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   Hamburger Starclub 13.04.1962  -  31.12.1969  ///  Sport, Städte, Sonstiges bis 1970

 

Frank ZAPPA

 

 

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   Bilder / Pics

Frank Zappa und seine Band im Hamburger Starclub am 4.Oktober 1968 ! Fotografen:  Robby Günther und (Foto) Hans-Peter Rademacher

05530 f - 4.10.1968 im Starclub 05530 i - 4.10.1968 im Starclub
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   I n f o r m a t i o n e n     ( update  02.2008 )        d e u t s c h - g e r m a n    

Frank Zappa war amerikanischer Komponist, Gitarrist, Arrangeur, Producer, Film-Regisseur, eine der innovativsten und einflussreichsten, aber auch umstrittensten Figuren der Rockgeschichte, der mit seiner Kritik am "American Way of Life" auf Unverständnis und Ablehnung stieß. Zappa, Frank Vincent Jr. wurde am 21. Dezember 1940 als Sohn sizilianisch - griechischer  Einwanderer in Baltimore, Maryland geboren.Frank Zappa´s Familie zog 1950 nach Lancaster, Kalifornien. Hier hatte Frank jedoch kaum Freunde und galt als Außenseiter.   In der Schule lernte er dann aber u.a. " Don van Vliet" kennen, der später als "Captain Beefheart" zur Subkultur - Prominenz gehören sollte. Mit ihm unternahm Zappa erste Gehversuche im Rock-Business.Zappa vereinbarte schon in Jugendjahren völlig unterschiedliche Musikstile: schwarzen Rhythm & Blues und avantgardistische E-Musik. Als 15jähriger begann er bereits, angeregt durch Kompositionen seines Idols Edgard Varese , Orchester- und Kammermusik zu schreiben.Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte er im Frühjahr 1951 als Schlagzeuger in San Diego mit einer Schulband. Mit dem Gitarrenspiel begann er erst 1956. Sein erstes Musikstück war eine Kompositionsszizze für eine Perkussionsgruppe, ein Beitrag für ein Schulwettbewerb.Er beschäftigte sich zu jener Zeit schon mit Musiktheorie und experimentierte als Achtzehnjähriger mit serieller Musik. Nach dem High-School - Abschluss im Jahre 1958 absolvierte er Kurse in Harmonie- und Kompositionslehre und übte sich im Komponieren und Partituren schreiben.Während die ersten Jahre seines musikalischen Schaffens von Orchestermusik und moderner Musik geprägt waren, wurde sein Interesse für R&B erst mehrere Jahre später geweckt. Zuerst musste er jedoch feststellen, das seine Versuche in Zwölftonmusik, aufgeführt, nicht einmal ihm selbst gefielen und das er damit keinen müden Dollar verdienen konnte. Dieses war jedoch notwendig, da er sein Elternhaus inzwischen verlassen hatte. Seine ersten finanziellen Erfolge Ende der 50er Jahre in der U- und Popular- und Film- Musik ließen ihn immer mehr von seinen E- Musik Perspektiven abrücken.Die ersten Rock & Roll Songs entstanden, als Zappa 18jährig in kurzlebigen Bands versuchte, seinen Lebensunterhalt mit dieser Art von Musik Geld zu verdienen. Außerdem spielte er jetzt neben Schlagzeug und Gitarre auch Vibraphon, Klavier und Orgel. Die erste Band hieß: The "Blackouts", aus der später "The Omens" wurden. Zu dieser Zeit verdiente er sich seinen Lebensunterhalt auch als Barpianist . In "The Omens" spielte er u.a. mit seinem College-Freund Don Van Vliet zusammen, mit dessen prä-Magic Band - "The Soots" Frank  in seinem "Studio Z" in Cucamonga - das er sich 1963 von seinen Filmmusikeinnahmen leisten konnte - mehrere Aufnahmen machte. Diese Band fiel jedoch schnell wieder auseinander.In diesen Tagen wirkte er des öfteren bei Avantgardekonzerten mit und spielte in Bands wie "Joe Perrino & The Mellotones", "The Boogiemen" sowie "The Muthers", einem Trio, dem auch Paul Woods (b) und Les Papp (dr) angehörten. Darüber hinaus arbeitete Frank Zappa als professioneller Producer für lokale Bands, darunter "Baby Ray & The Ferns & The Penguins".Jedoch wurden die Aktivitäten im "Studio Z" im dem spießigen Provinznest argwöhnisch betrachtet. Und dann ließ die örtliche Polizei das Studio wegen einiger auf einem Tonband sichergestellten Beischlafgeräusche und angeblicher "sexueller Perversionen" schließen. Frank wurde zu 10 Tagen Haft verurteilt mit der Bewährungsauflage in den nächsten Jahren mit keiner unverheirateten Frau unter 21 Jahren in Kontakt zu treten, außer in Gegenwart eines Erziehungsberechtigten. Frank hierzu: "Ein total perverses Urteil". Die beanstandeten Tonbandgeräusche tauchten dann aber etwa zwei Jahre später in ähnlicher Form im "Mothers Song - Help I Am A Rock - " wieder auf. Er verkaufte das Studio in der spießigen Gegend und zog nach Los Angeles.Gegen Ende des Jahres 1964 schloss sich Frank der Band "Soul Gaints" an, mit der zusammen er bereits früher u.a. für "Baby Ray & The Ferns und The Penguins" komponiert hatte, die aus dem Sänger Ray Collins, dem Bassisten Roy Estrada, dem Schlagzeuger Jimmy Carl Black und einem Saxofonisten namens David Coronado bestand. Dieser schied jedoch bald aus, nachdem Frank nicht nur der neue Gitarrist, sondern binnen kurzem auch der Chef der Band wurde.Das Programm der Band, die sich alsbald in "The Mothers" umbenannten wurde nach und nach von Soul-Nummern zu Frank Zappa´s Kompositionen umgestellt. Die Mothers spielten in der Folgezeit selten mehr als ein Konzert am selben Ort. Sie wurden gefeuert, weil die Clubbesitzer sauer wurden, weil sich dem Tanzpublikum die Beine bei dem Takt- und Tempoänderungen verknoteten. Außerdem waren in ihren Stücken viele Stolperrhytmen und verwirrende Breaks zu finden. Wagten dann doch einmal ein paar Tanzende Hit-Musik Wünsche zu äußern, wurden die Stücke zu einer verballhornten Spontanparodie. Derlei Hit-Zerstücklung und das rüde Umspringen mit dem zahlenden Publikum vergraulte zwar die Clubbesitzer, doch es trug stark zu der sich stetig ausweitenden Freak-Subkultur und zum Underground - Mythos der Mother´s bei.Da die Band mit ihren Durchschnittsalter von 26 Jahren für eine erfolgreiche Pop-Band eh zu alt war, praktizierten sie unter Zappa´s Regie das andere Extrem: das bizarre, skurrile, hässliche, ausgeflippte. Provokation und garstiges freakiges Äußeres wurden ihr Programminhalt. Neben den Mothers wirkten selbst die Rolling Stones wie eine brave Pfadfindergruppe.Und Frank Zappa´s Rechnung ging auf. Der Freund und Manager Mark Cheka verschaffte der Band wichtige Liveauftritte, welche mit einem Vertrag für die ersten zwei Platte bei dem Lable "Verve" Früchte trugen.Der eigentliche Durchbruch kam um 1966 , als Zappa zusammen mit den Mothers of Invention seine erste LP veröffentlichte: Freak out ! Ursprünglich hieß die Band "The Mothers" ,aber die Plattenfirma bestand auf eine Umbenennung , weil sie meinten, das keine Radiostation eine Band mit einem solchen Namen spielten würde. Als ob der Name das Problem gewesen wäre.Die Platte enthält viel Sozialkritisches und geniale Parodien verschiedener Musikstile, vermischt mit Perkussionsgeräuschen , elektronischen Klängen , Schreien und Gelächter. Zappas "Mothers Of Invention" stiegen in der Freak-Szene von Los Angeles mit ihrer bizarren Bühnenshow zur Kultband auf.   Zappa selbst wurde zu einem der bekanntesten Vertreter des musikalischen Undergrounds. Mit Feak Out ! brachte Zappa 1966 das erste Doppelalbum in der Geschichte der Rockmusik heraus. Die Texte waren ironische und provozierende Kommentare voller Gesellschaftskritik, und die Musik parodierte den sentimentalen Rock'n'Roll der fünfziger Jahre, benutzte aber auch Techniken des Free Jazz und der Klangstrukturen und Kompositionsprinzipien zeitgenössischer Komponisten.Zappa wurde schnell zu einer Kultfigur der Underground-Musik. In den folgenden drei Jahren veröffentlichte er fünf weitere Schallplatten, darunter We're only in it for the Money (1968, Wir machen das nur für die Kohle, mit einem Cover, das die Beatlesplatte Sergeant Pepper ironisierte) und Uncle Meat, (1969, Onkel Fleisch), eine provokative zweistündige Musikcollage, deren Großteil eine größere Nähe zu Komponisten des 20. Jahrhunderts wie Strawinsky als zum Rock aufwies. Bereits in diesen Aufnahmen zeigte sich Zappa als einer der herausragenden Rockgitarristen und verband in seiner Musik alle Elemente traditioneller Rockmusik mit den technischen experimentellen Strömungen der Neuen Musik.Frank Zappa gründete 1968 die Producer-Gesellschaft Bizarre sowie 1969 Straight und fungierte als Producer für die GTO's, Capt. Beefheart, Alice Cooper, Wild Man Fischer u.a.m. Beide Gesellschaften wurden in Verbindung mit der Auflösung von Mothers im Oktober 1969 veräußert.Ab 1970-71 begann Zappa mit den Aufnahmen zu dem Film 200 Motels, der von dem harten Tourneeleben der Rockmusiker in einem surrealistischen Universum handelt. In diesem Film spielte Ringo Starr die Hauptrolle; Frank Zappa arbeitete hierbei mit den wiederformierten Mothers und dem Royal Philharmonic Orchestra zusammen.Ob er seinen Kompositionen Rock- oder Jazzelemente zufügte , nie schien Zappa es wirklich ernst zu meinen, die Musik war immer geprägt von Stil-Montage und Spontaneität. Er spielte gerne mit dem , was er als Archetypal American Musical Icons bezeichnete. Die musikalischen Klischees die sich in den Köpfen der Leute eingeprägt hatten, galt es durcheinander zu wirbeln. Der Spott Zappas galt zunächst nur den bürgerlichen Wertvorstellungen und dem American Way Of Life. Aber mit der zunehmenden Kommerzialisierung der Protestbewegung wurde auch sie aufs Korn genommen. Vor den satirischen Rundumschlägen Zappas war nichts und niemand sicher.Um seine eigenwilligen Vorstellungen besser umsetzen zu können, löste Zappa Anfang der 70er die Mothers auf und spielte mit häufig wechselnden Bands. Charakteristisch auch Zappas hang zur Perfektion, nie war er mit sich oder seinen Stücken wirklich 100%tig zufrieden. Das spiegelt sich auch in den Bandbesetzungen nieder, in der sich die Musiker häufig die Klinke in die Hand gaben. Kaum jemand war den strengen Auswahlverfahren Zappas gewachsen.Nach 1976 brachte Frank Zappa ausschließlich Platten unter eigenem Namen heraus und bildete in den folgenden Jahren line-up´s u.a. aus Warren Cuccurullo, Adrian Belew, Steve Vai, Ray White, Mike Keneally und insbesondere Ike Willis (alle g, vo); Eddie Jobson (Ex-Curved Air, Ex-Roxy Music), Tommy Mars, Peter Wolf, Bobby Martin und Alan Zavod (alle keyb); Patrick O'Hearn, Arthur Barrow, Scott Thunes (alle b) und die Drummer Terry Bozzio (auch vo), Vinnie Colaiuta und Chad Wackerman sowie Ed Mann (vib, marimba). Daneben wirkten von Zeit zu Zeit sowohl verschiedene Mitglieder der (Ex-) Mothers als auch so bekannte Musiker wie der Jazzgeiger Jean-Luc Ponty, der Keyboarder George Duke sowie der Gitarrist Lowell George (Ex-Little Feat) in Zappa's Band mit.Frank Zappa selbst gastierte im Laufe der Jahre als Gitarrist oder Producer bei den Monkees, Fraternity Of Man, Jeff Simmons (Ex-Mothers), L. Shankar, Jean Luc Ponty (Ex-Mothers), John Lennon, Grand Funk Railroad, George Duke (Ex-Mothers) und Robert Charlebois.1986 hatte er eine Gastrolle in der Krimiserie Miami Vice. Er verkörperte dort einen Drogenhändler, der beim Showdown aus einem dahinrasenden Motorboot fällt. Ein Abgang, der ganz Zappa's Humor entspicht.Frank Zappas Texte hatten von Anfang an einen sarkastischen Stil und haben alles von Heuchelei und Engstirnigkeit bis hin zur politischen Korruption aufs Korn genommen. Das seine Texte seit Mitte der 80er Jahre eine vulgärere und stärker auf Sex ausgerichtete Sprache annahmen, ist im Lichte der 1985 von PMRC unternommenen Versuche zu sehen, eine strenge Zensur von Rocktexten einzuführen. Dagegen protestierte Frank Zappa persönlich bei Ronald Reagan und nahm an mehreren Kongreß-Hearings teil.Die vielen schlechten Erfahrungen mit der Musikbranche machten aus Frank Zappa einen tüchtigen Geschäftsmann. Mit seiner eigenen Gesellschaft Barking Pumpkin und der Versandfirma Barfko-Swill, die den Verkauf von Konzertvideos und Platten übernahm, hatte er ab 1981 völlige Kontrolle über seine Produkte. Um z.B. dem ausufernden Geschäft mit Bootlegs entgegenzutreten, überspielte Zappa kurzerhand eine Reihe der beliebtesten Schwarzpressungen (z.B. Picantique, Live in Saarbrücken) und gab sie selbst als offizielle 'Piraten'-Serie (Beat The Boots) heraus.Mit seiner großen theoretischen Kenntnis der Musikgeschichte und Tradition sowie einem sicheren Spürsinn für eine Unzahl von Nischen in einer gegebenen Stilart schuf Frank Zappa mit Talent, Fleiß und großem musikalischem Überblick Kompositionen und Arrangements der absoluten Sonderklasse. Obwohl er als Gitarrist ursprünglich stark von Clarence Gatemouth Brown und besonders Guitar Slim beeinflußt worden war, hat er sich selbst nie als besonders all-round betrachtet. Gegen Ende der 70-er Jahre verwendete er die Gitarre zunehmend nur noch bei Soloauftritten, ab Mitte der 80-er Jahre trat das Gitarrenspiel noch weiter in den Hintergrund.In den 80-er Jahren konzentrierte sich Frank Zappa verstärkt auf die Arbeit am Synclavier, insbesondere mit klassischen Kompositionen. Auf Tonträgern wird diese Arbeit mit den Triosonaten von Francesco Zappa (geb. in Mailand, gest. 1788) und der Solosynclavier-Platte "Jazz From Hell" dokumentiert. Letztere bekam 1988 den Grammy for Best Rock Instrumental 1987. Die Arbeiten am Synclavier wurden von dem Deutschen Henning Lohner in dem Interviewfilm Peefeeyatko (1991) festgehalten. Auch Frank Zappas übrigen klassischen Produktionen (dirigiert von Pierre Boulez) haben große Anerkennung gefunden.Ansonsten war Zappa rege damit beschäftigt, seine Vergangenheit zu vermarkten. Durch den Aufbau einer Musik- und Filmproduktionsgesellschaft machte er sich von den großen Plattenfirmen unabhängig.Mit seiner zweiten Frau Gail, die er 1969 heiratete, hatte er zwei Söhne, Dweezil und Ahmet Redan, und zwei Töchter, Moon Unit und Diva. Mit Moon Unit nahm er Valley Girl (1982, Talmädchen) auf, eine Parodie auf die kalifornische Lebenseinstellung, die sein einziger erfolgreicher Schlager in den USA wurde. Zur Ironie des Lebens gehört, daß der Gesellschaftskritiker Frank Zappa Dog Breath (aus dem Album Uncle Meat) an das Orchester der Militärakademie West Point absetzen konnte. Am 19. Februar 1992 wurde er mit dem Lifetime Achievement Award des Los Angeles Music Award geehrt und 1994 in Down Beat Critics Hall of Fame aufgenommen.Ende 1991 erkrankte Zappa schwer an einem spät diagnostizierten Prostatakrebs. Vor seinem Tod am 4. Dezember 1993 erlebte er ein steigendes Interesse an seinen Werken, sowohl des Rocks als auch der klassischen. Er hatte über 60 Langspielplatten veröffentlicht, unter denen sich sowohl Studioaufnahmen als auch akribisch bearbeitete Live-Aufnahmen befinden. Darüber hinaus hinterließ er viele Aufnahmen, die noch nicht veröffentlicht wurden. Zur Verwaltung seines unermesslichen Nachlasses hat Gail Zappa und The Zappa Family Trust einen Vertrag mit Rykodisc abgeschlossen, nachdem die Weltrechte an Zappas gesamten Werken sowie die Exklusivrechte an künftigen Ausgaben aus seinem großen Privatarchiv auf Rykodisc übergingen.Zu seinen späteren Aufnahmen gehören u. a. Zappa in New York (1977), Sheik Yerbouti (1979), Joe's Garage I (1979), Joe's Garage Act II (1979), die Trilogie Shut Up'n Play yer Guitar, Shut Up'n Play yer Guitar Some More (1980) und Return of the Son of Shut up'n Play yer Guitar (1980), Ship Arriving Too Late to Save a Drowning Witch (1982) und Jazz From Hell (1986). Zappas letzte Produktion, die zu Lebzeiten veröffentlicht wurde, war Yellow Shark mit dem Frankfurter "Ensemble Modern" im Jahr 1993. Gezeichnet von der schweren Krankheit musste Zappa bei der Uraufführung geschwächt das Dirigentenpult verlassen. Zappa dirigierte das erste Stück selbst und kündigte dann den Dirigenten Peter Rundel an, der die nächsten Stücke dirigierte. Danach wieder Zappa das letzte Stück vor der Pause. Nach der Pause mehrmals Rundel und Zappa im Wechsel. Das letzte Stück (G-Spot Tornado) wurde auch von Zappa dirigiert.Frank Zappa starb am 4. Dezember 1993 knapp zwei Wochen vor seinem 53. Geburtstag in Laurel Canyon, Kalifornien).Civilisation Phase III erschien kurz nach Frank Zappas Tod. Diese Aufnahme hatte Zappa noch selbst weitgehend fertig gestellt, seine Veröffentlichung aber nicht mehr erleben dürfen.


Frank Zappa ist mit seinen Ansichten zum American Way Of Life bis zum heutigen Tag eine der umstrittensten Figuren in der Rockgeschichte. Der amerikanische Komponist, Gitarrist, Arrangeur, Producer und Regisseur wird am 21. Dezember 1940 in Baltimore (Maryland) geboren. Wie er 1989 in seiner Autobiographie ("The Real Frank Zappa Book") schreibt, sind seine Vorfahren sizilianisch, griechisch, arabisch und französisch.
Nachdem die Zappas mit dem kleinen Frank nach Lancaster (Kalifornien) umziehen, gilt er in der Schule zunächst als Außenseiter und hat nur wenige Freunde. Aber sein Interesse für Musik ist geweckt, und bereits 1951 hat er seinen ersten öffentlichen Auftritt als Schlagzeuger einer Schulband. Mit dem Gitarrenspiel fängt Zappa erst im Jahre 1965 an. Schon als 15-Jähriger befasst er sich mit Musik-Theorie und schreibt klassische Stücke für Orchester, ein Interesse, das ihm sein Leben lang erhalten bleibt. So fasziniert ihn vor allem der französische Komponist Edgar Varese, aber auch John Cage und Henry Partch. Nach seinem High School-Abschluss im Jahr 1958 absolviert er Kurse in Harmonie- und Kompositionslehre.
Mit 18 Jahren versucht Frank Zappa zum ersten Mal, mit kurzlebigen Rock'n'Roll-Bands seinen Lebensunterhalt zu verdienen, da er mittlerweile von zu Hause ausgezogen ist und auf eigenen Füßen steht. Seine erste Band heißt The Blackouts, aus denen später The Omens werden. Neben Gitarre und Schlagzeug eignet er sich auch das Vibraphon-, Orgel- und Klavierspiel an, so dass er sich neben der Band als Barpianist eine Einkommensquelle sichern kann. Von zusätzlichen Filmmusik-Einnahmen (1959: "Run Home Slow"; 1962: "The World's Greatest Sinner") kann er sich 1963 sein sogenanntes Studio Z in Cucamonga leisten. In der Folgezeit spielt Zappa in zahlreichen weiteren Combos mit und macht sich ebenfalls als professioneller Producer lokaler Bands einen Namen.
Die Aktivitäten im Studio Z werden von der ansässigen Bevölkerung in dem spießigen Provinznest jedoch mit Argwohn beobachtet. Letztendlich macht die Polizei das Studio wegen sichergestellter Beischlafgeräusche und angeblicher sexueller Perversionen dicht. Zappa wird zu zehn Tagen Haft verurteilt und erhält die Bewährungsauflage, in den nächsten Jahren mit keiner unverheirateten Frau unter 21 in Kontakt zu treten, außer in Anwesenheit eines Erziehungsberechtigen. Etwa zwei Jahre später tauchen die Tonband-Geräusche im The Mothers-Song "Help I Am A Rock" wieder auf. Aufgrund der zahlreichen Querelen verkauft Frank Zappa jedoch das Studio Z und zieht nach Los Angeles.
Ende 1964 schließt er sich dort der Band Soul Giants an, die sich schnell in The Mothers umbenennen. Ein Grund hierfür ist, dass sich der anfängliche Soul-Stil der Band schnell hin zu Zappas Kompositionen wandelt. Frank wird nicht nur der neue Gitarrist, sondern auch Chef der Band. Ihre Musik zeichnet sich durch verwirrende Beats und Breaks, sowie Rhytmus- und Taktwechsel aus. Bei Auftritten werden aus etwaigen Hitwünschen des Club-Publikums meist entstellte Parodien. Diese provozierende Spielart der Mothers und ihr garstig-freakiges Erscheinungsbild trägt zu dem steigenden Subkultur-Mythos und der Bekanntheit im Underground bei.
Nach zahlreichen Gigs gelingt der eigentliche Durchbruch 1966 mit dem Debüt-Album "Freak Out!", dem ersten Doppelalbum der Rock-Geschichte. Dabei besteht die Plattenfirma auf den Namensänderung in The Mothers Of Invention, weil sie befürchtet, dass keine Band mit der einfachen Bezeichnung The Mothers eine Chance hätte, im Radio gespielt zu werden. Dabei steht der Name weit hinter dem Stil zurück. Mit den zahlreichen sozialkritischen Aspekten und Parodien des sanften Rock'n'Roll der 50er Jahre, sowie Schreien und Gelächter, steigen die Mothers Of Invention in der Underground-Szene von Los Angeles zur Kultband auf.
In den folgenden Jahren festigt sich die Position Zappas in der Szene. Langsam entwickelt er sich bedingt durch seinen innovativen musikalisch-vermischenden Umgang mit Techniken des Free Jazz und Klangstrukturen und Kompositionsprinzipien zeitgenössischer Komponisten zur Kultfigur. In den nächsten drei Jahren erscheinen noch fünf weitere Alben der Mothers, bis sich die Band Ende der 60er unter anderem wegen finanzieller Schwierigkeiten auflöst. 1969 heiratet Zappa Gail Sloatman, mit der er zwei Söhne (Dweezil und Ahmet Redan) und zwei Töchter (Moon Unit und Diva) hat.
Nach wenigen Tagen Drehzeit erscheint 1971 Frank Zappas erster Film "200 Motels", zu dem auch ein gleichnamiger Soundtrack erscheint. Er handelt von dem Leben einer tourenden Band Ende der 60er. Seine aktuelle Band löst sich nach einem Unfall Zappas auf, der ihn zunächst zwingt, alle musikalischen Aktivitäten einzustellen. Er wird beim Auftritt mit dem London Rainbow Orchestra von einem Zuschauer in den Bühnengraben gestoßen. Dabei verletzt er sich stark, so dass er erst mal im Rollstuhl unterwegs ist und eine Kehlkopfverletzung seine Stimmlage dauerhaft vertieft.
Ab 1976 bildet Zappa für seine Alben verschiedene Line-Ups mit Solo-Künstlern wie beispielsweise Steve Vai, Ray White, Mike Keneally und Ike Willis. Auch Zappa selbst gastiert im Laufe der Jahre als Gitarrist oder Producer unter anderem bei den Monkees, Fraternity Of Man oder auch John Lennon. 1986 verkörpert er einen Drogenhändler in der Krimi-Serie Miami Vice.
Seit Mitte der 80er Jahre nimmt seine immer schon vulgäre und Sex-bezogene Sprache eine noch verschärftere Form an. Als Grund hierfür kann man den Versuch des sogenannten PMRC (Parents' Music Resource Center) sehen, das sich unter anderem für eine verstärkte Zensur in der Musik einsetzt. Dagegen protestiert Zappa nicht nur persönlich bei Ronald Reagan oder in Kongreß-Hearings, sondern eben auch mit seinen Texten. In diesen widmet er dem Thema Sexualität größten Raum, pornographische Elemente treten in den Vordergrund. Seine schmutzig-ordinären Texte zielen gegen sittlichen Sauberkeitswahn, er attackiert damit alle gesellschaftlichen Sexual-Tabus, wobei ebenfalls Gewalt eine Rolle spielt.
Die schlechten Erfahrungen mit der Musik-Industrie veranlassen Zappa zur Gründung der Barking Pumpkin Gesellschaft und eines eigenen Versandhandels, um selbst die Kontrolle über seine Produktionen zu haben und von Plattenfirmen unabhängig zu sein. Hierbei wird er bei der Management-Arbeit zunächst von seiner Frau Gail unterstützt. Um dem ausufernden Bootleg-Geschäft entgegenzutreten, überspielt Zappa kurzerhand die beliebtesten Schwarz-Pressungen und bringt sie selbst heraus. Rein musikalisch tritt die Gitarre in seinen Kompositionen immer weiter in den Hintergrund und wird abgelöst durch den vermehrten Einsatz des Synklavier. Mit seinen großen Kenntnissen in Musikgeschichte und -tradition, sowie seinen Fähigkeiten, in vorhandenen Stilarten Nischen zu finden, produziert er mit dem Synklavier die Alben "Francesco Zappa" und "Jazz From Hell". Für letztere Solo-Platte erhält er 1987 den Grammy für das beste Rock-Instrumental-Album.
Ende des Jahres 1991 erkrankt Frank Zappa an einem spät diagnostizierten Prostata-Krebs.
In der folgenden Zeit erlebt er noch ein steigendes Interesse sowohl an seinen Rock- wie auch den Klassik-Werken. Für sein künstlerisches Schaffen, das bis zu diesem Zeitpunkt über 60 Studio- und Live-Alben, sowie einzelne Filme umfasst, wird Frank Zappa am 19. Februar 1992 mit dem Lifetime Achievement Award des Los Angeles Music Award geehrt. Der Krebs schwächt ihn jedoch so weit, dass er bei der Live-Aufführung seiner Komposition "Yellow Shark" mit dem Frankfurter Ensemble Modern im Jahr 1993 das Dirigentenpult verlassen muss. Frank Zappa stirbt am 4. Dezember 1993 in Laurel Canyon, Kalifornien.
Posthum wird er 1994 in die Down Beat Critics Hall of Fame aufgenommen. Seiner Familie hinterlässt er ein riesiges Privatarchiv mit vielfach unveröffentlichtem Material, dessen Exklusivrechte vertraglich bei Rykodisc liegen. 


Frank Zappa - das Rockidol. Er gilt noch heute als Bürgerschreck, Underground-Prophet, als Musikvisionär. Seine Musik war eine Herausforderung. Mit Bobby Brown, seinem großen Hit, machte er Geld. Doch eigentlich tummelte sich der Sohn sizilianischer Einwanderer lieber außerhalb der Kommerzkultur, in der Welt der frechen Klänge. Zappa, der Avantgardist, immer auf der Suche nach neuen Tönen und Klängen.
Zappa - der Musikvisionär. Wovon viele träumen, das war für ihn selbstverständlich: die peniblen Grenzen zwischen Pop, Jazz und E-Musik aufzubrechen. Ob Ravel, Strawinsky, Schönberg, alles fraß er vergnüglich in sich hinein und heraus kam: Zappa, mit Lust an der Provokation und beißender Ironie. Zappa probierte sich in allen Richtungen aus: ob Rock'n Roller oder rastloser Experimentator. Er war einer von den großen Pop-Revolutionären, wie Lennon oder Hendrix.
Zappa war der Guru, und mit ihm berühmt wurde seine Band, die legendären "Mothers of Invention". Don Preston, Ex-Mitglied der Band, erinnert sich: "Bei Zappa wussten wir nie, was wir spielen würden. Wir hatten keinen Ablauf. Zappa sprang in die Luft, und wenn er wieder aufkam, sollten wir einen neuen Song anfangen. Und wir wussten nicht welchen. Aber irgendwie spielten wir immer das Richtige."
»Der Sound, den er mit seiner Band kreierte, war revolutionär. Nie hatte man so etwas gehört.« Dirigent Kent Nagano über Frank Zappa
Kultiviert und äußerst raffiniert. Selbst die Protagonisten der Klassischen Musik sind des Lobes voll. So sagt der Dirigent Kent Nagano über seinen Freund Frank Zappa: "Der Sound, den er mit seiner Band kreierte, war revolutionär. Nie hatte man so etwas gehört. Äußerst kultiviert und äußerst raffiniert. Auf einem Niveau, von dem die übrige Rockmusik weit, weit entfernt war." Die Mitstreiter haben sich noch einmal formiert. Aus den Mothers von einst sind die Grandmothers geworden. Zum zehnten Todestag ihres Meisters gehen sie auf Reisen. In ihrem Gepäck: viel Zappa-Musik plus wehmütige Erinnerungen. Don Preston sagt über Zappa: "Er war einer der besten Komponisten, die vom Rock'n Roll kamen."
Zappa ist tot, doch die Legende lebt weiter. In Mecklenburg-Vorpommern steigt jährlich das internationale Zappafestival, die Zappanale. Schon ihretwegen - sagen die Zappalogen - hat sich die Wende gelohnt. Nun steht in Bad Doberan ein Zappa-Denkmal, das im Geburtsort Baltimore und auch in Los Angeles, wo Zappa lebte, noch aussteht.  Bis zu seinem Tode im Dezember 1993 hatte Frank Zappa 60 LPs veröffentlicht. Die alten Songs werden nun neu gesichtet. Noch einmal soll die zu Musik gewordene anarchische Hassliebe zu Highways, Motels und Hamburgern laut werden. Gerade ist die Platte der Grandmothers erschienen. Die Erfolgsgeschichte jenes Mannes, der sich der Welt am denkbar privatesten Ort präsentierte, ist noch lange nicht zu Ende.


Am 21. Dezember 1940 kam in Baltimore (Maryland) der wohl umstrittenste Musiker der Rockgeschichte zur Welt. Die Vorfahren des Komponisten, Gitarristen, Arrangeur, Produzenten und Regisseurs sind nach eigenen Angaben französisch, arabisch, sizilianisch und griechisch.
In der neuen Schule in Lancaster (Kalifonien) hat Frank zunächst wenig Freunde und gilt als Aussenseiter. Das konnte ihn aber nicht von seiner Leidenschaft zur Musik abhalten und so wurde er 1951 Schlagzeuger der Schulband und begann erst 1965 mit dem Gitarrenspiel. Fasziniert vom französischen Komponisten Edgar Varese begann Zappa schon mit 15 Jahren, klassische Stücke für Orchester zu schreiben und befasst sich intensiv mit der Musik-Theorie. Als er 1958 die High School abschloss, absolvierte er Kurse in Hamornie- und Kompositionslehre.
Als er mit 18 Jahren von zu Hause auszog, um auf eigenen Beinen zu stehen, verdiente er seine Brötchen mit kurzlebigen Rock n' Roll-Bands. Seine erste Combo hieß The Blackouts (später The Omens) und er eignete sich neben der Gitarre auch noch das Orgel-, Vibraphone- und Klavierspiel an. Das hatte den Vorteil, dass er als Barpianist noch nebenbei etwas Geld dazu verdiente. Sein erstes Studio, sein sogenanntes "Studio Z", konnte er sich leisten, als er auch noch Filmmusik ("Run Home Slow" (1959), "The World's Greatest Sinner" (1962)) schrieb und machte sich zusätzlich noch als Produzent lokaler Bands einen Namen.
Allerdings war das Studio kein gewöhnliches Studio, so dass die Polizei dieses wegen angeblicher sexueller Perversion und lauter Beischlafgeräusche dicht machte. Dazu kommen zehn Tage Haft für Zappa und die Auflage, sicher keiner unverheirateten Frau unter 21 zu nähern, außer in Begleitung eines Erziehungsberechtigten. Er verkauft das Studio später und zieht nach Los Angeles.
Dort schließt er sich 1964 der Band Soul Giants an, die sich aber bald in The Mothers umbenennen. Der Einfluss Zappas in den Stil der Band wird so stark, dass er folglich Chef der Band wird und die Musik ist lastig an wiirend Beats und Breaks und die Konzerte entpuppen sich schnell zu abstrakten Improvisations-Happenings, was zu einem hohen Bekanntheitsgrad im Underground beiträgt. Der endgültige Durchbruch gelang ihnen 1966 mit dem Debüt-Album "Freak Out!", dem ersten Doppelalbum der Rockgeschichte. Die Band wird aus Marketinggründen in The Mothers Of Invention umbenannt und steigt mit ihrem eigenwilligen Stil als Kultband auf.
In den Jahren darauf wird Zappa eine feste Größe in der Szene und entwickelt sich zur Kultfigur. Mit den Mothers veröffentlicht er noch fünf Albem, bis sich die Band Ender der 60er aus finanziellen Gründen auflöst. Er heiratet 1969 Gail Sloatman und hat mit ihr zwei Töchter (Moon Unit und Diva) und zwei Söhne (Dweezil und Ahmet Redan).
Zappas erster Film und gleichnamiger Soundtrack "200 Motels" erscheint 1971 und handelt vom Touren einer Band Ende der 60er Jahre. Nach einem Unfall Zappas, welcher ihn zum Einstellen aller musikalischen Aktivitäten zwingt, löst sich seine aktuelle Band auf. Bei einem Konzert mit dem London Rainbow Orchestra wird Zappa von einem Zuschauer in den Bühnegraben gestoßen, was ihn in einen Rollstuhl zwingt und die Stimme dauerhaft durch eine Verletzung des Kehlkopfs dauerhaft vertieft.
Ab 1979 macht Zappa weiter und nimmt Platten mit Künstlern wie Steve Vai, Mike Keneally, Ray White und Ike Willis auf. Er selbst gastiert auf Alben von den Monkees oder John Lennon. Als Schauspieler ist er 1986 in Miami Vice zu sehen: Er spielt einen Drogenhändler.
Mitte der 80er nimmt seine vulgäre Sprache ungeahnte Ausmaße an und protestiert so gegen die Musikzensur. Nicht nur in seinen Texten zeigt er seine Ansichten, auch auf Kongressen oder bei Ronald Reagen persönlich macht er keinen Hehl aus seiner Abneigung gegenüber der Zensur.
Das geht der Plattenindustrie zu weit und zwingt Zappa zur Gründung der Barking Pumpkin Gesellschaft und eines eigenen Vertriebes. Er stellt das Gitarrespielen immer mehr in den Hintergrund und konzetriert sich auf das Spielen des Synklaviers, das auf den Alben "Francesco Zappa" und "Jazz From Hell" verstärkt zum Einsatz kommt. Letzteres erhält 1987 einen Grammy als bestes Rock-Instrumental-Album.
Ende 1991 erkrankt Zappa an Prostatakrebs, der zu spät diagnostiziert wurde. Er widmet sich verstärkt der Msuik und wird 1992 mit dem Lifetime Achievement Award bei den Los Angeles Music Awards ausgezeichnet und stirbt am 4. Dezember 1993 in Laurel Canyon, Kalifornien. 


Zu Zeiten seiner Mothers Of Invention galt er als Bürgerschreck schlechthin. Aber der Oberclown der Rockmusik war vor allem ein ungemein kreativer Musiker, eine der wirklich schillernden Persönlichkeiten der zeitgenössischen Musik. Er scheute keine stilistischen Risiken und wurde von Heinz Rudolf Kunze in einem Artikel 1973 treffend als "musikalischer Innovator und akribischer Komponist" (Focus) beschrieben. Zappa stellte alle Konventionen in Frage, entstaubte den eher konservativen Rocksound und blieb immer ein Außenseiter, "ein Individualist wie er im Buche steht" (Westdeutsche Zeitung). Seine Fähigkeit, als Satiriker das verhaßte amerikanische Bürgertum zu persiflieren, war ebenso unumstritten wie seine Qualität als filigraner, fortschrittlicher Gitarrist.
Frank Zappas Werk umfaßt rund 50 sehr unterschiedliche Alben, von denen sich lediglich die vergoldeten "Over-Nite Sensation" und "Apostrophe" sowie "Sheik Yerbouti" und die Trilogie "Joe's Garage" überdurchschnittlich gut verkauften. Seine einzigen nennenswerten Singlehits gelangen ihm 1979 mit der Discoparodie "Dancing Fool" und dem Duett mit Tochter Moon Unit, "Valley Girl", von 1982.
Francis Vincent Zappa, "eine der konstant kontroversen Persönlichkeiten des Rock" (Rolling Stone), wurde als Sohn sizilianisch / griechischer Eltern am 18. 12. 1940 in Baltimore, Maryland, geboren. Seine Familie zog an die Westküste und ließ sich 1956 im kalifornischen Lancaster nieder. Zappa schlug die Trommel im Musikzug der Schule und saß hinter dem Schlagzeug der achtköpfigen RB-Band Blockouts. Die Gruppe brach auseinander, als Zappa seine erste Frau Kay heiratete und sich 1959 am Chaffey College in Alta Loma, Kalifornien, für Musiktheorie einschrieb. Er brach das Studium nach sechs Monaten ab und konzentrierte sich auf seine Gitarrenlaufbahn. Zappa lernte Don Van Vliet kennen, dem er das Pseudonym Captain Beefheart gab. In den folgenden zehn Monaten spielte Zappa Cocktailmusik in den örtlichen Unterhaltungsbars.
1960 widmete sich Frank Zappa ersten Aufnahmen und schrieb den Soundtrack zu einem B-Movie, das unter dem Titel "The World's Greatest Sinner" in den Kinos lief. Steve Allen lud ihn in seine Fernsehshow ein, und Zappa führte sein "Bicycle Concerto" auf. 1963 komponierte er die Musik zu dem Billigwestern "Run Home Slow", kaufte sich von dem Erlös eine elektrische Gitarre und richtete sich in Cucamonga, Kalifornien, ein winziges 3-Spur-Studio ein. Außerdem plante er mit Captain Beefheart und den späteren Mothers, Ray Collins (voc, harm, perc) und Jim "Motorhead" Sherwood (sax, voc, g), ein Projekt namens Soots. Die Aufnahmen dieser Gruppe blieben unveröffentlicht.
Nach einigen Schwierigkeiten mit der amerikanischen Justiz - Zappas Studio geriet unter den Verdacht, pornographisches Material zu produzieren - schloß sich Zappa in Los Angeles den Soul Giants an, die er erst Muthers und ab 1965 Mothers Of Invention nannte. In der Originalformation spielten neben Zappa (g, voc), Collins, Roy Estrada (b), Jimmy Carl Black (dr) und Dave Coronada (sax), der wenig später durch den Gitarristen Elliot Ingber ersetzt wurde. Ein Jahr benötigten die Mothers, um ihr buntes, böses Politrock-Kabarett im kalifornischen Underground durchzusetzen. Anfang 1966 nahm Tom Wilson (Bob Dylan, Velvet Underground) die Gruppe für MGM Records unter Vertrag.
Ursprünglich wollte er nur eine Single mit der Band produzieren, doch als er die "Mütter" im Studio erlebte, investierte er 21 000 Dollar in das Album "Freak Out", das "romantischen Pop und Protestsongs wie "Who Are The Brain Police?"" (Rolling Stone) enthielt. Zappa wurde dabei von Black, Estrada und Ingber begleitet. Freak Out gilt als eine der ersten Konzept-LPs der Rockgeschichte und ist eine präzise, ironische Skizze der damaligen Underground-Szene von L. A.
Da Ingber anschließend zu den Fraternity Of Men abwanderte, mußten die Mothers Of Invention 1967 für "Absolutely Free" (US #22) umgebildet werden. Zappa, Black und Estrada bekamen Verstärkung durch Collins, Billy Mundi (dr), Don Preston (key) und Bunk Gardner (sax). Songs wie "Plastic People" und "America Drinks" bestätigten Frank Zappa als enfant terrible und hintergründigen Chronisten seiner Zeit. Die Mothers nahmen ein sechsmonatiges Engagement im Garrick Theatre New York an. Vierzehn Mal pro Woche präsentierten sie ein skurriles, provozierendes Rocktheater, bei dem Zappa Zeremonienmeister und Politrebell in einer Person war. Kein Wunder, daß konservative Kräfte in den USA Kampagnen gegen die "Obermutter aller Freaks" (Musik Express) starteten.
Zum Cover von "We're Only In It For The Money" (US #29) holte sich Zappa in London die Erlaubnis von den Beatles, deren "Sgt. Peppers"-Cover zu karikieren. Pianist Ian Underwood und Saxophonist Jim Sherwood erweiterten das Ensemble, das zwischenzeitlich in England gastierte und sich danach zur ersten offiziellen Soloplatte von Zappa zur Verfügung stellte. Auf "Lumpy Garvey" (US #87) verarbeitete Frank Zappa vielschichtige Einflüsse, von modernen Komponisten wie Strawinsky und Varese über den Blues bis hin zur Avantgarde. An die 50 Musiker und Chorsänger benötigte das Allroundtalent für diese Arbeit. So entstand "ein kurios inkonsistentes Stück, welches eigentlich ein Ballett werden sollte, aber es irgendwie nicht schaffte" (Frank Zappa).
Anfang 1968 zogen sich Zappa & Co. zu einer fünfmonatigen Klausur ins New Yorker Apostolic Studio zurück, um zwei unterschiedliche Konzepte zu entwickeln. Einzige personelle Veränderung: Billy Mundi, der zu Rhinoceros wechselte, wurde durch Artie Tripp an den Drums ersetzt. "Cruisin With Ruben & The Jets" (US #49) und das Doppelalbum "Uncle Meat" (US #38) verdeutlichten die gegensätzlichen musikalischen Pole Frank Zappas. "Ruben" war authentischer Rock 'n' Roll der 50er Jahre, die den Plattenkäufer glauben machen konnte, das eben erworbene Werk sei mindestens 10 Jahre alt. "Uncle Meat" dagegen zeigte Zappa als Provokateur mit experimentellen, minimalistischen Avantgarde-Ansätzen. Anschließend kam die Band zurück nach Los Angeles, und Zappa heiratete zum zweitenmal.
Die Ära der Mothers Of Invention fand 1969 nach zwei weiteren Alben ein vorübergehendes Ende. "Weasels Ripped My Flesh" faßte Live- und Studioaufnahmen zwischen 1967 und 1969 zusammen, und in "Burnt Weeny Sandwich" (US #88) erkannte z. B. Billboard "eine Rückkehr Zappas zu seinen Wurzeln". Im Oktober 1969 erklärte Frank Zappa vor der Presse: "The Mothers Of Invention, diese berüchtigte und rockende Teenagercombo, hat aufgehört, Konzerte zu geben. Es ist möglich, daß es zu einem späteren Zeitpunkt, wenn das Publikum das vorhandene Plattenmaterial angenommen hat, zu einer Wiedervereinigung kommt."
Augenscheinlich fühlte sich Zappa mißverstanden, war desillusioniert, verärgert durch Konzertkrawalle, wie beispielsweise in Berlin. Er konzentrierte sich auf das Label Bizarre Records, das er mit seinem Manager Herb Cohen gegründet hatte, und förderte sehr exzentrische Künstler, wie Wild Man Fisher oder die Frauenband G.T.O.s. Außerdem produzierte er für Captain Beefheart "Trout Mask Replica".
Seine zweite Soloplatte hieß Ende 1969 "Hot Rats" (US #10), auf der ihn Jean-Luc Ponty und Don "Sugarcane" Harris sowie Captain Beefheart als Vokalist unterstützten. Die 70er-LP "Chunga's Revenge" lebte dagegen überwiegend von Zappas instrumentalen Ausflügen in den Bereich der Fusion von Rock, Jazz und Blues. Zu diesem Zeitpunkt plante er bereits eine Neuauflage der Mothers Of Invention, um sein skurriles Filmdrehbuch "200 Motels" auch auf Konzertbühnen zu testen. Die absurde, vollkommen ausgeflippte Story über den Lebenswandel eines Rockmusikers wurde sowohl als Film als auch als Doppel-LP (US #57) von United Artists verlegt. Zur Studioproduktion fand sich neben den Ex- Turtles Howard Kaylan (voc), Mark Volman (voc) und Jim Pons (voc, b), dem Ehepaar Ian (key) und Ruth Underwood (perc), dem erfahrenen britischen Drummer Aynsley Dunbar und Jazz-Rokker George Duke (key) das komplette Royal Philharmonic Orchestra ein.
1971 trat Frank Zappa außerdem als Überraschungsgast bei den New Yorker Gastspielen von John Lennon und Yoko Ono auf und erlebte darüber hinaus eine katastrophale Europatournee. In der Schweiz wurde die gesamte Anlage gestohlen, und in London verletzte sich Zappa ernsthaft, nachdem ihn der erregter Ehemann eines weiblichen Fans von der Bühne im Rainbow Theatre stieß. Frank Zappa verbrachte fast zwölf Monate im Rollstuhl und feilte am neuen Konzept der Mothers Of Invention (ohne Ruth Underwood und Duke, dafür mit Don Preston an den Keyboards).
Gleich drei Alben erschienen 1972. "Just Another Band From L. A." (US #80), "Waka Jawaka" und "The Grand Wazoo" leiteten einen stilistischen Wechsel weg vom Countryrock, hin zum Jazzrock ein. Seine Anhänger reagierten verwirrt oder ablehnend auf die veränderten musikalischen Vorzeichen. "Das ingeniöse Monument zeitgenössischer Musik" (Süddeutsche Zeitung) ließ sich nicht beirren und produzierte mit ständig wechselnden, bis zu 20 Musiker starken Formationen (u. a. mit Duke, dem Drummer Chester Thompson und Jazzer Mike Altschul) "Over-Nite Sensation" und, wegen der vielen illegalen Mitschnitte seiner Konzerte, das Live-Doppelalbum "Roxy & Elsewhere" (US #38).
Jack Bruce (b), die Underwoods, Dunbar, Duke, Ponty und Napoleon Murphy Brock (sax) zählten zu den Stargästen von "Apostrophe" (US #19). Seine erfolgreichste Platte erinnerte streckenweise an Zappas früheren Zynismus, und Sounds rezensierte hoffnungsfroh: "Seine Angriffe gegen die amerikanischen Spießbürger wirken immer dann am besten, wenn der musikalische Schrott dieser mittelständischen Welt als Soundtrack zum Text verwendet wird." 1975 beendete "One Size Fits All" (US #34) endgültig die Ära der Mothers. Die LP erschien wie alle Platten zwischen 1973 und 1979 auf dem Label Discreet Records, das Zappa unterhielt, um seine Unabhängigkeit zu wahren; denn die Plattenindustrie forderte immer wieder Hits von dem "arbeitswütigen Musik-Guerilla" (Musik Express). Ebenfalls 1975 produzierte Zappa zusammen mit Captain Beefheart "Bongo Fury" (US #68).
Die anschließende Veröffentlichungspolitik blieb bis etwa 1979 relativ undurchsichtig. Zappa widmete sich 1976 der Produktion der Grand Funk-LP "Good Singin' Good Playin'". Bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit seinem einstigen Partner Herb Cohen und dem Vertrieb von Reprise Records ging es um zehn Millionen Dollar. Besonders erwähnenswert aus dieser Zeit sind der Mitschnitt "In New York" (US #66), die instrumentalen Leistungen von "Sleep Dirt" und das orchestrale Werk "Studio Tan", über das Zappa sagte: "Stücke von gewaltiger Schönheit, durchsetzt von Sensibilität, scharfen Einsichten, stolprigen sozialen Bedeutungen, laut, sanft, mysteriös." 1979 gründete er das Label Zappa Records und nannte zukünftig alle seine Begleitgruppen ebenfalls Zappa. Zunächst erschien die Doppel-LP "Sheik Yerbouti" (GB #25, US #36, D #10) mit den überragenden Parodien auf die Disco-Welle ("Dancin' Fool") und Punk-Revolte ("I'm So Cute") und der in Deutschland in den Top 10 plazierten Single "Bobby Brown" (D #4). Es folgte eine LP-Trilogie im Rockopercharakter. Auf "Joe's Garage Act I" (US #42, D #41) "Act II & III" (US #80, D #31) und "Tinseltown Rebellion" (US #56, D #23) ließ Zappa seine persönlichen Erfahrungen mit der Musikindustrie einfließen: Es ist die Geschichte eines Musikers, der mit dem Gesetz in Konflikt geriet, nur weil er überlaut Gitarre spielte. In dieser vielleicht witzigsten Periode Zappas kam er nach dem bissigen "Don't Eat The Yellow Snow" (US #74) vom Herbst 1974 mit "Dancin' Fool" (US #54) zum zweiten Mal in die nordamerikanischen Singlecharts.
Im Anschluß an "Tinseltown" bot Zappa ausschließlich über den Postvertrieb auf der Dreifach-Platte "Shut Up'n Play Yer Guitar" eigenwillige Gitarrenexkursionen an, die ihn als kreativen Musiker auswiesen.
Er plante außerdem anläßlich einer Europatournee ein Orchesterwerk mit den Wiener Philharmonikern, produzierte in New York ein Konzert mit Kompositionen von Edgar Varese und tauchte im Juli 1982 überraschend mit Tochter Moon Unit mit "Valley Girl" (US #32) in den Hitparaden auf. Auch in den 80er Jahren blieb Zappas Aktionsradius unverändert groß. Mit dem Gitarrentalent und "Saitenakrobat" (Fachblatt) Steven Vai (später in der Band von David Lee Roth) nahm er zwischen 1982 und 1985 sechs Alben auf, darüber hinaus "The Perfect Stranger" mit klassisch ausgebildeten französischen Musikern. Die besten Kritiken in dieser Phase - "textmäßig schwachsinnig, musikalisch durchaus gehaltvoll" (Musik Express) - erzielte er für die Musik von "Ship Arriving Too Late To Save Drowning Witch" (US #23, D #65), "Them Or Us" (GB #34, D #42) und die "grotesken Klangkollagen aus Free Jazz, Pop und avantgardistischer E-Musik" (Musik Szene) auf "Meets The Mothers Of Prevention" (GB #46).
Zappas wüste, oft ordinäre Anarchosprache hatte sich überlebt und wurde nur noch milde belächelt. Dafür rückte der Gitarrist Frank Zappa immer mehr in den Mittelpunkt. Seine mutigen Improvisationen galten als die "Quintessenz des Grotesken in der Rockmusik" (Guardian). Während "Jazz From Hell" (GB #46) 1986 vom technischen Können des Meisters lebte und in der Kategorie bestes Rockinstrumental mit einem Grammy ausgezeichnet wurde, präsentierte sich Zappa im Jahr darauf mit "Does Humor Belong In Music?" als "Rock-Jazz-Genie mit Clown-Talenten" (Musik Szene). Einige seiner besten Soli stellte er schließlich 1988 für eine weitere Doppel-LP unter dem Titel "Guitar" (D #40) zusammen. Im Frühjahr 1988 startete Zappa die sechsteilige Serie "You Can't Do That On Stage Anymore", die Live-Höhepunkte dokumentierte. Auch die anschließende Tournee Broadway To The Hard Way, die sich wirtschaftlich als Flop erwies und in deren Verlauf Zappa auch in der damaligen Sowjetunion gastierte, lieferte wieder Stoff für eine Live-Platte.
1990 kam Zappas Autobiographie "The Real Frank Zappa Book" in die Buchläden. Im Januar traf er den tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Havel in Prag, um ihn für seine Fernsehshow Frank Zappa's Wild Wild East zu interviewen: "Er hat mir gesagt, daß er meine Platten mag, besonders Bongo Fury" (Frank Zappa). 1991 liebäugelte Frank Zappa mit einer Präsidentschaftskandidatur.
Im Rahmen des Frankfurt Festival '92 wurde im September in der Frankfurter Alten Oper Zappas Orchestersuite "The Yellow Shark" aufgeführt, die im Spätsommer 1993 auch als Album herauskam. Im November 1991 erklärten Zappas Kinder Moon und Dweezil in New York, daß ihr Vater an Prostata-Krebs erkrankt sei und deshalb nicht an seinem viertägigen Projekt Zappa's Universe aus Anlaß seines 50. Geburtstages teilnehmen könnte. "The Yellow Shark" (D #61) war die letzte Veröffentlichung zu Lebzeiten Zappas, der am 4. 12. 1993 in seinem Haus in Los Angeles starb.
Posthum erhielt "der Meister des perfekt getimten Chaos" (Musik Express) für "Sofa", gespielt von Zappa's Universe Rock Group mit Steve Vai als unumstrittenem Star, erneut in der Sparte bestes Instrumental einen Grammy. Darüber hinaus wurden diverse Alben veröffentlicht. Neben Ansammlungen obskurer, technisch manchmal unzureichender Tondokumente fielen die sorgfältig ausgewählten Retrospektiven "The Lost Episodes" und "Läther" sowie die von "King Zappa" (Billboard) noch persönlich neu gemischten fünfzehn Klassiker von "Have I Offended Someone" positiv auf.
Unter Führung von Jimmy Carl Black und Don Preston formierten sich 1981 Teile der Ur-Mothers zu den Grandmothers, die leicht nostalgische Tourneen absolvierten und auch wieder ins Studio gingen, ohne jedoch den erhofften Erfolg erzielen zu können. 1987 demonstrierte Zappas gerade 17jähriger Sohn Dweezil, Moderator beim VideoclipKanal MTV, auf seinem LP-Debüt "Havin' A Bad Day", daß er seinem Vater als fingerfertiger Gitarrist in nichts nachstand. Schon mit seiner zweiten Platte "My Guitar Wants To Kill You" erwies sich Dweezil Zappa "als Gitarrist der ersten Hardrock-Garnitur" (Musik Express). Als Produzent des vielversprechenden Talents stellte sich der Heavyspezialist Beau Hill (Ratt, Twisted Sister) zur Verfügung.
Die Grandmothers bewegten sich in der Besetzung Jimmy Carl Black, Bunk Gardner, Don Preston, Sandro Oliva und Enker Bladezpper auf alten Mothers Of Invention-Pfaden. "Who Could Imagine" wurde teilweise auf einer Europatournee mitgeschnitten, auf "Dreams On Long Play" war allerdings nur noch Black übriggeblieben.


"Kein Akkord ist hässlich genug, um all die Scheußlichkeiten zu kommentieren, die von der Regierung in unserem Namen verübt werden", sagte Zappa höchst aktuell zu Zeiten des Vietnamkriegs, Mitte der Sechziger. Zunächst studierte der als Francis Vincent in Baltimore geborene Künstler jedoch Musiktheorie am Chaffey College in Kalifornien. In dieser Zeit absolvierte er nach Informationen des verstorbenen Jazzforschers Joachim Ernst Behrendt auch einen Sommerkurs für "Zeitgenössische Musik" im hessischen Darmstadt, bei dem Neutöner wie Karlheinz Stockhausen und Mauricio Kagel als Dozenten auftraten.
Das Internationale Musikinstitut Darmstadt kann allerdings keine Unterlagen über den angeblichen Besuch des knapp Zwanzigjährigen finden. Kein Wunder, denn er habe, so seine ehemalige Frau Gail Zappa zu SPIEGEL ONLINE , überhaupt "erst 1967 seinen ersten Pass bekommen", um die USA für Tourneereisen zu verlassen. Student Zappa, soviel ist gesichert, orientierte sich an französischen Komponisten wie Edgar Varèse und Pierre Boulez und schätzte die europäische Avantgarde der Neutöner.
In Süddeutschland lernte der junge Zappa, Sohn einer Familie mit griechisch-arabisch-sizilianischen Vorfahren, offenbar auch das Land von Bach und Beethoven schätzen. "Er war verrückt nach Germany", sagt Brock, Mitglied der späten Mothers of Invention. Das könnte gute Gründe haben: Zappa forderte unerbittliche Perfektion und brachte mit seinem diktatorischen Auftreten ganze Generationen von Bandmitgliedern zur Verzweiflung. Auch seinen langjährigen Toningenieur Claus Wiedemann aus dem hessischen Viernheim, der sein erstes Elektronikstudio nach der Schule 1969 im südhessischen Bensheim bei Darmstadt betrieb, wählte der US-Musiker wohl wegen dessen penibler Genauigkeit und kompromisloser Qualität. Zappa warb Wiedemann bei einer Deutschland-Tournee aus den Diensten einer Vorgruppe ab. Von dort zog der Süddeutsche nach Los Angeles und sorgte für jenen perfekten Dolby-Sound der Zappa-Produktionen im Studio und auf der Leinwand, die später mit einem Oscar ausgezeichnet wurden.Anfang der siebziger Jahre besuchten Zappa und Wiedemann bei Europatourneen diverse Spitzenrestaurants der badisch-französischen Küche; in Heidelberg verkehrte Zappa regelmäßig in den Gewölben von Deutschlands ältestem Jazzclub "Cave", der von Zappas deutschem Konzertveranstalter Fritz Rau 1954 mitgegründet worden war. Wie sich andere Zeitzeugen erinnern, entschwand der schnauzbärtige Meister damals regelmäßig in die Nacht zu einer blonden Muse, einer Angestellten aus dem Ort Sandhausen an der Bergstraße. Die etwas ältere Frau begleitete den 33-Jährigen, der ein eigenes musikalischen Groupie-Projekt förderte, auch auf der Europatournee nach Mailand. "In Europa hatte wir immer viel Spaß", sagt Brock, der als Afroamerikaner in seiner Familie selbst deutsche Vorfahren ausgemacht hat
Nach dem frühen Tod Zappas 1993 durch Prostatakrebs führte seine Frau Gail das musikalische Erbe in eine Familien-Stiftung über, die mit juristisch harten Bandagen die Urheberrechte des Meisters sichert. Trotzdem findet jährlich eine "Zappanale" im mecklenburg-vorpommerischen Bad Doberan statt, bei der deutsche Zappa-Revivalbands oder diverse Klassik-Popensembels aus Finnland oder Italien auftreten.
So gilt für Zappa das, was er einmal über eine von ihm geschätzte Musikrichtung sagte: "Jazz is not dead, it just smells funny". Übersetzt wurde die Liebeserklärung gerne mit: "Jazz ist nicht tot, er riecht nur ein bisschen komisch.


Mein absoluter Lieblingskünstler aller Zeiten ist natürlich - wie abgedroschen es auch klingen mag - Frank Zappa. Diesen Mann verehrt ja fast jeder, und da ich für mein Leben gerne offene Türen einrenne, will ich meine Kette von Huldigungen mit diesem Titanen des Musikgeschäfts anfangen, der es wie kein zweiter verstanden hat, zu beweisen, daß subversiver Humor sehr viel mehr mit den unschuldigen Gemütern anzurichten vermag als zentnerweise Blümchen, die in die Läufchen von Gewehrchen gesteckt werden, deren Träger die intendierte Botschaft eh nicht verstehen. War die gewaltlose Tugendhaftigkeit der Hippies häufig letzten Endes nicht mehr als eine fromme Geste, die dem eigenen Seelenfrieden mehr zu Nutzen war als der Erschaffung einer schönen neuen Welt (im Drogenrausch stecke ich Blümchen noch GANZ WOANDERS HIN), so zeigte sich in der Arbeit von Mr. Zappa eine Kampfbereitschaft, die nicht willens war, sich mit der allgegenwärtigen Drögheit abzugeben, sondern entschlossen war, kompromißlos ihre eigene Welt zu formen und die Dumpfbacken mit einem beherzten Tritt zumindest eine Handbreit weiter in Richtung Homo Sapiens zu befördern... Daß dieser Tritt nicht selten die hinteren Partien des Körpers traf, erzürnte so manchen, verletzte aber wohl nur im Gemüt. Die Narben am Po heilen rasch, und der Lerneffekt ist nicht von der Hand zu weisen!  
Ursprünglich stammte der große Mann aus Baltimore, Maryland, dessen engstirnige Provinzialität schon ganz anderen Künstlern Inspiration für ihre Arbeiten war, John Waters zum Beispiel. Da seine Eltern berufsbedingt gen Westen zogen, war es aber in Kalifornien, wo seine ersten musikalischen Gehversuche stattfanden. So tourte er eine Zeit lang als Barmusiker herum. Mit gerade 20 Jahren schrieb er die Musik zu einem B-Film, "The World´s Greatest Sinner", die eine der frühesten Vinylproben von Zappas keimendem Talent darstellt. 1964 gründete er mit einigen Gleichgesinnten die "Mothers", die sich später in die legendären "Mothers of Invention" verwandeln sollten. In der liebevollen Umarmung der hollywoodianischen Gegenkultur entstand so das erste Album, "Freak Out" (1965), das nicht nur ein Statement zur Freakszene der Westküste darstellte, sondern auch eines der ersten Konzeptalben der Rockgeschichte. Auf ihm befinden sich zahlreiche lustvolle Übungen in zeitgenössischem Teenagerschmalz wie auch Freiform-Freakouts, deren Struktur einzig der Laune des Augenblicks unterworfen war und somit die spätere Neigung Zappas vorwegnahm, Improvisationen seiner Musiker in einen strikten kompositorischen Rahmen einzubinden. So sticht das großartige "Help, I´m a Rock" heraus (das von Begleitfreak Ed Seeman zu einem tollen experimentellen Kurzfilm verarbeitet wurde) sowie "Return of the Son of Monster Magnet", in dem sich zeigt, was einige Freaks so alles anstellen, wenn ihnen in einem Plattenstudio freie Hand gelassen wird... Dieses 12-minütige Chaos ist sicherlich ein "famous first" und zeigt auch Zappas Vision einer absurden Welt, in der sich die Formen, die ihre Bedeutung verloren haben, verselbstständigen. (Ein gräßlicher Satz, aber das Stück macht einen Riesenspaß!) Die Doppel-LP wirkt wie eine nicht auf Harmonie bedachte Aneinanderreihung von amerikanischen Nichtigkeiten, die mit einer Slapstick-Kanone in tausend Teile zerblasen wird!  
Diese Absicht wird auf "Absolutely Free" in wesentlich kontrollierterer Form dargereicht. Die fast schon kabarettistische Gestaltung der Platte hatte ihr Gegenstück in den "Pigs and Repugnant"-Bühnenacts der Mothers, bei denen die laufende Vorführung schon mal unterbrochen wurde von Leuten, die als GIs verkleidet auf die Bühne stürmten und unter lautem Gegrunze eine Babypuppe zerrissen... Klassiker, die man auf diesem tollen Album findet, sind das berühmte "Plastic People", das in sehr artikulierter Form aus Chuck Berrys nicht eben vielsagendem "Louie Louie" einen Ausblick auf ein Amerika macht, in dem (um mit Vonnegut zu sprechen) das Mitgefühl so tot ist wie ein Sargnagel. Wie das Cover unterstreicht, steht in der modernen Welt alles zum Verkauf, und wer freundlich lächelt und den Traum am geschicktesten verkauft, erhält den Zuschlag. Seite 1 wird weitgehend beherrscht von "The Duke of Prunes", in dem der Pflaumenfürst von wildesten Jazzrockimprovisationen umkränzt wird, bis man vor Wonne kaum noch weiter weiß! Dabei sind einzelne Segmente mit für Zappa typischen farbenfrohen Titeln gekennzeichnet wie "Anrufung und Ritualtanz des jungen Kürbisses"... Das beste Stück von Seite 2 ist sicherlich "Brown Shoes Don´t Make It", das Jello Biafra um 20 Jahre vorwegnimmt und von sexuell gehemmten fetten Ratsherren berichtet, die ihre Arbeit benutzen, um ihre Lust nach minderjährigen Mädchen zu übertünchen. Auf der CD gibt´s noch eine Single von damals, die die später zu Ruhm & Ehren gelangte "Big Leg Emma" besingt. Die LP endet mit "America Drinks and Goes Home", was nicht zuletzt die Zuhörerschaft gehörig ungehörig veralbert...
Für mich das erste Meisterwerk ist die 1967 entstandene "We´re Only In It For The Money", dessen Cover das "Sgt. Pepper´s"-Cover der Beatles veralbert, was Mr. McCartney angeblich nicht amüsant fand, von einer Klage aber absah... Von merkwürdigen verhallten Wisperpassagen verbunden, entfaltet sich ein überaus vielfältiges Sortiment von Songs, das nicht nur Bezug nimmt zur verhaßten Spießerwirklichkeit, sondern auch zur damals grassierenden "Flower Power"-Bewegung, deren drogenverhangene Selbstbezogenheit in dem Stück "Absolutely Free" vergackeiert wird, unterbrochen z.B. von Einwürfen von Groupies. ("I don´t do publicity balling any more...") Sehr deutlich wird die Wichtigkeit, die Sexualität für Zappas Bild von der Welt hat, in dem mehr als nur ein wenig des damals modischen Wilhelm Reich sichtbar wird. Die Unfreiheit der Welt ist bei Zappa