an, die ihn als
kreativen Musiker
auswiesen.
Er plante außerdem
anläßlich einer
Europatournee ein
Orchesterwerk mit
den Wiener
Philharmonikern,
produzierte in New
York ein Konzert mit
Kompositionen von
Edgar Varese und
tauchte im Juli 1982
überraschend mit
Tochter Moon Unit
mit "Valley Girl"
(US #32) in den
Hitparaden auf. Auch
in den 80er Jahren
blieb Zappas
Aktionsradius
unverändert groß.
Mit dem
Gitarrentalent und
"Saitenakrobat"
(Fachblatt) Steven
Vai (später in der
Band von David Lee
Roth) nahm er
zwischen 1982 und
1985 sechs Alben
auf, darüber hinaus
"The Perfect
Stranger" mit
klassisch
ausgebildeten
französischen
Musikern. Die besten
Kritiken in dieser
Phase - "textmäßig
schwachsinnig,
musikalisch durchaus
gehaltvoll" (Musik
Express) - erzielte
er für die Musik von
"Ship Arriving Too
Late To Save
Drowning Witch" (US
#23, D #65), "Them
Or Us" (GB #34, D
#42) und die
"grotesken
Klangkollagen aus
Free Jazz, Pop und
avantgardistischer
E-Musik" (Musik
Szene) auf "Meets
The Mothers Of
Prevention" (GB
#46).
Zappas wüste, oft
ordinäre
Anarchosprache hatte
sich überlebt und
wurde nur noch milde
belächelt. Dafür
rückte der Gitarrist
Frank Zappa immer
mehr in den
Mittelpunkt. Seine
mutigen
Improvisationen
galten als die
"Quintessenz des
Grotesken in der
Rockmusik"
(Guardian). Während
"Jazz From Hell" (GB
#46) 1986 vom
technischen Können
des Meisters lebte
und in der Kategorie
bestes
Rockinstrumental mit
einem Grammy
ausgezeichnet wurde,
präsentierte sich
Zappa im Jahr darauf
mit "Does Humor
Belong In Music?"
als "Rock-Jazz-Genie
mit Clown-Talenten"
(Musik Szene).
Einige seiner besten
Soli stellte er
schließlich 1988 für
eine weitere
Doppel-LP unter dem
Titel "Guitar" (D
#40) zusammen. Im
Frühjahr 1988
startete Zappa die
sechsteilige Serie
"You Can't Do That
On Stage Anymore",
die Live-Höhepunkte
dokumentierte. Auch
die anschließende
Tournee Broadway To
The Hard Way, die
sich wirtschaftlich
als Flop erwies und
in deren Verlauf
Zappa auch in der
damaligen
Sowjetunion
gastierte, lieferte
wieder Stoff für
eine Live-Platte.
1990 kam Zappas
Autobiographie "The
Real Frank Zappa
Book" in die
Buchläden. Im Januar
traf er den
tschechischen
Staatspräsidenten
Vaclav Havel in
Prag, um ihn für
seine Fernsehshow
Frank Zappa's Wild
Wild East zu
interviewen: "Er hat
mir gesagt, daß er
meine Platten mag,
besonders Bongo
Fury" (Frank Zappa).
1991 liebäugelte
Frank Zappa mit
einer
Präsidentschaftskandidatur.
Im Rahmen des
Frankfurt Festival
'92 wurde im
September in der
Frankfurter Alten
Oper Zappas
Orchestersuite "The
Yellow Shark"
aufgeführt, die im
Spätsommer 1993 auch
als Album herauskam.
Im November 1991
erklärten Zappas
Kinder Moon und
Dweezil in New York,
daß ihr Vater an
Prostata-Krebs
erkrankt sei und
deshalb nicht an
seinem viertägigen
Projekt Zappa's
Universe aus Anlaß
seines 50.
Geburtstages
teilnehmen könnte.
"The Yellow Shark"
(D #61) war die
letzte
Veröffentlichung zu
Lebzeiten Zappas,
der am 4. 12. 1993
in seinem Haus in
Los Angeles starb.
Posthum erhielt "der
Meister des perfekt
getimten Chaos"
(Musik Express) für
"Sofa", gespielt von
Zappa's Universe
Rock Group mit Steve
Vai als
unumstrittenem Star,
erneut in der Sparte
bestes Instrumental
einen Grammy.
Darüber hinaus
wurden diverse Alben
veröffentlicht.
Neben Ansammlungen
obskurer, technisch
manchmal
unzureichender
Tondokumente fielen
die sorgfältig
ausgewählten
Retrospektiven "The
Lost Episodes" und
"Läther" sowie die
von "King Zappa"
(Billboard) noch
persönlich neu
gemischten fünfzehn
Klassiker von "Have
I Offended Someone"
positiv auf.
Unter Führung von
Jimmy Carl Black und
Don Preston
formierten sich 1981
Teile der Ur-Mothers
zu den Grandmothers,
die leicht
nostalgische
Tourneen
absolvierten und
auch wieder ins
Studio gingen, ohne
jedoch den erhofften
Erfolg erzielen zu
können. 1987
demonstrierte Zappas
gerade 17jähriger
Sohn Dweezil,
Moderator beim
VideoclipKanal MTV,
auf seinem LP-Debüt
"Havin' A Bad Day",
daß er seinem Vater
als fingerfertiger
Gitarrist in nichts
nachstand. Schon mit
seiner zweiten
Platte "My Guitar
Wants To Kill You"
erwies sich Dweezil
Zappa "als Gitarrist
der ersten
Hardrock-Garnitur"
(Musik Express). Als
Produzent des
vielversprechenden
Talents stellte sich
der Heavyspezialist
Beau Hill (Ratt,
Twisted Sister) zur
Verfügung.
Die Grandmothers
bewegten sich in der
Besetzung Jimmy Carl
Black, Bunk Gardner,
Don Preston, Sandro
Oliva und Enker
Bladezpper auf alten
Mothers Of
Invention-Pfaden.
"Who Could Imagine"
wurde teilweise auf
einer Europatournee
mitgeschnitten, auf
"Dreams On Long
Play" war allerdings
nur noch Black
übriggeblieben.
"Kein Akkord ist
hässlich genug, um
all die
Scheußlichkeiten zu
kommentieren, die
von der Regierung in
unserem Namen verübt
werden", sagte Zappa
höchst aktuell zu
Zeiten des
Vietnamkriegs, Mitte
der Sechziger.
Zunächst studierte
der als Francis
Vincent in Baltimore
geborene Künstler
jedoch Musiktheorie
am Chaffey College
in Kalifornien. In
dieser Zeit
absolvierte er nach
Informationen des
verstorbenen
Jazzforschers
Joachim Ernst
Behrendt auch einen
Sommerkurs für
"Zeitgenössische
Musik" im hessischen
Darmstadt, bei dem
Neutöner wie
Karlheinz
Stockhausen und
Mauricio Kagel als
Dozenten auftraten.
Das Internationale
Musikinstitut
Darmstadt kann
allerdings keine
Unterlagen über den
angeblichen Besuch
des knapp
Zwanzigjährigen
finden. Kein Wunder,
denn er habe, so
seine ehemalige Frau
Gail Zappa zu
SPIEGEL ONLINE ,
überhaupt "erst 1967
seinen ersten Pass
bekommen", um die
USA für
Tourneereisen zu
verlassen. Student
Zappa, soviel ist
gesichert,
orientierte sich an
französischen
Komponisten wie
Edgar Varèse und
Pierre Boulez und
schätzte die
europäische
Avantgarde der
Neutöner.
In Süddeutschland
lernte der junge
Zappa, Sohn einer
Familie mit
griechisch-arabisch-sizilianischen
Vorfahren, offenbar
auch das Land von
Bach und Beethoven
schätzen. "Er war
verrückt nach
Germany", sagt
Brock, Mitglied der
späten Mothers of
Invention. Das
könnte gute Gründe
haben: Zappa
forderte
unerbittliche
Perfektion und
brachte mit seinem
diktatorischen
Auftreten ganze
Generationen von
Bandmitgliedern zur
Verzweiflung. Auch
seinen langjährigen
Toningenieur Claus
Wiedemann aus dem
hessischen
Viernheim, der sein
erstes
Elektronikstudio
nach der Schule 1969
im südhessischen
Bensheim bei
Darmstadt betrieb,
wählte der
US-Musiker wohl
wegen dessen
penibler Genauigkeit
und kompromisloser
Qualität. Zappa warb
Wiedemann bei einer
Deutschland-Tournee
aus den Diensten
einer Vorgruppe ab.
Von dort zog der
Süddeutsche nach Los
Angeles und sorgte
für jenen perfekten
Dolby-Sound der
Zappa-Produktionen
im Studio und auf
der Leinwand, die
später mit einem
Oscar ausgezeichnet
wurden.Anfang der
siebziger Jahre
besuchten Zappa und
Wiedemann bei
Europatourneen
diverse
Spitzenrestaurants
der
badisch-französischen
Küche; in Heidelberg
verkehrte Zappa
regelmäßig in den
Gewölben von
Deutschlands
ältestem Jazzclub
"Cave", der von
Zappas deutschem
Konzertveranstalter
Fritz Rau 1954
mitgegründet worden
war. Wie sich andere
Zeitzeugen erinnern,
entschwand der
schnauzbärtige
Meister damals
regelmäßig in die
Nacht zu einer
blonden Muse, einer
Angestellten aus dem
Ort Sandhausen an
der Bergstraße. Die
etwas ältere Frau
begleitete den
33-Jährigen, der ein
eigenes
musikalischen
Groupie-Projekt
förderte, auch auf
der Europatournee
nach Mailand. "In
Europa hatte wir
immer viel Spaß",
sagt Brock, der als
Afroamerikaner in
seiner Familie
selbst deutsche
Vorfahren ausgemacht
hat
Nach dem frühen Tod
Zappas 1993 durch
Prostatakrebs führte
seine Frau Gail das
musikalische Erbe in
eine
Familien-Stiftung
über, die mit
juristisch harten
Bandagen die
Urheberrechte des
Meisters sichert.
Trotzdem findet
jährlich eine
"Zappanale" im
mecklenburg-vorpommerischen
Bad Doberan statt,
bei der deutsche
Zappa-Revivalbands
oder diverse
Klassik-Popensembels
aus Finnland oder
Italien auftreten.
So gilt für Zappa
das, was er einmal
über eine von ihm
geschätzte
Musikrichtung sagte:
"Jazz is not dead,
it just smells
funny". Übersetzt
wurde die
Liebeserklärung
gerne mit: "Jazz ist
nicht tot, er riecht
nur ein bisschen
komisch.
Mein absoluter
Lieblingskünstler
aller Zeiten ist
natürlich - wie
abgedroschen es auch
klingen mag - Frank
Zappa. Diesen Mann
verehrt ja fast
jeder, und da ich
für mein Leben gerne
offene Türen
einrenne, will ich
meine Kette von
Huldigungen mit
diesem Titanen des
Musikgeschäfts
anfangen, der es wie
kein zweiter
verstanden hat, zu
beweisen, daß
subversiver Humor
sehr viel mehr mit
den unschuldigen
Gemütern anzurichten
vermag als
zentnerweise
Blümchen, die in die
Läufchen von
Gewehrchen gesteckt
werden, deren Träger
die intendierte
Botschaft eh nicht
verstehen. War die
gewaltlose
Tugendhaftigkeit der
Hippies häufig
letzten Endes nicht
mehr als eine fromme
Geste, die dem
eigenen
Seelenfrieden mehr
zu Nutzen war als
der Erschaffung
einer schönen neuen
Welt (im
Drogenrausch stecke
ich Blümchen noch
GANZ WOANDERS HIN),
so zeigte sich in
der Arbeit von Mr.
Zappa eine
Kampfbereitschaft,
die nicht willens
war, sich mit der
allgegenwärtigen
Drögheit abzugeben,
sondern entschlossen
war, kompromißlos
ihre eigene Welt zu
formen und die
Dumpfbacken mit
einem beherzten
Tritt zumindest eine
Handbreit weiter in
Richtung Homo
Sapiens zu
befördern... Daß
dieser Tritt nicht
selten die hinteren
Partien des Körpers
traf, erzürnte so
manchen, verletzte
aber wohl nur im
Gemüt. Die Narben am
Po heilen rasch, und
der Lerneffekt ist
nicht von der Hand
zu weisen!
Ursprünglich stammte
der große Mann aus
Baltimore, Maryland,
dessen engstirnige
Provinzialität schon
ganz anderen
Künstlern
Inspiration für ihre
Arbeiten war, John
Waters zum Beispiel.
Da seine Eltern
berufsbedingt gen
Westen zogen, war es
aber in Kalifornien,
wo seine ersten
musikalischen
Gehversuche
stattfanden. So
tourte er eine Zeit
lang als Barmusiker
herum. Mit gerade 20
Jahren schrieb er
die Musik zu einem
B-Film, "The World´s
Greatest Sinner",
die eine der
frühesten
Vinylproben von
Zappas keimendem
Talent darstellt.
1964 gründete er mit
einigen
Gleichgesinnten die
"Mothers", die sich
später in die
legendären "Mothers
of Invention"
verwandeln sollten.
In der liebevollen
Umarmung der
hollywoodianischen
Gegenkultur entstand
so das erste Album,
"Freak Out" (1965),
das nicht nur ein
Statement zur
Freakszene der
Westküste
darstellte, sondern
auch eines der
ersten Konzeptalben
der Rockgeschichte.
Auf ihm befinden
sich zahlreiche
lustvolle Übungen in
zeitgenössischem
Teenagerschmalz wie
auch
Freiform-Freakouts,
deren Struktur
einzig der Laune des
Augenblicks
unterworfen war und
somit die spätere
Neigung Zappas
vorwegnahm,
Improvisationen
seiner Musiker in
einen strikten
kompositorischen
Rahmen einzubinden.
So sticht das
großartige "Help,
I´m a Rock" heraus
(das von
Begleitfreak Ed
Seeman zu einem
tollen
experimentellen
Kurzfilm verarbeitet
wurde) sowie "Return
of the Son of
Monster Magnet", in
dem sich zeigt, was
einige Freaks so
alles anstellen,
wenn ihnen in einem
Plattenstudio freie
Hand gelassen
wird... Dieses
12-minütige Chaos
ist sicherlich ein "famous
first" und zeigt
auch Zappas Vision
einer absurden Welt,
in der sich die
Formen, die ihre
Bedeutung verloren
haben,
verselbstständigen.
(Ein gräßlicher
Satz, aber das Stück
macht einen
Riesenspaß!) Die
Doppel-LP wirkt wie
eine nicht auf
Harmonie bedachte
Aneinanderreihung
von amerikanischen
Nichtigkeiten, die
mit einer
Slapstick-Kanone in
tausend Teile
zerblasen wird!
Diese Absicht wird
auf "Absolutely
Free" in wesentlich
kontrollierterer
Form dargereicht.
Die fast schon
kabarettistische
Gestaltung der
Platte hatte ihr
Gegenstück in den "Pigs
and
Repugnant"-Bühnenacts
der Mothers, bei
denen die laufende
Vorführung schon mal
unterbrochen wurde
von Leuten, die als
GIs verkleidet auf
die Bühne stürmten
und unter lautem
Gegrunze eine
Babypuppe
zerrissen...
Klassiker, die man
auf diesem tollen
Album findet, sind
das berühmte "Plastic
People", das in sehr
artikulierter Form
aus Chuck Berrys
nicht eben
vielsagendem "Louie
Louie" einen
Ausblick auf ein
Amerika macht, in
dem (um mit Vonnegut
zu sprechen) das
Mitgefühl so tot ist
wie ein Sargnagel.
Wie das Cover
unterstreicht, steht
in der modernen Welt
alles zum Verkauf,
und wer freundlich
lächelt und den
Traum am
geschicktesten
verkauft, erhält den
Zuschlag. Seite 1
wird weitgehend
beherrscht von "The
Duke of Prunes", in
dem der
Pflaumenfürst von
wildesten
Jazzrockimprovisationen
umkränzt wird, bis
man vor Wonne kaum
noch weiter weiß!
Dabei sind einzelne
Segmente mit für
Zappa typischen
farbenfrohen Titeln
gekennzeichnet wie
"Anrufung und
Ritualtanz des
jungen Kürbisses"...
Das beste Stück von
Seite 2 ist
sicherlich "Brown
Shoes Don´t Make It",
das Jello Biafra um
20 Jahre vorwegnimmt
und von sexuell
gehemmten fetten
Ratsherren
berichtet, die ihre
Arbeit benutzen, um
ihre Lust nach
minderjährigen
Mädchen zu
übertünchen. Auf der
CD gibt´s noch eine
Single von damals,
die die später zu
Ruhm & Ehren
gelangte "Big Leg
Emma" besingt. Die
LP endet mit
"America Drinks and
Goes Home", was
nicht zuletzt die
Zuhörerschaft
gehörig ungehörig
veralbert...
Für mich das erste
Meisterwerk ist die
1967 entstandene "We´re
Only In It For The
Money", dessen Cover
das "Sgt.
Pepper´s"-Cover der
Beatles veralbert,
was Mr. McCartney
angeblich nicht
amüsant fand, von
einer Klage aber
absah... Von
merkwürdigen
verhallten
Wisperpassagen
verbunden, entfaltet
sich ein überaus
vielfältiges
Sortiment von Songs,
das nicht nur Bezug
nimmt zur verhaßten
Spießerwirklichkeit,
sondern auch zur
damals grassierenden
"Flower
Power"-Bewegung,
deren
drogenverhangene
Selbstbezogenheit in
dem Stück "Absolutely
Free" vergackeiert
wird, unterbrochen
z.B. von Einwürfen
von Groupies. ("I
don´t do publicity
balling any more...")
Sehr deutlich wird
die Wichtigkeit, die
Sexualität für
Zappas Bild von der
Welt hat, in dem
mehr als nur ein
wenig des damals
modischen Wilhelm
Reich sichtbar wird.
Die Unfreiheit der
Welt ist bei Zappa |